Rettet NEMSA - Netzwerk für Eltern mit Migrationsgeschichte Sachsen-Anhalt

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Zwischen 2018 und 2020 wurde in Sachsen-Anhalt erfolgreich ein Netzwerk für migrantische Eltern aufgebaut. Das Projekt unterstützte Familien mit einer Migrationsgeschichte bei Fragen rund um Kita, Schule und Hort. Ziel ist, dass sich zugewanderte Eltern schnell im deutschen Schul- und Kitasystem zurechtfinden. Daher ist es schockierend, dass der EU Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) den Antrag für die Weiterführung des Projektes abgelehnt hat! Wir fordern eine Aufklärung des Sachverhaltes, da migrantische Eltern, insbesondere in der Corona-Zeit, auf Unterstützung angewiesen sind!

„Nicht nur LAMSA ist von einer Absage betroffen, sondern auch andere wichtige Träger in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus. Hier stellt sich die Frage, wer sich künftig überhaupt noch für Chancengerechtigkeit und Bildungserfolg für Zugewanderte einsetzen kann?“, so Mamad Mohamad, Geschäftsführer des Landesverbandes der Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt.

Wir fordern, dass die Integrationsbeauftrage des Landes Sachsen-Anhalts Susi Möbbeck und die Integrationsbeauftragte des Bundes Annette Widmann-Mauz sich für die Weiterführung des Projektes einsetzen und dass eine Lösung gefunden wird, das Projekt fortzusetzen.

Der Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft stellte zuletzt fest, dass die Ungleichheit im Bildungserfolg zwischen Einheimischen und Zugewanderten stetig größer wird. Sachsen-Anhalt bildet dabei das traurige Schlusslicht von migrantischen Schulabgängen im bundesdeutschen Vergleich. 38,2 % aller Kinder ohne deutsche Staatsbürgerschaft brechen die Schule ab und gerade einmal 2,3% legen das Abitur an einer allgemeinbildenden Schule ab.

    Wir fordern Chancengleichheit für alle Kinder!

Aufgrund dieser und weiterer Faktoren hat LAMSA ein Netzwerk für Eltern mit Migrationsgeschichte in Sachsen-Anhalt (NEMSA) gegründet. NEMSA war an den drei Standorten Halle, Dessau-Roßlau und Magdeburg mit seinen Beratungsstellen vertreten. Insgesamt haben in Zeitraum von zwei Jahren über 500 Einzelberatungen und über 100 Veranstaltungen stattgefunden. Kontinuität und Langfristigkeit waren dabei die primären Ziele. Beispielsweise konnten sich zugewanderte Eltern als Multiplikator*innen ausbilden lassen und anschließend selbst andere Eltern unterstützen. Die Anfragen waren so zahlreich, dass eine Beratungs-App für dieses Projekt entwickelt worden ist.

Aufgrund der derzeitigen Pandemie ist der Unterstützungsbedarf höher denn je, aber zugewanderte Eltern sind aufgrund der Projektablehnung nun auf sich alleine gestellt. Khuzama Zena, Beraterin in Halle sagt hierzu: „Die migrantischen Eltern, besonders die mit noch wenig deutschen Sprachkenntnissen sind stark verunsichert; ohne unsere Beratung haben sie große Schwierigkeiten, mit den neuen Anforderungen zurechtzukommen. Viele Eltern […] haben leider die Hoffnung aufgegeben, dass sie allein und auf sich gestellt ihren Kindern helfen können.“

 

Foto: LAMSA e.V / Jing Zhou