Protest gegen die geplante Lehrer-Abordnung an unserer Grundschule Schöpstal

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Das Problem

An das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) - Standort Bautzen

Gemeinsame Stellungnahme des Elternrates und der Elternschaft der Grundschule Schöpstal zur geplanten Vollabordnung einer Lehrkraft im Schuljahr 2026/2027

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Sorge haben wir als Elternrat und Elternschaft der Grundschule Schöpstal von der geplanten Vollabordnung einer Lehrkraft im Schuljahr 2026/2027 erfahren.

Uns ist bewusst, dass der anhaltende Lehrkräftemangel die Schulverwaltung vor erhebliche Herausforderungen stellt und kurzfristige Maßnahmen erforderlich machen kann. Für diese schwierige Situation haben wir Verständnis. Gleichzeitig möchten wir Sie jedoch eindringlich bitten, die geplante Abordnung unserer Schule nochmals sorgfältig zu prüfen.

Nach unserem Verständnis wird durch die vorgesehene Maßnahme keine zusätzliche Unterrichtskapazität geschaffen. Vielmehr wird eine Lehrkraft von unserer Schule an eine andere Schule abgeordnet, während die dadurch entstehende Lücke an unserer Schule wiederum durch eine Lehrkraft einer anderen Grundschule geschlossen werden soll. Der bestehende Personalmangel wird somit lediglich verlagert, nicht gelöst. Gleichzeitig werden an beiden Schulen gewachsene Strukturen aufgebrochen und neue Arbeits- und Klassengemeinschaften geschaffen, die Zeit benötigen, um sich zu entwickeln.

Gerade im Grundschulbereich sind stabile und vertrauensvolle Beziehungen zwischen Kindern und ihren Lehrkräften von besonderer Bedeutung. Klassenlehrkräfte begleiten die Schülerinnen und Schüler nicht nur fachlich, sondern fördern sie auch in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung. Sie kennen die individuellen Stärken, Unterstützungsbedarfe und Persönlichkeiten ihrer Kinder und sind wichtige Bezugspersonen im Schulalltag. Ein Wechsel der Lehrkraft stellt deshalb insbesondere für jüngere Kinder einen erheblichen Einschnitt dar und kann sich nachteilig auf ihre Lernentwicklung, ihr Sicherheitsgefühl und ihre Motivation auswirken.

Unsere Schule verfügt über eingespielte Klassenverbände, ein vertrauensvolles Miteinander zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern und über bewährte pädagogische Konzepte. Diese gewachsenen Strukturen sind über viele Jahre entstanden und bilden eine wesentliche Grundlage für den schulischen Erfolg und das Wohlbefinden unserer Kinder. Sie sollten nicht ohne zwingenden Grund aufgegeben werden.

Darüber hinaus bedeutet eine Vollabordnung nicht nur einen Wechsel der Lehrkraft, sondern auch einen erheblichen organisatorischen und pädagogischen Mehraufwand für alle Beteiligten. Neue Lehrkräfte müssen sich in bestehende Klassen, schulinterne Abläufe und pädagogische Konzepte einarbeiten, während gleichzeitig an der aufnehmenden Schule ebenfalls neue Strukturen entstehen. Diese Umstellungen binden wertvolle Zeit und Ressourcen, die eigentlich der pädagogischen Arbeit mit den Kindern zugutekommen sollten.

Wir bitten Sie daher nachdrücklich, alternative Möglichkeiten zur Sicherstellung der Unterrichtsversorgung zu prüfen, die nicht zulasten einer weiteren Grundschule gehen. Aus unserer Sicht ist es weder pädagogisch sinnvoll noch nachhaltig, den bestehenden Lehrkräftemangel durch den Austausch von Lehrkräften zwischen Schulen zu kompensieren. Vielmehr sollten Lösungen angestrebt werden, die die Unterrichtsversorgung verbessern, ohne funktionierende Schulgemeinschaften zu destabilisieren.

Wir wünschen uns Entscheidungen, die sich am Wohl aller betroffenen Kinder orientieren. Das Kindeswohl, die Kontinuität der pädagogischen Arbeit sowie der Erhalt gewachsener Beziehungen sollten bei der Abwägung einen hohen Stellenwert einnehmen.

Darüber hinaus wünschen wir uns eine transparente Darstellung der Entscheidungsgrundlagen für die geplante Abordnung. Für uns als Eltern ist nicht nachvollziehbar, weshalb ausgerechnet unsere Grundschule von dieser Maßnahme betroffen ist, obwohl auch wir mit den Auswirkungen des Lehrkräftemangels konfrontiert sind und die Unterrichtsversorgung bereits heute eine große Herausforderung darstellt.

Wir bitten daher um eine nachvollziehbare Erläuterung, welche Maßnahmen im Vorfeld geprüft und ausgeschöpft wurden, um den Personalbedarf an der aufnehmenden Schule auf andere Weise zu decken. Ebenso stellt sich aus unserer Sicht die Frage, ob auch weniger einschneidende Lösungen – beispielsweise eine zeitweise oder tageweise Unterstützung durch Lehrkräfte – geprüft wurden, bevor eine vollständige Abordnung einer Klassenlehrkraft in Betracht gezogen wurde.

Eine Entscheidung mit so weitreichenden Auswirkungen auf die betroffenen Kinder, Eltern und Lehrkräfte sollte nach unserem Verständnis nur dann getroffen werden, wenn alle milderen Alternativen sorgfältig geprüft wurden und deren Umsetzung nicht möglich ist.

Wir appellieren daher an Sie, die Entscheidung über die geplante Vollabordnung nochmals sorgfältig zu überdenken und von einer Abordnung einer Lehrkraft der Grundschule Schöpstal abzusehen.

Mit freundlichen Grüßen

Der Elternrat und die Elternschaft der Grundschule Schöpstal

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Fanny BergerPetitionsstarter*in

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