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NEIN zu Tierversuchen! Einsatz für ein Gesetz zum Verbot für wissenschaftliche Versuche, Forschungen an Tieren (Max- Planck- Institut Tübingen)

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Es soll gesetzlich verboten werden an Tieren, speziell im Max- Planck- Institut an Affen, zu forschen! Daher muss dringend ein Gesetz zum Schutz dieser Lebewesen geschaffen werden. Dafür steht diese Petition.

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Quelle: SternTV 10.09.2014

Das Max-Planck-Institut (MPI) ist bekannt für seriöse Forschung im Auftrag der Wissenschaft. Doch was hinter manchen Türen der Labore vor sich geht, hat nun ein Tierpfleger mit versteckter Kamera festgehalten: Affen, die sich erbrachen oder apathisch waren, ein Affe, der sich an dem Kopfimplantat riss, das den Affen zu Versuchszwecken eingepflanzt wird; ein Affe, der halbseitig gelähmt war. Die Tiere wurden mehrere Stunden vor Bildschirmen fixiert, um Aufgaben zu lösen. Manchmal bekamen sie in ihren Käfigen tagelang kein Wasser. In rund 100 Stunden Filmmaterial und seitenweise Notizen dokumentierte der Tierpfleger, was sich vor seinen Augen abspielte.

Im August letzten Jahres hatte sich Pawel* als Pfleger am Max-Planck-Institut in Tübingen beworben. Nach einem Vorstellungsgespräch wurde er im Institut in der Abteilung für biologische Kybernetik eingestellt. Der Tierschützer wollte sehen, wie die Tierversuche dort ablaufen. Nach sechs Monaten kündigte er. "Als ich das letzte Mal die Tür hinter mir geschlossen habe, war das eine große Erleichterung", erzählt Pawel. Für seine Arbeit erhielt der 29-Jährige ein sehr gutes Zeugnis; er hatte sich stets gewissenhaft um die Tiere gekümmert und getan, was von ihm verlangt wurde.

Das Max-Planck-Institutfür biologische Kybernetik in Tübingen ist Teil der renommierten Max-Planck-Gesellschaft, einer Forschungsorganisation, die insgesamt 82 Forschungsinstitute mit verschiedenen Schwerpunkten betreibt. Das Institut für biologische Kybernetik in Tübingen beschäftigt sich mit Forschungsfragen rund um das Lernen, der Wahrnehmung und kognitiver Prozesse. Um die komplizierten Vorgänge wie das Denken und Erinnern zu erforschen, werden im Rahmen der Grundlagenforschung Verhaltensexperimente mit Tieren, insbesondere Affen, aber auch mit Menschen durchgeführt.www.mpg.de

Währenddessen hatte er aber ein halbes Jahr lang erlebt, wie am Max-Planck-Institut Grundlagenforschung betrieben wird: In verschiedenen Tests mit Rhesus-Affen und Javanern (Langschwanz-Malakken) untersuchen die Wissenschaftler, wie die Wahrnehmung und das Gedächtnis in den Gehirnen der Primaten funktionieren. Das MPI selbst zeigt auf seiner Homepage zufriedene und unverletzte Tiere. Es ist die Rede von einer mäßigen Belastung und strengen Kontrollen bei den Tierversuchen: "Das Wohlergehen und eine adäquate Pflege und Behandlung der Versuchstiere sind für uns dabei absolut wichtig. Wir sind ganz entschieden der Ansicht, dass Versuchstiere nicht leiden sollen, und sind der Meinung, dass eine artgerechte Haltung und Behandlung der Tiere nicht nur aus ethischen Gründen unerlässlich, sondern auch für die wissenschaftlichen Experimente durchaus notwendig sind", heißt es dort.

Grundlagenforschung und TierversucheWarum und wie Tiere für die Forschung eingesetzt werden

Eine irreführende Darstellung, sagt Friedrich Mülln von der "Soko Tierschutz", der die Undercover-Recherche zusammen mit der britischen Union zur Abschaffung von Tierversuchen (BUAV) organisiert hat: "Die Wahrheit ist, dass Tierversuche eben nicht harmlos und gering beeinträchtigend sind und die Tiere gut kooperieren", so der Tierschützer. "Die Wahrheit ist, dass die Tiere gebrochen werden, dass die Tiere gequält werden und dass die Tiere einen grausamen Tod in diesen Einrichtungen sterben."

Grundlagenforschung und TierversucheMit der Grundlagenforschung soll durch Forschung, Versuche und wissenschaftliche Experimente grundsätzliches Wissen über einen bestimmten Bereich zusammengetragen werden. Dabei wird zunächst kein bestimmter Zweck verfolgt. Es geht darum, grundsätzliche Prinzipien und Zusammenhänge in der Natur zu verstehen. Beispielsweise, wie das Gehirn oder die Wahrnehmung funktionieren, wie die Sinne miteinander verknüpft sind oder Reize verarbeitet werden. Die Erkenntnisse sollen später möglichst Ausgangspunkt konkreterer Forschung werden.

Tierschützer kritisieren, dass in der Grundlagenforschung Tierversuche gemacht werden, ohne dass man vorher weiß, ob die gewonnenen Erkenntnisse später einem Zweck dienen, beispielsweise der Entwicklung eines neuen Medikaments.

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Notwendigkeit der Grundlagenforschung in der Diskussion

Die Zahl der Versuchstiere in Deutschland ist seit 2003 von rund 2,1 Millionen auf über 3 Millionen Wirbeltiere angestiegen – überwiegend Mäuse und Ratten, aber auch Affen, Hunde und Katzen. Auch für die sogenannte Grundlagenforschung werden immer mehr Tiere eingesetzt. Das MPI begründet die Forschung so: "In der Grundlagenforschung geht es um grundlegende Funktionsprinzipien, auf die die angewandte klinische Forschung überhaupt erst aufbauen kann. (…) Dabei gilt auch, dass jeder Erkenntnisgewinn ein kleines Puzzleteil ist, das zum Wohle der Menschheit dienen kann". Das sieht Tierschützer Friedrich Mülln anders: "Diese Forschung geht absolut in die falsche Richtung. Tiere und Menschen sind eben nicht vergleichbar. Hier wird nur die Neugier gewisser Forscher befriedigt. Und das auf Kosten von unglaublich hohem Tierleid."

Dass es Versuche in der Grundlagenforschung gäbe, die nie zu einem verwertbaren Resultat führen, hält auch Baden-Württembergs Tierschutzbeauftragte, Dr. Cornelie Jäger, für denkbar. Doch es gäbe auch Experimente, die – ohne dass man es ahnte – im Nachhinein einen großen Nutzen gehabt hätten. Friedrich Mülln kritisiert hingegen: "Man kann Jahre und Jahrzehnte lang forschen und muss nicht sagen, was dabei rauskommt, muss keine Ergebnisse zeigen. Man muss immer nur sagen: das ist Grundlagenforschung."

Das deutsche Tierschutzgesetzt lässt solche Versuche unter bestimmten Voraussetzungen zu. Die Bilder belegen keine ungesetzlichen Handlungen, für die das Institut belangt werden könnte. Diskutabel ist jedoch, inwiefern derartige Tierversuche, bei denen es immer wieder zu Verletzungen und Qualen der Tiere kommt, politisch und gesetzlich weiter eingeschränkt werden müssen.

Bei stern TV diskutierte Steffen Hallaschka darüber mit dem Tierschützer Friedrich Mülln, mit Ivar Aune von der Gesellschaft für Versuchstierkunde und mit der Sprecherin für Tierschutzpolitik Nicole Maisch von den GRÜNEN.



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