

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Unterstützer*innen,
immer mehr junge Menschen verweigern sich ihrer vorgesehenen Verwendung als Kanonenfutter für die Kriegsplanungen der Kriegsregierung. Wir sagen BRAVO!
Für den Samstag den, 08.11. rufen unter der Überschrift ´Kampf der Kriegsmobilmachung!´ selbstorganisierte Komitees gegen die Wehrpflicht zu bundesweiten Aktionen gegen die Wiedereinführung des Kriegsdienstes und jeder Form von zwangsdiensten auf. Die Komitees werden von Schüler*innen, Studierenden, Azubis und Arbeitenden getragen, die in unterschiedlicher Weise von der voranschreitenden Militarisierung betroffen sind.
Auch die DGB-Jugend hat sich klar gegen die Wiedereinführung des Kriegsdienstes und anderer Pflichtdienste positioniert. Sie lehnt die Wiedereinführung der Wehrpflicht, jeden Pflichtdienst und jede Form der Wehrerfassung entschieden ab.
Und auch in den Gewerkschaften wird der Widerstand gegen die Kriegs- und Militarisierungspolitik immer lauter und hörbarer:
So hat der ver.di-Ortsverein Stuttgart in Vorbereitung auf den im Mai kommenden Jahres bevorstehenden DGB-Bundeskongress drei Friedensanträge in die DGB-Stadtverbands-Delegiertenkonferenz am 14. Oktober eingebracht.
- Gegen die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschlang
- Gegen das 5%-Ziel der NATO
- Gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht
In diesen Anträgen heißt es unter anderem:
„Statt weiter an der Rüstungsspirale zu drehen, wäre es notwendig, wieder zu einer Politik von Rüstungskontroll- und Abrüstungsverhandlungen und einer neuen Entspannungspolitik zurückzukehren. Gerade angesichts des Ukraine-Kriegs wäre das umso wichtiger. (…)
Junge Menschen brauchen gute Bildungs- und Ausbildungsangebote anstelle eines militärischen Zwangsdienstes.“
Die ersten beiden Anträge wurden ohne Gegenstimmen bei einer bzw. zwei Enthaltungen angenommen, der Antrag gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht erhielt 3 Gegenstimmen und 4 Enthaltungen (bei 33 anwesenden Delegierten).
Der DGB-Stadtverband Stuttgart bringt diese Anträge auch in die Landesdelegiertenkonferenz Baden-Württemberg des DGB Ende Januar 2026 ein.
Wir sagen auch hier: Bravo!
Wir empfehlen die Initiative der Stuttgarter ver.di-Kolleg*innen und ihre Anträge für allE, die sich aktuell auf den Konferenzen als Delegierte mit der Vorbereitung des DGB-Bundeskongresses beschäftigen. Lasst uns gerne wissen, wenn auch Ihr diese oder ähnliche Anträge auf den Weg gebracht habt – je mehr, umso machtvoller!
Wie zunehmend dringend unser aller NEIN! gegen Krieg, Militarismus und Burgfrieden wird zeigen zwei Meldungen aus den letzten Tagen:
- Linnemann: Junge Ukrainer sollen »Land verteidigen«
Berlin. Die CDU moniert den rasanten Anstieg des Zustroms wehrfähiger Ukrainer nach Deutschland. »Es braucht ukrainische Soldaten, die ihr Land verteidigen«, sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann am Freitag dem Stern. Deshalb sei »es nicht richtig, dass derzeit vor allem viele junge Männer die Ukraine verlassen«. Der sprunghafte Zuzug « nach Deutschland müsse »gestoppt werden«. (…) Kiew hatte Ende August das Ausreiseverbot für diese Altersgruppe aufgehoben. Das nutzen viele junge Männer, um sich einer möglichen Zwangsrekrutierung für die Armee zu entziehen. (AFP/jW) 25.10.25 - „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“ nicht mehr nominiert
Das Anti-Kriegs-Lied von Reinhard Mey wurde nicht mehr für die SWR-1- Hitparade nominiert. Dagegen protestierten Zehntausende, indem sie jetzt erst Recht das Lied händisch eingetragen haben. – Ergebnis: Rang 12 der diesjährigen SWR-1 Hitparade für „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht!“. Wir sagen: Bravo!
Münchener ver.di-Kolleg*innen haben diesen Zensurskandal außerdem zum Anlass genommen, eine ganz persönliche Version dieses Klassikers aufzunehmen und damit öffentlich Gesicht zu zeigen. Bravo! auch dafür.
´Sagt NEIN!´ hat sich in den vergangenen Wochen aktiv beteiligt an:
- Paris - internationales Meeting gegen den Krieg
am 5.10. - Nörvenich - Demonstration gegen das Atomkriegsmanöver StedfastNoon
am 11.10. - Osnabrück - Kundgebung anlässlich des Jahrestages des Westfälischen Friedens am 24.10.
Selbstkritisch müssen wir auch festhalten, dass, trotz aller Mobilisierungserfolge und Fortschritte, der politische Druck gegen Krieg, Militarismus und Bugfrieden immer noch zu schwach ist. Dazu einige Gedanken zum hinter uns liegenden Herbst des Widerstandes: Back home nach dem Protest.
** Was weiter tun? Gemeinsam noch aktiver werden! **
Wir sagen NEIN! Schluss mit Kriegslogik, Hochrüstung, Militarismus, Militarisierung, Kriegs- und Zwangsdiensten und dem Burgfrieden der Gewerkschaftsführungen!
Nur wenn die Gewerkschaften aktiv werden, gemeinsam mit der Friedensbewegung, können wir die weltweiten Kriege, weitere Kriegsvorbereitung, Sozialabbau und Klassenkampf von oben stoppen!
Nächste Gelegenheiten zur weiteren Verstärkung unseres gemeinsamen Widerstandes an denen wir uns wieder aktiv beteiligen - hoffentlich zusammen mit Vielen von Euch:
- Informations- und Diskussionsveranstaltung
´Was tun gegen die Wehrpflicht?!´
am 31. Oktober 2025, 19:00 Uhr
in München - Demonstrationen gegen Wehrpflicht & Kriegsmobilmachung
am 08. November 2025, 13:00 Uhr
in Hamburg, Bremen, Köln, Bonn, FaM, Nürnberg, München, Regensburg u.a. - bundesweiter Friedensratschlag
am 08./09. November 2025
in Kassel. - IMI-Kongress ´Militärrepublik verweigern!´
am 15./16. November 2025 in Tübingen,
zusammen mit unseren Trambahnfahrer-Kollegen von ´Sagt NEIN! zur Bundeswehrtram´ aus München
Lasst uns denen, die in aller Öffentlichkeit Kriege führen,
rechtfertigen und vorbereiten endlich die Hände zerschlagen!
„Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten, nicht die Hände zerschlagen werden.“
B. Brecht, Rede für den Frieden, 1952
Mit solidarischen Grüßen
der Initiator*innenkreis