Rettet den GSM-Mobilfunk!

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Das Problem

Am 22. Oktober 2024 wurde bekannt, dass die Deutsche Telekom ihr 2G-Mobilfunknetz (GSM) ab 2028 abschalten will. Auch Vodafone plant eine Abschaltung bis spätestens 2030; Telefónica hat sich für eine Abschaltung in der zweiten Jahreshälfte 2028 ausgesprochen. Ziel aller „Abschaltenden“ ist eine Migration auf 4G und 5G. Wir sehen darin jedoch einen gefährlichen Irrweg, der mehr Menschen und Systeme betrifft, als oft angenommen wird.

Warum mindestens ein großes 2G-Netz erhalten bleiben muss

1) 2G ist Teil von sicherheitsrelevanter Infrastruktur.

2G wird nicht nur für „alte Handys“ genutzt, sondern ist in vielen Bereichen ein Kommunikationsweg für Systeme, die im Notfall funktionieren müssen. Dazu zählen beispielsweise Fahrstuhl-Notrufsysteme, Feuermelder, Notrufknöpfe (insbesondere für ältere Menschen), PKW-Notrufsysteme sowie weitere sicherheitskritische Anwendungen im öffentlichen Raum und in technischen Anlagen (z. B. als Bestandteil von Alarm- und Steuerungstechnik). 

Von mindestens genauso großer Bedeutung ist die Tatsache, dass 2G im Bereich der Landwirtschaft eine unabdingbare Hilfe darstellt; Jeglicher Einsatz von Technik wird - nicht ohne Grund - über diesen Funkstandard koordiniert. Wichtig ist dabei vor allem eine stabile Verbindung, nicht der Datendurchsatz. Im Falle einer Umstellung auf 4G oder 5G stieße man auf Probleme, wie: 

  • Deutlich gesunkene Reichweite
  • Gesteigerte Störanfälligkeit
  • Unnötige und immense Kostensteigerungen, sowie hohe Investitionskosten durch Nachrüstung, bzw. Umrüstung
  • Unklare Netzverfügbarkeit aufgrund der schnell schwankenden Auslastung
  • Und vieles Weitere

Wenn 2G abgeschaltet wird, geht es nicht nur um eine theoretische Funktechnik, sondern um den Rückbau und die Ersetzung funktionierender Systeme. Eine vollständige Umstellung kann in der Praxis deutlich länger dauern als geplant – und hinterlässt schlimmstenfalls Lücken, abgesehen davon, dass diese nicht in jedem Fall hilfreich ist.

2) 2G ist robust, weitreichend und für zahlreiche Szenarien weiterhin sinnvoll.

Unter den Mobilfunkstandards bietet 2G mehrere Vorteile; Der Netzstandard ist nicht bloß technisch simpler und damit weniger störanfällig, sondern nutzt verhältnismäßig niedrige Frequenzen (380 bis 1910 MHz) und hat damit unter den heute verwendeten Mobilfunkgenerationen die höchste Reichweite. Genau diese Eigenschaft macht bei Notfällen den lebensrettenden Unterschied.

Für ländliche Gebiete, Randlagen oder Situationen mit schwierigen Empfangsbedingungen ist 2G deshalb nicht überholt, sondern weiterhin praktisch. Eine Abschaltung bedeutet: Technik, die in vielen Fällen seit Jahr(zehnt)en ihren Dienst tut, wird ohne gleichwertige Alternative für alle bisherigen Nutzungen ersetzt.

3) Technikfortschritt darf nicht auf Kosten von Barrierefreiheit und Teilhabe gehen.

Viele Menschen aus jeder Altersgruppe nutzen einfache Mobiltelefone oder sehr alte Smartphones, die nur 2G beherrschen. Für sie ist 2G keine Nebensache, sondern die Voraussetzung, dass sie überhaupt erreichbar sind, im Alltag kommunizieren- oder im Notfall einen Notruf absetzen können.

Wird 2G abgeschaltet, trifft es diese Menschen häufig doppelt: Erstens verlieren sie den Zugang zur Mobilfunkkommunikation. Zweitens reicht „einfach ein neues Smartphone kaufen“ nicht immer aus: Nicht jeder freundet sich mit der Nutzung neuer Geräte, langfristigen Datenverträgen oder komplexen Menüstrukturen an. - Der schleppende Übergang von iOS 18 zu iOS 26 bei den iPhones ist ein Beweis für diese Tatsache.

Damit betrifft die 2G-Abschaltung unmittelbar Barrierefreiheit – also Zugang zu Kommunikation, Sicherheit und Selbstständigkeit.

4) Technologieneutralität statt Zwangsabschaltung!

Das Grundprinzip sollte sein: Menschen und Unternehmen entscheiden, welche Technologie ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Wenn Mobilfunkanbieter ältere Standards „zwangsweise“ abschalten, ist eine freie Wahl faktisch unmöglich.

Technologieneutralität bedeutet nicht, Stillstand zu fordern. Sie bedeutet vielmehr, dass Fortschritt nicht auf Kosten der Verfügbarkeit sicherer, bewährter Kommunikationswege umgesetzt werden darf – besonders nicht, wenn es weiterhin relevante Anwendungen und Nutzergruppen gibt, die von einer Abschaltung betroffen sind.

5) Der ökologische und wirtschaftliche Preis darf nicht ignoriert werden

Die Abschaltung führt typischerweise zu Rückbau und Ersetzung: Geräte werden unbrauchbar, Systeme müssen angepasst werden, und technische Umstellungen sind nicht kostenlos. Das erzeugt Kosten und vermeidbare Umweltzerstörung durch Produktions- und Ersatzzyklen.

Nachhaltigkeit heißt nicht nur, welche Funkgeneration „modern“ ist, sondern auch, wie verantwortungsvoll mit vorhandener, funktionierender Technik umgegangen wird. Der beste ökologische Schritt wäre daher: nicht „einfach abreißen“, sondern sicherstellen, dass eine umwelt- und sozial verträgliche Übergangsphase realistisch umgesetzt wird.

Unsere Forderung
Wir fordern:

  • Die dauerhafte Sicherstellung der 2G-Versorgung für sicherheitskritische Anwendungen, sowie für Erreichbarkeit im Mobilfunk.

ODER

  •  Eine verlässliche Übergangslösung, damit funktionierende Geräte nicht funktionslos werden. Denkbar wären beispielsweise praktikable Schnittstellenlösungen („Tragbare Signalübersetzer“ oder lokale Femtozellen), die die Kommunikation alter Geräte in moderne Netze überführen, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer zu neuen Geräten greifen müssen.

Schlusswort

Es geht nicht um Nostalgie. Es geht um Sicherheit, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit, Umweltschutz und Technologieneutralität. Eine Gesellschaft, in der Sicherheitsfunktionen, Erreichbarkeit und Lebensqualität für bestimmte Gruppen plötzlich wegfallen, ist keine moderne Gesellschaft, sondern ein unnötiges Risiko.

Wenn Ihnen diese Punkte wichtig sind: Unterzeichnen Sie die Petition und leiten Sie diese ggf. an Bekannte weiter.

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Diego_ _979Petitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Deutsche Telekom
Deutsche Telekom
O2 Telefonica
O2 Telefonica

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Petition am 25. Oktober 2024 erstellt