

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Unterstützer*innen,
vor über 170 Jahren hat Karl Marx in seiner Schrift `Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte` darauf hingewiesen, dass Geschichte sich immer zweimal ereignet – das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce.
Was der öffentliche Appell des Kriegsministers nach `Kriegstüchtigkeit` mit der blutig ernst gemeinten Vorbereitung auf die Führung von Kriegen und erneuter aktiver deutscher Beteiligung zu tun hat, wie das einzuordnen ist, und warum es wichtig ist, hier präzise hinzuhören und hinzuschauen das könnt Ihr an einem Beispiel aus dem Bonner Blätterwald sehen. Über den erheblich relevanten Unterschied zwischen den Begriffen `Kriegstüchtigkeit` und `Kriegstaugligkeit` und warum deren Gebrauch nicht beliebig ist und im öffentlichen Diskurs schon gar nicht zufällig erfolgt, hat unser Friedensfreund Prof. Dr. Albert Fuchs in seinem sehr lesens- und bedenkenswerten Leserbrief zum Leitartikel `Die Last mit der Pflicht` von Holger Möhle präzise Stellung genommen:
"Es bleibt also bei der Frage: Warum legt Herr Möhle dem Militärminister ´Kriegstauglichkeit in den Mund, während der doch von ´Kriegstüchtigkeit´ gesprochen hat? Die Frage wird brisant, wenn man realisiert, dass es sich beim Kriegstüchtigkeits-Sprech nicht zuletzt um Nazi-Sprech handelt. So erschien am 9. Juli 1944, als die Niederlage bereits nicht mehr aufzuhalten war, die nationalsozialistische Wochenzeitung Das Reich mit der Schlagzeile ´Kriegstüchtig wie nur je´. (...)
Ist diese Spur zu Pistorius' Kriegstüchtigkeits-Propaganda dem GA-Kommentator Möhle vielleicht allzu heiß? Das wäre verständlich, diente allerdings nicht der Aufklärung, wes Geistes Kind der amtierende umtriebige, auf- und vor-rüstungsversessene Militärminister eigentlich ist."
Hier findet Ihr den ganzen Leserbrief.
Wenn die aktuell aufgeführte `Farce` der globalen Kriegstreiber*innen und -Profiteur*innen nicht heute schon Hunderttausende Tote in den Kriegen rund um den Globus kostete, Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertriebe und die Lebensgrundlagen der Menschheit bedrohte, dann könnte mensch ob der unüberbietbaren Flachheit und Frechheit der Hauptakteure fast lachen...
Doch angesichts all dessen bleibt einem das Lachen tief im Halse stecken. Deshalb: Bleibt wachsam!
Lasst uns denen, die in aller Öffentlichkeit Kriege führen,
rechtfertigen und vorbereiten endlich die Hände zerschlagen!
„Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen
wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel,
wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten,
nicht die Hände zerschlagen werden.“
B. Brecht, Rede für den Frieden, 1952
Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!
Mit solidarischen Grüßen
für den Initiator*innenkreis
Hedwig Krimmer Andreas Buderus