Raum der Stille auf der Morgenstelle in der Universität Tübingen

Raum der Stille auf der Morgenstelle in der Universität Tübingen

Das Problem

Der Raum der Stille in der Universitätsbibliothek wird tagtäglich von hunderten von Studierenden als Rückzugsort zum Meditieren, Beten oder um einfach mal eine ruhige Minute vom stressigen Unialltag zu haben, genutzt. Schon seit geraumer Zeit verspüren wir als Studierende der Naturwissenschaften und Medizin, den Mangel eines ähnlichen Rückzugsortes auf dem Campus Morgenstelle. Wir setzten uns nun für die Realisation eines solchen Projektes ein.

Weshalb gerade wir uns dafür einsetzen?
Für viele Muslime ist die Verrichtung der täglichen Gebete zur vorgesehenen Zeit eine verbindlicher Aspekt. Doch leider fällt uns dies gerade in der Winterzeit schwer, da sich die Gebetszeiten nach dem Sonnenstand richten. Vor Allem das Mittags-, Nachmittags- und Abendgebet fällt oft in die Zeit der universitären Veranstaltungen. 
Uns ist es dabei auch wichtig, dass dies keinen Einfluss auf unsere Termineinhaltung hat, dass stets der öffentliche Frieden gewahrt wird und das Miteinander harmonisch bleibt. Dies ist aber aktuell kaum möglich:
Für den Fall, dass wir für das Verrichten unserer Gebete zum stillen Raum im Tal fahren sollten, würden wir zu spät zu Vorlesungen, Übungen, Tutorien und Laborpraktika erscheinen, da unsere Pausen nicht so lange angesetzt sind. Kommiliton:innen haben aufgrund dessen ihre Gebete in der Bereichsbibliothek verrichtet, was aber durch die Bibliotheksleitung verboten wurde (siehe unten)
Das Gebet ist ein wichtiger Teil unseres Alltags und der spirituelle Ausgleich ein wichtiges Bedürfnis, auch für unseren universitären Erfolg
Ein Raum der Stille wäre daher für uns ein Segen, der uns den Alltag an der Universität erleichtert und uns zusätzlichen Stress erspart.

Die Busse brauchen zu lange, auch zur Masjid al-Wanne im Philosphenweg und man würde auch hier die Vorlesungen verpassen. Eine entspannte Mittagspause mit Freunden und Kommiliton:innen ist schwer. Man wäre, wenn man es pünktlich hinbekäme, ständig unterwegs. 

Doch wir muslimische Studierende sind nicht die Einzigen, die es mit Stress zu tun haben. Es ist für alle Studierende von größter Bedeutung das seelische Gleichgewicht zu halten. Dies gehört zu den Bedürfnissen des Menschen – genauso wie der tägliche Bedarf an Nährstoffen.

Gleich dem Raum der Stille im Tal, soll auch der Raum auf der Morgenstelle für alle Studierende zugänglich sein – sowohl für Studierende jeglicher Konfessionen als auch für konfessionslose Studierende oder aber auch für mental oder physisch behinderte Studierende. 

Wir betonen nochmal: Jeder soll sich willkommen und geborgen fühlen.
Wir möchten nicht nur die Stimmen der Muslime unserer Universität hören und bekommen, sondern auch den Bedarf der anderen Konfessionen widerspiegeln können. 
Wir möchten nicht in Diskussion mit der Universität geraten, sondern in einen Dialog. 

Als Anlass dient dieses Anhängsel, welches nach wenigen Tagen wieder entfernt wurde. Es war ein Zettel der Bibliotheksleitung ohne Absprache mit der Unileitung, dass die Betenden unterbrochen und des Platzes verwiesen werden.

 

 

 

Aufforderung der Bibliotheksleitung

 

 

Bewusst sind wir auch darüber, dass das Zentrum für Islamische Theologie dem Baudezernat schonmal die Anfrage gestellt hatte, einen Gebetsraum zu bekommen. Dieses Ziel wurde trotz Neubau nicht verwirklicht. Wir bedauern das sehr.

Wir würden selbstverständlich mit allen möglichen Mitteln bei der Planung eines solchen Raumes helfen. Wir sind uns bewusst, dass die Universität, der wir schon sehr dankbar sind, dass es überhaupt einen Raum der Stille im Tal gibt, einen Räumemangel hat. Wir schlagen deshalb bspw. vor, einen selten benutzten, kleinen Raum umzugestalten. 

Der Raum soll für jeden zugänglich sein. Einige wenige Quadratmeter sind ausreichend. Es sollte die gleiche Raumordnung gelten, wie im Tal.

Wir agieren somit nicht nur für die Muslim:innen. Wir agieren für jeden, für unsere christlichen und jüdischen Kommiliton:innen, für Besuchende, für Konfessionslose oder Angehörigen anderer Religionen. Wir agieren für die Leute, die den Raum zum lediglichen Meditiern nutzen, um eine Auszeit zu haben.

Wir sind für jegliche Unterstützung und jeglisches Mitwirken dankbar. Auch sind wir schon für die Unterstützung des Zentrum für islamische Theologie (ZiTh) und dem Weltelthos-Institut für ihre Unterstützung dankbar.

Bitte unterstützen Sie diese Petition und helfen Sie uns dabei, die Bedingungen für alle Studierenden an unserer Universität zu verbessern. Lasst uns die Elite-Universität noch besser machen. Unterschreiben Sie jetzt.

