
Liebe Unterstützer*innen,
Seit dem Start dieser Petition habe ich mehrere Umweltorganisationen direkt kontaktiert, um Unterstützung für den jungen Buckelwal in der Ostsee zu erhalten. Die Rückmeldungen bisher zeigen deutlich, wie unterschiedlich Engagement interpretiert wird – und werfen Fragen auf, wie Verantwortung im Naturschutz heute verstanden wird.
Rückmeldung von WDC (Whale and Dolphin Conservation)
Die Organisation WDC hat zeitnah, empathisch und konstruktiv geantwortet. Sie bestätigen die Risiken für das Tier – insbesondere Nahrungsmangel, Orientierungslosigkeit und die zunehmende Gefahr durch Schiffsverkehr – und betonen die Bedeutung eines koordinierten Vorgehens.
WDC hat bereits selbst Kontakt zu den zuständigen Behörden aufgenommen und zeigte sich offen für die Petition. Ich wurde ausdrücklich gebeten, den Link zur Petition zu senden, sobald diese veröffentlicht ist.
„Wir rufen zur Rücksichtnahme auf und stehen im Austausch mit Fachstellen. Ihre Petition kann ein starkes Signal setzen – senden Sie uns gerne den Link, sobald sie online ist.“
Diese Form der Rückmeldung zeigt, wie wichtig und wirksam auch zivilgesellschaftliches Engagement wahrgenommen werden kann, wenn eine Organisation offen für Kooperation ist.
Rückmeldung von Sea Shepherd Deutschland
Die Antwort von Sea Shepherd fiel deutlich zurückhaltender aus. Die Organisation teilte mit, man habe in diesem Fall keinerlei Handlungsmöglichkeiten und verwies auf die Zuständigkeit öffentlicher Stellen. Als Information wurde ein Link zu einem YouTube-Video weitergeleitet, in dem allgemeine Fakten über Buckelwale erläutert werden.
In meiner Antwort schrieb ich unter anderem:
„Ich hätte mir gewünscht, dass Sea Shepherd – als international tätige Organisation, die sich gerade für den Schutz von Meeressäugern stark macht – zumindest öffentlich Bewusstsein für den Fall schafft, auch wenn keine aktive Intervention möglich ist.“
Mir ist bewusst, dass nicht jede Organisation in jeder Situation direkt eingreifen kann. Dennoch halte ich es für wichtig, dass öffentliche Sichtbarkeit, solidarisches Handeln und der Wille zur Unterstützung auch dann gezeigt werden, wenn keine operative Maßnahme möglich ist. Das Schweigen oder Ausweichen in solchen Fällen wirft Fragen auf – und hinterlässt Lücken, wo eigentlich Öffentlichkeit entstehen müsste.
Fazit
Die Reaktionen zeigen, dass es im Umweltschutz nicht nur um Fachwissen und Zuständigkeiten geht, sondern auch um Haltung. Es reicht nicht, nur zu reagieren, wenn es ins Konzept passt oder internationale Aufmerksamkeit garantiert ist. Auch ein einzelnes, in Not geratenes Lebewesen verdient Aufmerksamkeit, Schutz und eine klare Positionierung.
Diese Petition soll genau das einfordern – und bleibt offen für alle, die Verantwortung ernst nehmen.
Bitte gebt dem Wal eine Stimme, stellvertretend für einen besseren Schutz von Meeressäugern in der Ostsee.
Herzlichst
Bettina