Petition updateRettet den GSM-Mobilfunk!

O2 dreht jetzt auch den Hahn ab!

Diego_ _979Germany
Aug 1, 2026

Sehr geehrte Unterstützer, sehr geehrte Unterstützerinnen,

Schweren Herzens musste ich heute im Rahmen einer Recherche Folgendes feststellen;

Der letzte große Mobilfunkanbieter im Bundesgebiet, der für 2G bislang kein verbindliches Abschaltdatum veröffentlicht hatte, hat vor kurzem die Abschaltung von 2G  in der zweiten Jahreshälfte 2028 angekündigt: Telefónica Deutschland, hier vor allem unter der Marke O2 bekannt. (Quelle: https://www.telefonica.de/netze/2g-abschaltung.html).

Damit wird es nach der Abschaltung auch in den Netzen von O2 für jene Geräte und Anwendungen, die ausschließlich 2G nutzen können, im praktischen Betrieb zu einem echten Problem: Sie verlieren die Netzanbindung, sobald 2G in ihrem Versorgungsgebiet abgeschaltet ist. Jene Mobilfunknutzer, die ihr altes Handy weiterhin ausschließlich per 2G nutzen wollen, bzw. nur über 2G eine Netzanbindung erhalten können, haben damit in einem überschaubaren Zeitraum eine massive Einschränkung: Sie können dann weder telefonieren, noch erreicht werden, sobald ihr Funkbereich kein 2G mehr anbietet.

Zudem ist es mir nur schwer erklärlich, wie Netzanbieter Technik so darstellen können, als handele es sich lediglich um einen „Altstandard“, während der Alltag für bestimmte Nutzergruppen und Bestandsgeräte dadurch tatsächlich auseinandergerissen wird; Hier einige Beispielzitate und eine anschließende Korrektur (sollte ein Fehler enthalten sein, bitte ich um Entschuldigung):

  • „Früher Grundfunktion, heute volle Power.“ - Hier ist nicht bloß starkes Framing erkennbar, sondern es wird eine Entwicklung so erzählt, als sei 2G inzwischen völlig unbedeutend. Technisch ist 2G weiterhin eine funktionierende Kommunikationsbasis – gerade dort, wo Reichweite und grundlegende Erreichbarkeit für bestimmte Konstellationen entscheidend waren und noch sind (z. B. in Randlagen/abgelegenen Gebieten, je nach Netzabdeckung und Gerät oder auch gelegentlich bei Roaming).
  • Auch wird „begrenzter Empfang innerhalb von Gebäuden“ erwähnt - Die Wahrheit ist: Empfang und Verfügbarkeit hängen von Standort, Gebäude, Gerät und Netzkonfiguration zusammen ab. Pauschale Aussagen dazu („funktioniert gar nicht“, „schlechter“, „instabiler“) werden dem Thema nicht gerecht. Zudem wird oft übersehen, dass 2G in Teilen des Frequenzspektrums für größere Reichweiten ausgelegt ist (niedrigere Frequenzbänder), was in der Praxis je nach Umgebung sogar eine höhere Erreichbarkeit bedeuten kann.
  • „Früher SMS, heute alles.“ - Nicht jeder braucht jede der unter 4G und 5G genannten Funktionen, bzw. möchte diese überhaupt nutzen oder hat sie je genutzt. Immer noch gibt es Personen, die das Handy nur zum Telefonieren und zum Schreiben nutzen – und für genau diese Nutzungsrealität kann die Stabilität und Erreichbarkeit des Mobilfunkanschlusses entscheidender sein, als dessen Datendurchsatz.
  • Zudem wird in der öffentlichen Darstellung häufig mit theoretischen Datenraten argumentiert (bspw. bei 4G und 5G). Das lenkt vom Kern ab: Für viele Nutzerinnen und Nutzer entscheidet nicht die Spitzengeschwindigkeit, sondern ob ihre Geräte nach der Abschaltung zuverlässig funktionieren und erreichbar sind. Auch ist die Frage der tatsächlich nutzbaren Bandbreite stark davon abhängig, wie das Netz im jeweiligen Moment ausgelastet ist, welche Funkbedingungen am Standort herrschen und welchen Dienst (z. B. welche Videoauflösung bzw. welches Streaming-Setup) man tatsächlich nutzt; die in Marketingangaben genannten Werte lassen sich im Alltag daher kaum 1:1 auf Dauer ausreizen.

Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Technikfeind. Und genauso wenig bin ich „hinter dem Mond geblieben“ oder in einer anderen Art und Weise ein „Geisterfahrer auf dem Zeitstrahl“. Aber eine große Menge an Personen indirekt zum Kauf eines (sehr teuren) Gerätes zu zwingen oder an langfristige Mobilfunkverträge zu binden, wenn sie sich das Gerät nicht leisten können und ihnen dafür ihren „treuen Begleiter“ unbrauchbar zu machen, den sie seit mehreren Jahren, bzw. Jahrzehnten in der Hosentasche haben, bleibt für mich immer ein Tod der Technologieneutralität und ein Akt der erzwungenen „Anpassung“ an einem Punkt, an dem Nutzer keine echte Wahl mehr haben.

Ehe hieraus ein Roman wird, rufe ich jeden Lesenden zu selbstständiger Recherche, zu selbstständiger Meinungsbildung und zum Handeln auf - Egal in welche Richtung.

Mit freundlichem Gruß.

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