Dank des massiven öffentlichen Drucks vonseiten der Bürgerinitiative und der Presse ist nun Bewegung in die Sache gekommen und es gibt sehr gute Neuigkeiten:
Das geplante Gebäude soll nun nach dem Eigentümerwechsel von der Eiche abrücken, dafür ein Staffelgeschoss höher werden. Auf die unnötige Tiefgarage soll ganz verzichtet werden. Die Eiche wäre somit gerettet.
Herzlichen Dank an alle Unterstützer*innen! Ohne Euch gäbe es vielleicht die Eiche heute schon nicht mehr. Hoffen wir, dass sie die Berliner*nnen noch weitere 200 Jahre und länger erfreuen wird.
Bei der Bezirksverordnetenversammlung am 17. Oktober haben wir im Rahmen des Angebotes, dort 3 Einwohner*innenanfragen direkt an die Bezirksverordneten zu stellen, sehr erfreuliche und positive Antworten auf diese 3 Fragen erhalten:
Frage 1:
Seit 1.10. droht erneut die Fällung der 200-jährige Eiche in der Dresdener Str. 113 zugunsten eines Neubaus mit einer Tiefgarage für nur 6 Fahrzeuge, nachdem der neue Bauherr sie juristisch durchgefochten hat. Obwohl uns wiederholt gesagt wurde, das Umweltamt hätte nach Erteilung der Baugenehmigung gar nicht anders handeln können, als die Eiche zur Fällung freizugeben, fragen wir uns – in sorgfältiger Abwägung von §34 BauGB einerseits und der Berliner Baumschutzverordnung andererseits: Wäre dem Bauherren vonseiten des Bezirksamtes wirklich nicht zuzumuten gewesen, den geplanten Neubau so zu planen, dass die Eiche, die in der äußersten Ecke des Baugrundstücks steht, erhalten bleiben kann?
Frage 2:
Die Neubauplanung wurde von dem Hamburger Investor Kaape initiiert, der in Berlin bereits viele Bauprojekte unter verschiedenen Firmenkonstrukten realisiert hat. Die Nachbarschaft unterstützt und versteht den Wunsch nach Schaffung von innerstädtischem Wohnraum, nicht aber warum hier kein ökologisch und klimapolitisch sinnvoller Kompromiss gefunden werden kann. Selbst die Baukammer Berlin protestierte vehement gegen die Erteilung der Baumfällgenehmigung. Wie kann es sein, dass im Jahr 2024, einem Jahr voller Extremwetterereignisse, im Bezirk Mitte, der den Klimanotstand ausgerufen hat, eine über 200-jährige CO2-bindende und laut vorliegendem Baumgutachten kerngesunde Eiche gefällt werden soll, u.a. um Platz für ein paar Autos zu ermöglichen, die doch eigentlich aus den Innenstädten verdrängt werden sollen?
Frage 3:
Wir können nachweisen, dass bei Verzicht auf die überflüssige Tiefgarage (es gibt ausreichend Parkraum in unmittelbarer Umgebung), eine leichte Verschiebung des Baukörpers nach Süden möglich wäre. Die Besitzer der beiden Nachbargrundstücke haben zudem gerade ihre Bereitschaft bekundet, in einen Dialog mit dem neuen Bauherren zu treten, damit der geplante Neubau bis an die Grundstücksgrenze deutlich nach Osten verschoben werden kann. Damit müsste der Bauherr auf keinen Kubikmeter Bauvolumen verzichten und die Eiche wäre gerettet. Wäre das Bezirksamt bereit, diese Alternative (und andere vorliegenden Ideen) zusammen mit den Beteiligten und Betroffenen erneut gründlich und im Detail zu prüfen?
Die Antworten von Hr. Gothe und Hr. Schriner in Auszügen im Wortlaut:
„Tatsächlich ist es einem sehr glücklichen Umstand, nämlich einem Eigentümerwechsel zu verdanken, dass es neue Überlegungen gibt, wie dieses Projekt gestaltet werden kann. Es soll keine Tiefgarage mehr geben und die Ecke zu der Eiche soll ausgespart werden. Das Bauvolumen, was es oberirdisch dann nicht mehr gibt, wird durch ein aufgesetztes Staffelgeschoss kompensiert. Das haben wir begrüßt und ich bin mit der Architektin in Kontakt. Wir sehen, dass das eine Möglichkeit wäre, tatsächlich diese Eiche erhalten zu können.“
(Ephraim Gothe)
„Es gibt jetzt den Vorschlag einer alternativen Planung. Wir prüfen gerade, inwieweit die dann noch in den Wurzelbereich eingreifen würde. (…) Ziel ist aber auf jeden Fall, wenn wir eine alternative Planung machen, die so zu machen, dass der Baum erhalten bleibt. Da sind wir dran. So wie ich Hr. Gothe berichten gehört habe aus dem Kontakt mit dem Eigentümer, sind die auch ganz gesprächsbereit.“
(Christopher Schriner)