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Das Problem

Der Raum der Stille in der Universitätsbibliothek wird tagtäglich von hunderten von Studierenden als Rückzugsort zum Meditieren, Beten oder um einfach mal eine ruhige Minute vom stressigen Unialltag zu haben, genutzt. Schon seit geraumer Zeit verspüren wir als Studierende der Naturwissenschaften und Medizin, den Mangel eines ähnlichen Rückzugsortes auf dem Campus Morgenstelle. Wir setzten uns nun für die Realisation eines solchen Projektes ein.

Weshalb gerade wir uns dafür einsetzen?
Für viele Muslime ist die Verrichtung der täglichen Gebete zur vorgesehenen Zeit eine verbindlicher Aspekt. Doch leider fällt uns dies gerade in der Winterzeit schwer, da sich die Gebetszeiten nach dem Sonnenstand richten. Vor Allem das Mittags-, Nachmittags- und Abendgebet fällt oft in die Zeit der universitären Veranstaltungen. 
Uns ist es dabei auch wichtig, dass dies keinen Einfluss auf unsere Termineinhaltung hat, dass stets der öffentliche Frieden gewahrt wird und das Miteinander harmonisch bleibt. Dies ist aber aktuell kaum möglich:
Für den Fall, dass wir für das Verrichten unserer Gebete zum stillen Raum im Tal fahren sollten, würden wir zu spät zu Vorlesungen, Übungen, Tutorien und Laborpraktika erscheinen, da unsere Pausen nicht so lange angesetzt sind. Kommiliton:innen haben aufgrund dessen ihre Gebete in der Bereichsbibliothek verrichtet, was aber durch die Bibliotheksleitung verboten wurde (siehe unten)
Das Gebet ist ein wichtiger Teil unseres Alltags und der spirituelle Ausgleich ein wichtiges Bedürfnis, auch für unseren universitären Erfolg
Ein Raum der Stille wäre daher für uns ein Segen, der uns den Alltag an der Universität erleichtert und uns zusätzlichen Stress erspart.

Die Busse brauchen zu lange, auch zur Masjid al-Wanne im Philosphenweg und man würde auch hier die Vorlesungen verpassen. Eine entspannte Mittagspause mit Freunden und Kommiliton:innen ist schwer. Man wäre, wenn man es pünktlich hinbekäme, ständig unterwegs. 

Doch wir muslimische Studierende sind nicht die Einzigen, die es mit Stress zu tun haben. Es ist für alle Studierende von größter Bedeutung das seelische Gleichgewicht zu halten. Dies gehört zu den Bedürfnissen des Menschen – genauso wie der tägliche Bedarf an Nährstoffen.

Gleich dem Raum der Stille im Tal, soll auch der Raum auf der Morgenstelle für alle Studierende zugänglich sein – sowohl für Studierende jeglicher Konfessionen als auch für konfessionslose Studierende oder aber auch für mental oder physisch behinderte Studierende. 

Wir betonen nochmal: Jeder soll sich willkommen und geborgen fühlen.
Wir möchten nicht nur die Stimmen der Muslime unserer Universität hören und bekommen, sondern auch den Bedarf der anderen Konfessionen widerspiegeln können. 
Wir möchten nicht in Diskussion mit der Universität geraten, sondern in einen Dialog. 

Als Anlass dient dieses Anhängsel, welches nach wenigen Tagen wieder entfernt wurde. Es war ein Zettel der Bibliotheksleitung ohne Absprache mit der Unileitung, dass die Betenden unterbrochen und des Platzes verwiesen werden.

 

 

 

Aufforderung der Bibliotheksleitung

 

 

Bewusst sind wir auch darüber, dass das Zentrum für Islamische Theologie dem Baudezernat schonmal die Anfrage gestellt hatte, einen Gebetsraum zu bekommen. Dieses Ziel wurde trotz Neubau nicht verwirklicht. Wir bedauern das sehr.

Wir würden selbstverständlich mit allen möglichen Mitteln bei der Planung eines solchen Raumes helfen. Wir sind uns bewusst, dass die Universität, der wir schon sehr dankbar sind, dass es überhaupt einen Raum der Stille im Tal gibt, einen Räumemangel hat. Wir schlagen deshalb bspw. vor, einen selten benutzten, kleinen Raum umzugestalten. 

Der Raum soll für jeden zugänglich sein. Einige wenige Quadratmeter sind ausreichend. Es sollte die gleiche Raumordnung gelten, wie im Tal.

Wir agieren somit nicht nur für die Muslim:innen. Wir agieren für jeden, für unsere christlichen und jüdischen Kommiliton:innen, für Besuchende, für Konfessionslose oder Angehörigen anderer Religionen. Wir agieren für die Leute, die den Raum zum lediglichen Meditiern nutzen, um eine Auszeit zu haben.

Wir sind für jegliche Unterstützung und jeglisches Mitwirken dankbar. Auch sind wir schon für die Unterstützung des Zentrum für islamische Theologie (ZiTh) und dem Weltelthos-Institut für ihre Unterstützung dankbar.

Bitte unterstützen Sie diese Petition und helfen Sie uns dabei, die Bedingungen für alle Studierenden an unserer Universität zu verbessern. Lasst uns die Elite-Universität noch besser machen. Unterschreiben Sie jetzt.

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Petition am 11. November 2023 erstellt