Gemeinsam durch die Coronakrise: Solidarität mit dem Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Berlin


Gemeinsam durch die Coronakrise: Solidarität mit dem Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Berlin
Das Problem
Sehr geehrte Frau Scheeres,
mit Verwunderung haben wir Ihr Interview in der RBB-Abendschau vom 13.08.2020 verfolgt. Was ist passiert? Nachdem Mittwoch am frühen Abend bekannt geworden war, dass eine Lehrkraft des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums positiv auf Covid-19 getestet wurde, das zuständige Gesundheitsamt Treptow-Köpenick telefonisch jedoch nicht mehr erreichbar war, musste schnell gehandelt werden. In Absprache mit der Schulaufsicht entschied der Schulleiter, die gesamte Schule für Donnerstag vorsorglich zu schließen, um mögliche weitere Infektionen zu verhindern und das weitere Vorgehen mit dem Gesundheitsamt abzustimmen.
Wir können nur erahnen, welcher Druck in diesem Moment auf der Schulleitung gelastet haben muss, zwischen der Aufrechterhaltung des Schulbetriebs einerseits und der Unterbrechung möglicher weiterer Infektionsketten andererseits zu entscheiden. Daher begrüßen wir die getroffenen Maßnahmen ausdrücklich, denn sie erfolgten schnell, klar, zeitlich befristet und entsprechend dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.
Sie sagten treffend, es gelte abzuwägen zwischen Gesundheitsschutz und Recht auf Bildung. Umso mehr sind wir über Ihre Aussage verärgert, in der Sie die Entscheidung zur temporären Schulschließung so scharf verurteilt haben. Damit versagen Sie dem Gerhart-Hauptmann-Gymnasium öffentlich die Unterstützung und stellen die Entscheidung vom Schulleiter nachträglich in Frage.
Was wir vermissen, ist Ihre konkrete Unterstützung beim Ausgestalten des Musterhygieneplans. Jede Schule passt die Hygienemaßnahmen an die konkreten Begebenheiten vor Ort an (Wo kann man Klassen teilen, wie können sich Kinder im Schulalltag möglichst wenig begegnen?) Die Berliner Schulen haben unterschiedliche Voraussetzungen bei der Umsetzung von Hygienemaßnahmen In Altbauschulen mit schmalen Fluren und kleinen Klassenräumen können SchülerInnen und pädagogisches Personal weniger Distanz halten als in modernen, großzügig geplanten Schulbauten. Manchmal reichen Schulhof und Flure bei weitem nicht aus, um Klassen so voneinander zu trennen, wie wir uns das wünschen würden.
Deshalb sind wir empört, wenn Sie sagen, eine Teilschließungen einzelner Lerngruppen reiche aus. Nur das worst case scenario, also wenn sich in Ihren Worten "alle in den Armen gelegen haben und 15 Minuten miteinander gesprochen haben" rechtfertige eine komplette Schulschließung. Was aber, wenn Schulen tatsächlich zu diesem letzten Mittel greifen müssen, da es der konkrete Einzelfall wie beim Gerhart-Hauptmann-Gymnasium erfordert? Indem Sie diese Entscheidung öffentlich verurteilen, senden Sie an alle Berliner Schulen das Signal: Die Schulen bleiben unter allen Umständen geöffnet, eine komplette Schulschließung ist nicht erwünscht. Damit ist das Hauptmann-Gymnasium unfreiwillig zum Präzedenzfall geworden.
Wir wünschen uns beim Herantasten an einen "Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen" mehr Solidarität und eine offene Fehlerkultur. Nur gemeinsam kann es uns gelingen, dieses Schuljahr erfolgreich zu meistern. Vor diesem Hintergrund sind wir über Ihren Vorwurf erschrocken, die KollegInnen des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums hätten sich nicht an die Hygienemaßnahmen gehalten und nicht Abstand gehalten. Dieser Vorwurf prägt nun das öffentliche Bild dieser Schule, ob er zutreffend ist oder nicht.
Obwohl wir alles dafür tun, die Hygienemaßnahmen strengstens einzuhalten, sind Covid-19-Fälle in der Schule nicht komplett auszuschließen. Für diesen Fall erwarten wir Ihre Unterstützung und Zusammenarbeit und keine Schuldzuweisungen.
Wir fordern:
- Schulen erhalten wichtige Informationen frühzeitig durch die Senatsverwaltung für Bildung, und nicht erst durch die Presse
- zeitnahe Mitbeteiligung der Personalräte, zum Bsp. bei der Anpassung der Musterhygienepläne
- aktive Beratung der Schulen bei der Umsetzung des Musterhygieneplans durch das zuständige Gesundheitsamt
- die Senatsverwaltung für Bildung hält sich an die am 11.08.2020 vom Bundesamt für Arbeitsschutz herausgegebenen Arbeitsschutzregeln; diese umfassen u.a. Abstand als wichtigstes Instrument, um das Infektionsrisiko zu senken; dies ist aus unserer Sicht nur durch eine Teilung von Lerngruppen möglich
Lehrerinnen und Lehrer der Friedrichshagener Grundschule Berlin
Kristin Kühn
Björn Höfs
Nadine Adam
Gabi Dallwitz
Das Problem
Sehr geehrte Frau Scheeres,
mit Verwunderung haben wir Ihr Interview in der RBB-Abendschau vom 13.08.2020 verfolgt. Was ist passiert? Nachdem Mittwoch am frühen Abend bekannt geworden war, dass eine Lehrkraft des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums positiv auf Covid-19 getestet wurde, das zuständige Gesundheitsamt Treptow-Köpenick telefonisch jedoch nicht mehr erreichbar war, musste schnell gehandelt werden. In Absprache mit der Schulaufsicht entschied der Schulleiter, die gesamte Schule für Donnerstag vorsorglich zu schließen, um mögliche weitere Infektionen zu verhindern und das weitere Vorgehen mit dem Gesundheitsamt abzustimmen.
