Petition updateSagt Nein! Gewerkschafter:innen gegen Krieg, Militarismus und BurgfriedenGewerkschaft heißt: Sich einmischen! Für Frieden, gute Löhne und internationale Solidarität!
SAGT NEIN!Berlin, Germany
Feb 22, 2026

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Unterstützer*innen,

der Widerstand gegen Krieg, Militarismus und Burgfrieden wächst.
Und das ist gut so.

Während von oben „Kriegstüchtigkeit“ beschworen, Aufrüstung vorangetrieben und Sozialabbau organisiert wird – bis hin zur Forderung nach deutscher Atombewaffnung, melden sich aus Betrieben, Schulen und gewerkschaftlichen Strukturen Stimmen zu Wort, die klar sagen: Das machen wir nicht mit! 

Widerstand wächst – in den Betrieben und auf der Straße

In Osnabrück suchte das Zukunftswerk Osnabrück das Gespräch mit der IG Metall und anderen Gewerkschaften über die Zukunft des örtlichen VW-Werks, das in 2027 droht, zu einer Panzerschmiede umgebaut zu werden. Unter dem Motto „Gewerkschaft heißt, sich einmischen“  forderten die Aktivist*innen zivile Perspektiven, solidarische Lösungen und eine Abkehr von der Rüstungslogik der ´Konversion pervers´  und für eine nachhaltige und sozialökologische Zukunft – nicht nur im Kampf um die Arbeitsplätze der Kolleg*innen im VW-Werk in Osnabrück, sondern überall.

Die bundesweite Schulstreikkonferenz am 14./15.02. in Göttingen knüpfte an die Proteste gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militarisierung aus dem Dezember an und bereitete die bevorstehenden Schulstreiks am 05. März vor. Zehntausende Jugendliche machen deutlich: Wir führen Eure Kriege nicht! Wir wollen keine Wehrpflicht, wir wollen eine Zukunft ohne Krieg!

Ein starkes Signal kommt auch aus Köln: Über 200 Vertrauensleute der IG Metall bei Ford beschlossen die Erklärung „Nein zur Kriegswirtschaft – Wir geben unsere Kinder nicht für Kriege! . Sie berufen sich ausdrücklich auf § 2 der IG-Metall-Satzung und stellen klar: 

  • „Aufrüstung und Kriegswirtschaft sind gegen die Interessen der Kolleginnen und Kollegen und unserer Familien und widersprechen unseren gewerkschaftlichen Zielen. Unterstreichen wir unsere Losung ´Kampf um jeden Arbeitsplatz!´ und setzen wir uns aktiv für unser Ziel ´Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung´ ein.  Und wir rufen den IG Metall Vorstand und alle Mitglieder auf: Nein zum Umbau auf Kriegswirtschaft!“

 

Diese Initiativen zeigen: Die Basis diskutiert. Die Basis steht auf. Die Basis bewegt sich. BRAVO!

Während Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben und ihren gewerkschaftlichen Strukturen sich klar antimilitaristisch positionieren, betreibt der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Kerner, im Kampfblatt der deutschen Wirtschaftsbosse, dem Handelsblatt  in trauter Zweisamkeit mit der Hauptgeschäftsführerin eines der großen deutschen Rüstungslobbyverbände deutschnationale Hochrüstungsagitation im Sinne der deutschen Kriegsindustrie.

Das steht in deutlichem Widerspruch zu gewerkschaftlichen Grundsätzen und zur Stimmung vieler Kolleg*innen an der Basis. Es zeigt die wachsende Distanz zwischen dem Gewerkschaftsapparat und der Mitgliedschaft – und die strategische Weichenstellung der Vorstände hin zu ´Konversion pervers´, ´Standortsicherung´ durch Aufrüstung und Burgfrieden statt zu sozial-ökologischer Konversion und ziviler Produktion.

Auch in der Erklärung „Gerechtigkeit statt Spaltung“ der DGB-Vorsitzenden und aller Vorstände der DGB-Einzelgewerkschaften vom Februar 2026 fehlt jeder Hinweis auf den Zusammenhang von Aufrüstung, Grundrechteabbau und Sozialklau. Die zunehmende nationalistische Mobilisierung zur Kriegswirtschaft wird nicht einmal erwähnt. Dabei ist die „Kanonen-statt-Butter“-Politik schon längst Realität. Milliardenkreditfinanzierte Rüstungsausgaben gehen einher mit Angriffen auf Arbeitsrecht, Sozialstaat und öffentliche Daseinsvorsorge. Doch Militarisierung wird nicht als Teil des Verteilungskonflikts benannt, sondern ausgeblendet. Vier Jahre nach der Ausrufung dieser „Zeitenwende“  ist das ein deutliches Zeichen für den fortgesetzten Burgfrieden an der Spitze. Gerade deshalb dürfen wir die öffentliche Debatte nicht den Chefetagen überlassen – auch nicht in unseren Gewerkschaften.

Massenstreik auf die Tagesordnung!

Wenn Krieg, Aufrüstung, Sozialabbau und Grundrechtseinschränkungen politisch organisiert werden, dann braucht es eine Antwort, die über Appelle hinausgeht.

Der politische Streik – bis hin zum Massen- oder Generalstreik – ist historisch immer wieder eine wirksame Waffe gewesen. Streik entfaltet dann seine ganze Macht, wenn er gesellschaftliche Abläufe unterbricht und sich gegen die materielle Grundlage von Kriegspolitik richtet .

Die Behauptung, politische Streiks seien in Deutschland grundsätzlich verboten, ist kein Naturgesetz, sondern Ergebnis jahrzehntelanger Rechtsprechung und politischer Zurichtung. Rechte werden nicht geschenkt – sie werden erkämpft und praktisch ausgeweitet.

Deshalb gehört die breite Diskussion über den politischen Massenstreik als stärkste gewerkschaftliche Waffe gegen Krieg und Militarismus jetzt auf die Tagesordnung!

Wenn wir über ´Gegenmacht´ sprechen, dann konkret.

 

bevorstehende Termine:

Clara Zetkin formulierte in Zeiten von Krieg und Reaktion die Aufgabe klar: Der Kampf gegen Militarismus ist untrennbar verbunden mit dem Kampf der Arbeiterklasse für ihre sozialen und politischen Rechte .

Der Kampf gegen Krieg verlangt Mut, Klarheit und organisierte Gegenwehr.

Lasst uns viele kraftvolle Zeichen setzen, dass Gewerkschafter*innen sich einmischen....

  • In den Betrieben.
  • In den Gliederungen
  • In lokalen antimilitaristischen Bündnissen
    und in der Friedensbewegung.
  • Auf den Straßen. Und auf dem DGB-Bundeskongress.

Gegen Panzer, Profite, Patriotismus!
Für Frieden, gute Löhne und internationale Solidarität!

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Widerstand braucht Kohle...

Wir haben ein Spendenkonto:

Hedwig Krimmer 
Stadtsparkasse München 
Stichwort: Sagt NEIN!
DE59  7015 0000 1006 0375 17

Unterstützt unsere Arbeit!

Lasst uns denen, die in aller Öffentlichkeit Kriege führen, 
rechtfertigen und vorbereiten endlich die Hände zerschlagen!

„Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten, nicht die Hände zerschlagen werden.“

B. Brecht, Rede für den Frieden, 1952

Mit solidarischen Grüßen
der Initiator*innenkreis

  

 

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