
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
dies ist das letzte Update zu unserer Petition „Rettet das St.-Johannes-Hospital Varel“.
Fast 19 000 Menschen haben die Petition unterstützt und unterschrieben – über 17 000 online, der Rest auf Papier.
Das ist ein starkes Zeichen: ein Beweis dafür, dass die Menschen im Südkreis Friesland ihre medizinische Versorgung nicht kampflos aufgeben.
Seit unserem letzten Update am 26. Juni hat sich vieles entschieden – und leider auch bewahrheitet, wovor wir gemeinsam gewarnt haben.
Der Kreistagsbeschluss und seine Folgen
Am 2. Juli 2025 hat der Kreistag Friesland in Horumersiel den Weg für ein Zentralklinikum Wilhelmshaven/Friesland beschlossen.
Zugleich wurde festgelegt, die in Varel verbliebenen Strukturen als Übergangslösung zu sichern, bis eine tragfähige Lösung umgesetzt ist.
Konkret bedeutet das: In Varel sollen Gynäkologie, Geburtshilfe und das ambulante Operationszentrum (AOZ) mindestens bis zur Inbetriebnahme des Zentralklinikums erhalten bleiben.
Am 28. Oktober 2025 hat der Rat der Stadt Varel zusätzlich die Gründung einer Projektgesellschaft „Gesundheitszentrum Varel“ beschlossen, um das reduzierte Angebot organisatorisch zu bündeln.
Das ist kein Ersatz für ein Krankenhaus, aber es zeigt: Öffentlicher Druck wirkt.
Was wir erreicht haben
Die Leistungsgruppen Gynäkologie und Geburtshilfe wurden trotz Widerstands rechtzeitig angemeldet.
Die Bedeutung der Versorgung im Südkreis wurde durch den Gesundheitsminister ausdrücklich bestätigt.
Durch die Petition und die öffentliche Debatte wurden Fehler, Widersprüche und politische Verantwortlichkeiten offengelegt.
Der Landkreis und die Klinikleitung mussten sich öffentlich zur Zukunft des Standorts äußern.
Bürgerinnen, Ärzte, Hebammen, Pflegekräfte und Kommunalpolitiker haben eine Stimme gefunden, die nicht mehr übergangen werden kann.
Wir haben dazu beigetragen, dass sich Parteien und Fraktionen, die anfangs den Kurs des Landrats mitgetragen haben, neu positioniert haben.
Unter öffentlichem Druck und durch die Argumente vieler Unterstützerinnen und Unterstützer haben sich mehrere politische Akteure erstmals klar für den Erhalt des Standorts Varel ausgesprochen.
Wir haben massive Fehler in den sogenannten Gutachten offengelegt: falsche Karten, vertauschte Klinikstandorte, falsche Fahrzeiten und fehlerhafte Entfernungen.
Die Fehler waren so gravierend, dass bei der Veranstaltung in der Weberei in Varel anderes Kartenmaterial gezeigt wurde als zuvor in Wilhelmshaven.
Das zeigt: Diese Darstellungen waren nicht zufällig fehlerhaft, sondern von Anfang an nicht haltbar.
Auch durch den öffentlichen Druck dieser Petition wird inzwischen darüber gesprochen, eine ambulante Notfallambulanz als Teil des neuen Gesundheitszentrums einzurichten.
Gerade für Touristen, Familien und ältere Menschen wäre das ein unverzichtbarer Beitrag zur realen Versorgungssicherheit im Südkreis.
Dass dieses Thema wieder auf dem Tisch liegt, ist ein direktes Ergebnis der öffentlichen Diskussion, die wir gemeinsam angestoßen haben.
Ohne diese Petition, ohne eure Beteiligung und ohne die unzähligen Gespräche, Beiträge und geteilten Informationen wäre all das nie sichtbar geworden.
Was bleibt
Die Wahrheit über das, was geschehen ist, liegt nun offen.
Auch erfahrene Stimmen wie Karl-Heinz Funke benennen öffentlich, dass das Krankenhaus systematisch geschwächt wurde und Verantwortung klar zu benennen ist.
Die Projektgesellschaft wird als Neubeginn verkauft, ist aber in Wahrheit der Versuch, den angerichteten Schaden zu verwalten.
Trotzdem: Wir haben gezeigt, dass Transparenz, Zusammenhalt und öffentlicher Druck etwas bewirken können.
Wir haben dokumentiert, wer wann was entschieden hat – und verhindert, dass diese Geschichte im Stillen verschwindet.
Wer so mit Verantwortung und Vertrauen umgeht, hat sein Amt nicht verdient.
Dank
Mein tiefster Dank gilt allen, die mitgemacht haben: den fast 19 000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern, den vielen, die draußen Unterschriften gesammelt haben, den Menschen, die recherchiert, kommentiert, geteilt, geschrieben und Mut gemacht haben.
Ihr wart der Motor dieser Bewegung. Ihr habt gezeigt, dass Demokratie nur funktioniert, wenn Bürgerinnen und Bürger sich einmischen.
Ein besonderer Dank gilt allen, die in der Öffentlichkeit Gesicht gezeigt haben – auf Veranstaltungen, in Gesprächen, in den Medien und auf den Straßen.
Mit eurer Arbeit habt ihr ein Thema auf die Titelseiten gebracht, das sonst hinter verschlossenen Türen geblieben wäre.
Ausblick
Wir werden auch künftig darauf achten, dass die Zusagen zum Gesundheitszentrum Varel eingehalten werden und die medizinische Versorgung im Südkreis gesichert bleibt.
Die Verantwortung derjenigen, die das Krankenhaus politisch geopfert haben, endet nicht mit dieser Petition.
Persönliches Wort
Für mich persönlich schließt sich mit diesem Update ein Kapitel.
Seit vielen Monaten haben wir gemeinsam gekämpft, aufgeklärt und erreicht, dass nichts mehr heimlich entschieden werden kann.
Ich danke euch allen für euer Vertrauen, eure Ausdauer und euren Mut.
Ihr habt Geschichte geschrieben.
Das St.-Johannes-Hospital war über Generationen hinweg die erste und lange Zeit einzige Klinik zwischen Oldenburg und der Nordsee – Teil der Geschichte einer ganzen Region.
Jens Harms
Initiator der Petition
Rettet das St.-Johannes-Hospital Varel