Wir können nur erahnen, welcher Druck in diesem Moment auf der Schulleitung gelastet haben muss, zwischen der Aufrechterhaltung des Schulbetriebs einerseits und der Unterbrechung möglicher weiterer Infektionsketten andererseits zu entscheiden. Daher begrüßen wir die getroffenen Maßnahmen ausdrücklich, denn sie erfolgten schnell, klar, zeitlich befristet und entsprechend dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.
Sie sagten treffend, es gelte abzuwägen zwischen Gesundheitsschutz und Recht auf Bildung. Umso mehr sind wir über Ihre Aussage verärgert, in der Sie die Entscheidung zur temporären Schulschließung so scharf verurteilt haben. Damit versagen Sie dem Gerhart-Hauptmann-Gymnasium öffentlich die Unterstützung und stellen die Entscheidung vom Schulleiter nachträglich in Frage.
Was wir vermissen, ist Ihre konkrete Unterstützung beim Ausgestalten des Musterhygieneplans. Jede Schule passt die Hygienemaßnahmen an die konkreten Begebenheiten vor Ort an (Wo kann man Klassen teilen, wie können sich Kinder im Schulalltag möglichst wenig begegnen?) Die Berliner Schulen haben unterschiedliche Voraussetzungen bei der Umsetzung von Hygienemaßnahmen In Altbauschulen mit schmalen Fluren und kleinen Klassenräumen können SchülerInnen und pädagogisches Personal weniger Distanz halten als in modernen, großzügig geplanten Schulbauten. Manchmal reichen Schulhof und Flure bei weitem nicht aus, um Klassen so voneinander zu trennen, wie wir uns das wünschen würden.
Deshalb sind wir empört, wenn Sie sagen, eine Teilschließungen einzelner Lerngruppen reiche aus. Nur das worst case scenario, also wenn sich in Ihren Worten "alle in den Armen gelegen haben und 15 Minuten miteinander gesprochen haben" rechtfertige eine komplette Schulschließung. Was aber, wenn Schulen tatsächlich zu diesem letzten Mittel greifen müssen, da es der konkrete Einzelfall wie beim Gerhart-Hauptmann-Gymnasium erfordert? Indem Sie diese Entscheidung öffentlich verurteilen, senden Sie an alle Berliner Schulen das Signal: Die Schulen bleiben unter allen Umständen geöffnet, eine komplette Schulschließung ist nicht erwünscht. Damit ist das Hauptmann-Gymnasium unfreiwillig zum Präzedenzfall geworden.
Wir wünschen uns beim Herantasten an einen "Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen" mehr Solidarität und eine offene Fehlerkultur. Nur gemeinsam kann es uns gelingen, dieses Schuljahr erfolgreich zu meistern. Vor diesem Hintergrund sind wir über Ihren Vorwurf erschrocken, die KollegInnen des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums hätten sich nicht an die Hygienemaßnahmen gehalten und nicht Abstand gehalten. Dieser Vorwurf prägt nun das öffentliche Bild dieser Schule, ob er zutreffend ist oder nicht.
Obwohl wir alles dafür tun, die Hygienemaßnahmen strengstens einzuhalten, sind Covid-19-Fälle in der Schule nicht komplett auszuschließen. Für diesen Fall erwarten wir Ihre Unterstützung und Zusammenarbeit und keine Schuldzuweisungen.
Wir fordern:
- Schulen erhalten wichtige Informationen frühzeitig durch die Senatsverwaltung für Bildung, und nicht erst durch die Presse
- zeitnahe Mitbeteiligung der Personalräte, zum Bsp. bei der Anpassung der Musterhygienepläne
- aktive Beratung der Schulen bei der Umsetzung des Musterhygieneplans durch das zuständige Gesundheitsamt
- die Senatsverwaltung für Bildung hält sich an die am 11.08.2020 vom Bundesamt für Arbeitsschutz herausgegebenen Arbeitsschutzregeln; diese umfassen u.a. Abstand als wichtigstes Instrument, um das Infektionsrisiko zu senken; dies ist aus unserer Sicht nur durch eine Teilung von Lerngruppen möglich
Lehrerinnen und Lehrer der Friedrichshagener Grundschule Berlin
Kristin Kühn
Björn Höfs
Nadine Adam
Gabi Dallwitz
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Petition am 19. August 2020 erstellt