Petition updateRettet die Langener MusikschuleRettet die Musikschule – Was ist seit Juni passiert?
Holger LößnerGermany
19 Oct 2024

Der Status der Lehrkräfte an der Musikschule bleibt aktuell nahezu unverändert. Sie haben nach einer zunächst erfolgten Kündigung der Honorarverträge durch die Stadt Langen erneut einen Vertrag als Honorarkräfte zu unveränderten Bedingungen erhalten – mit allen Nachteilen, wie z.B. niedrige Vergütung, fehlende Sozialversicherungsleistungen, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall etc. Eine Überführung in eine unbefristete Festanstellung der Musiklehrer wurde - trotz des „Herrenberg-Urteils“ - in den städtischen Gremien nicht ernsthaft erwogen. Seitens des Magistrats wurde immer wieder darauf verwiesen, dass die Übernahme aller Musiklehrer in ein Festanstellungsverhältnis für die Stadt Langen nicht finanzierbar sei.

Der Verband deutscher Musikschulen (VdM) hat von einer Weiterführung der Honorarverträge dringend abgeraten. Es gibt auch in unmittelbarer Nähe zahlreiche Beispiele, dass die Umwandlung in eine Festanstellung auf Basis des TVöD durchaus möglich ist.

Seitens der Stadt haben wir leider keine Initiative gesehen, sich mit allen Beteiligten – Vertretern von Eltern, Langener Schulen, Kindergärten und Musikschullehrern – mit dem Ziel zusammenzusetzen, ein tragfähiges und zukunftssicheres Modell für die Musikschule zu entwickeln. Eine Diskussion schien gar nicht gewollt.

Bedeutung der Musikschule

Bei vielen Eltern, Musikschulfreunden und Lehrern entstand der Eindruck, dass die hervorragende gesellschaftliche Bedeutung der Musikschule für die Stadt Langen, die Musikschüler und ihre Lehrer auf politischer Seite nie wirklich ernsthaft in der Diskussion berücksichtigt wurde. Stattdessen dominierten die finanziellen Risiken und Themen die Diskussion.

Wer einmal erlebt hat, welches Gemeinschaftsgefühl in den Ensembles oder im Tut-Klong-La Musikcamp entsteht, wieviel Selbstvertrauen Kinder durch Musikauftritte bekommen können und wie selbstverständlich dort ein soziales Miteinander ist, versteht die Bedeutung einer solchen Institution. Die Musikschule bietet zudem eine reale Alternative, die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder in Zeiten hohen Social-Media Konsums zu fördern.

Wir bedauern sehr, dass neben den Musikschullehrern hier wieder einmal die Kinder und Jugendlichen die hauptsächlich Betroffenen sind, da sie einen Großteil der Schüler stellen. 

Bereits spürbare Konsequenzen

Aufgrund dieser Entwicklung haben einige Musiklehrer die Musikschule Langen inzwischen verlassen. Dieser Wegfall darf nicht durch vorhandene Lehrkräfte übernommen werden, so dass das Angebot für einige Instrumente bereits deutlich eingeschränkt ist. Neue Schüler können in einigen Fällen nicht angenommen werden.

Die Fakten:

58 Honorarkräfte im Juli 2024, 53 Honorarkräfte im September 2024, Verluste von einigen hundert Schülern (auch durch Beendigung der Schulkooperationen) – Schülerzahl ca. 1350 im Juli 2024, ca. 1000 im September 2024. 

Bereits spürbare Auswirkungen: 

  • Einige Verträge mit Musikschülern wurden seitens der Stadt gekündigt, sie können ihr Instrument nicht mehr erlernen, da ihre Lehrer die Musikschule verlassen haben. Einen Ersatz gibt es nicht.
  • Die Kooperation der Musikschule mit allen Schulen wurde mit Beginn des neuen Schuljahres durch die Stadt Langen beendet.
  • Die Zusammenarbeit mit der Dreieichschule wurde erst kurz vor den Sommerferien beendet. Der TV Langen ist in die Bresche gesprungen ist, um einige Musiklehrer auf Mini-Job-Basis anzustellen, die den Instrumenten-Unterricht für die Musikschulklassenkinder geben. Die Bläserklassenschüler der Jahrgänge 5 und 6 an der Dreieichschule haben dadurch nur noch alle zwei Wochen den zusätzlichen individuellen Instrumentenunterricht - bei aber gleichen Kosten wie zuvor für die Eltern. Die Unterrichtskosten haben sich also verdoppelt.
  • Kinder aus den Musik-Klassen der Dreieichschule haben ab Klasse 7 keine Sicherheit mehr, bei der Musikschule zukünftig Instrumentenunterricht zu bekommen. Anders als in den Musik-Klassen 5 und 6 müssen sie den Unterricht direkt in der Musikschule nehmen.

Wir bedauern die aktuelle Entwicklung außerordentlich und fordern von der Stadt Langen, sich dringend inhaltlich in einem geeigneten Format mit den Vertretern aller Interessengruppen zusammenzusetzen. Uns geht es darum, ein schrittweises „Verschwinden“ der Musikschule Langen zu verhindern und eine faire und tragfähige Lösung für alle Beteiligten zu finden.

Wir möchten unseren Bürgermeister auch auf diesem Weg daran erinnern, dass ihm in seinem Wahlprogamm Folgendes am Herzen lag, Zitat: „Die Förderung der städtischen Kulturangebote in (….) der Musikschule sowie ggü. den kulturtreibenden Vereinen muss trotz angespannter Haushaltslage in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben.“ (Quelle: www.leidenschaft-fuer-langen.de 

Wir danken allen sehr herzlich für die bisherige Unterstützung und hoffen auf ein noch breiteres gemeinsames Engagement für unsere tolle Musikschule in Langen!

Ilona Edel, Andrea Hamm-Bitzer, Holger Lößner, Martin Schmidt

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Welche weiteren Initiativen gibt es?

1) Interessierte - egal ob Musikschüler, Eltern oder einfach an der Musikschule interessierte Bürger - können sich unter folgender E-Mail-Adresse melden: 

musikschulelangen-aktionsbuendnis@gmx.de 

2) Eine zweite musikalische Kundgebung findet zum Start der Haushaltsverhandlungen 2025 am 12.11.2024 um 18 Uhr vor dem Rathaus in der Südlichen Ringstraße statt. Hier können alle die Unterstützung für die Musikschule und ihre Lehrer zum Ausdruck bringen. Die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses beginnt an diesem Tag um 19.30 Uhr. Die Sitzung ist öffentlich. Gäste sind gern gesehen. Aktuell (Stand Mitte Oktober) liegt noch kein Konzept zur Zukunft der Musikschule öffentlich vor.

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