

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Unterstürtzer*innen,
auf unsere letzte ´Neuigkeit´, in der wir uns solidarisch mit dem Offenen Brief ´Keine Bühne für Gauweiler, Pfanzelt & Co.!´ von Münchener Gewerkschaftskolleg*innen erklärt haben, erreichte uns jetzt ein Antwortschreiben der organisator*innen, in dem sie sich mit der Kritik auseinandersetzen und ihre Beweggründe darstellen. Dort heißt es u.a.: "Wir sind der Auffassung, dass die Friedensbewegung eine weltanschaulich und politisch ungebundene und breite Bewegung sein muss. Zum einen, weil Krieg und Frieden – zumal seit Hiroshima – von der Sache her ein klassen- und schichtenübergreifendes, existentielles Problem für alle Menschen sind. Zum anderen muss die Friedensbewegung deshalb auch einfluss- und erfolgreich sein. Dazu wollen wir beitragen. Die Friedensbewegung darf nicht Sache nur einer kleinen, ideologisch reinen Minderheit sein."
Und weiter: "Für unsere Demo wirbt Ingrid Pfanzelt nicht „für die Zusammenarbeit mit der AfD“. Falls sie das in München getan haben sollte, wäre das ein politischer Fehler im Umgang mit der AfD gewesen. Aber ein Irrtum in einer strategischen Einschätzung macht jemanden noch nicht zur politischen Unperson."
Jenseits der Tatsache, dass die Münchener Kolleg*innen und auch wir niemals jemanden zu einer ´Unpersonen´ erklärt haben oder dies tun würden, denn das ist Sprachgebrauch aus dem Wörterbuch des Unmenschen, halten wir insbesondere zu dieser Einschätzung klipp und klar fest:
Das aktive Werben für ein ´parteiübergreifendes Zusammenwachsen einer angeblich ´neuen´ Friedensbewegung´ und das ´gemeinsame Marschieren´ unter ausdrücklichem Einschluss der AfD ist - ob gewollt oder auch nicht! - nichts anderes als der Türöffner für die autoritär nationalradikale Unterwanderung der Friedensbewegung. Dieses Verhalten nach berechtigter und solidarischer Kritik dann als ´politischen Fehler´ und ´Irrtum´ einzuordnen, zeugt bestenfalls von maximaler politischer Naivität. Dem halten wir entgegen:
Die Öffnung für autoritär nationalradikale Strömungen und Parteien von Verschwörungstheoretikern, über die Identitäre Bewegung bis hin zur AfD, die angeblich »ehrlichen Herzens für den Frieden sind«, ist Wasser auf die Mühlen autoritärer und militant ausgrenzender antidemokratischer Mythen und Weltsichten und führt zur weiteren Stärkung der extremen Rechten und des zunehmend autoritären und militarisierten gesellschaftlichen Klimas.
Dem gilt unser entschiedener Widerstand. Für uns muss klipp und klar und deutlich werden: ´Keinen Fußbreit den Faschisten! Gegen die Festung Europa!´ - das ist ein unverzichtbarer Minimalkonsens auch und gerade im Friedenskampf. Denn so richtig es ist ´möglichst viele Menschen aktiv ein)zu( beziehen´ , so falsch finden wir es, wegen der richtigen Sache die Augen vor realen gesellschaftlichen Entwicklungen und politischen Dynamiken zu verschließen. Für Menschen und Gruppen aus dem nationalistischen und antidemokratischen Spektrum ist auf unseren Aktionen kein Platz. Ebenso erteilen wir Menschen und Gruppen, die wissenschaftsfeindlich sind, die Journalist*innen angreifen, sowie Menschen und Gruppen, die Verschwörungsmythen anhängen und/oder Rassismus, Antisemitismus, Sexismus oder andere diskriminierende Botschaften verbreiten, eine Absage ("Stoppt das Töten in der Ukraine – Aufrüstung ist nicht die Lösung!").
Da gibt es für uns auch keine ´taktischen Kompromisse´.
In diesem Sinne:
Auf nach Berlin!
Lasst uns denen, die in aller Öffentlichkeit Kriege führen,
rechtfertigen und vorbereiten endlich die Hände zerschlagen!
„Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen
wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel,
wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten,
nicht die Hände zerschlagen werden.“
B. Brecht, Rede für den Frieden, 1952
Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!
Mit solidarischen Grüßen
für den Initiator*innenkreis
Hedwig Krimmer Andreas Buderus