
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Breuer,
in den letzten Wochen erreichten uns zahlreiche Zuschriften und Anrufe besorgter Tierfreundinnen und Tierfreunde aus Ihrem Stadtgebiet. Hintergrund ist der Ratsbeschluss vom 05.11.2021, welcher den Abschuss der Kanadagänse im Stadtgarten als „Ultima Ratio“ zur Regulierung der Population vorsieht.
Gemeinsam mit der IG Kanadagänse haben wir eine Petition gestartet, bei der wir Ihnen nun ein erstes Zwischenergebnis präsentieren möchten:
https://www.change.org/gaensejagd-neuss
Fast 5.000 Menschen fordern an dieser Stelle:
- keine Bejagung der Nil- oder Kanadagänse im Stadtgebiet
- tierschutzkonforme Populationskontrolle durch Austausch der Eier
- alternativ als kurzfristige Lösung: Relokation (Umsiedlung) der Tierbestände
- Akzeptanz der Gänse im Stadtgebiet
- Aufklärungsarbeit an Schulen und Kitas
Wichtig wäre uns an dieser Stelle, noch einige Mythen über die Kandagänse aufzuklären:
Kanadagänse stellen keine invasive, sondern eine fest etablierte Art und Bestandteil der einheimischen Vogelwelt dar.
Gänse in Parks suchen die Nähe des Menschen, weil sie an Futter gewöhnt wurden. Sie geben Zischlaute von sich, selbst wenn sie gefüttert werden. Die Brotreste von Fütterungen sind auch häufig der Grund dafür, dass Gewässer umkippen.
Der Kot der Gänse ist nicht gesundheitsschädlich, zudem liegen wissenschaftlich keine Belege dafür, dass Gänse Krankheiten auf Menschen übertragen können.
Durch die Gänse findet keinerlei Verdrängung einheimischer Wasservögel statt. Zudem erfolgt bei knapperem Platz auch eine Reduzierung der Reproduktion.
Noch ein Wort in eigener Sache: Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) steht in keinerlei Verbindung zur Regionalpartei „Tierschutz hier“ im Rat der Stadt Neuss. Seit der Bundestagswahl 2021 sind wir die größte außerparlamentarische Opposition Deutschlands. Wir treten für einen konsequenten Umwelt– und Tierschutz ein.
Eine weitere Petition des Tierschutzvereins Notpfote Animal Rescue e.V. aus Düsseldorf geht inzwischen auf die 2.000 Unterschriften zu. Sie sehen also, wie viele Menschen das Leben der Kandagänse in Ihrer Stadt wichtig ist.
Wir freuen uns sehr auf eine Rückmeldung zu diesem Thema und die erneute Aufnahme dieses Themas auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung zwecks Rücknahme der Erlaubnis der Jagd als „Ultima Ratio“ und den Beschluss über alternative Strategien.
Im Namen des Landesvorstands NRW