Senkung der Bewertungsmaßstäbe der nicht-Technik Matheabiturprüfung an FOS/BOS in Bayern

Das Problem

Es ist keine Seltenheit mehr, dass Petitionen aufgrund von Unzufriedenheit mit den Abiturprüfungen erstellt werden. V. a. Die Abiturprüfung im Fach Mathematik war dieses Jahr sowie die letzten Jahre immer wieder ein Dorn im Auge vieler Schüler. Meist gingen die Beschwerden von den Gymnasiasten aus. Doch dieses Jahr sind wir FOS bzw. BOS- Schüler der Meinung, dass unsere Abiturprüfung Matheabiturprüfung Nicht-Technik zum Erreichen der fachgebundenen bzw. allgemeinen Hochschulreife unfair ist und aus diesem Grund der Bewertungsmaßstab angepasst werden sollte. Dafür spricht, dass „ Länderparlamenten […] eigene Schwerpunkte in der Gestaltung der Unterrichtsziele und -inhalte [...] setzen [können] und auf gesellschaftliche Veränderungen flexibel [...] reagieren“1 können. Diese Flexibilität ist nur unzureichend geschehen, da die bayrische Regierung in der Corona-Politik früh strenge Beschränkungen beschlossen hat, ohne den Unterricht und dessen Ziel und somit die Abiturprüfungen angemessen anzupassen.

 


Als Gründe für die Unzumutbarkeit sehen wir zum Einen den durch den Corona-Virus bedingten Online-Unterricht und zum Anderen die psychische Belastung durch die Ungewissheit, in welchem Rahmen, oder ob das Abitur überhaupt stattfindet. Weitere Aspekte für unsere Annahme, dass das gestellte Mathematikabitur an FOS/BOS in Bayern 2020 unverhältnismäßig war, sind die abweichenden Schwerpunkte der Abiturprüfung im Vergleich zum neuen Schulbuch des LehrplanPLUS und die daraus resultierende Problematik, die Aufgabenstellungen in der vorgegebenen Zeit zu bearbeiten. Zusätzlich unterscheidet sich der Schwierigkeitsgrad der Analysis-Teile 1 und 2. Im Folgenden werden wir explizit die einzelnen Gründe für unser Anliegen dar.

 

 

 

Als Erstes wollen wir den Aspekt der psychischen Belastung genauer erläutern. Dass am 13. März öffentlich die Schulen geschlossen wurden, stellte uns alle vor eine Herausforderung. Bis zum 21.4. in den Osterferien war ungewiss, ob Schüler das Abitur in Bayern schreiben dürfen. Zusätzlich war es schwer vorstellbar, unter welchen Konditionen die Prüfungen im Zweifelsfall durchgeführt hätten werden können. Dies war für uns alle eine außerordentliche Belastung, die auch gewissermaßen einen negativen und demotivierenden Einfluss auf unser Gemüt hatte und schließlich die Prüfungsvorbereitung in einem erheblichen Maße erschwert hat.

 


Des Weiteren erzielte der Online-Unterricht nur mäßigen Erfolg. Aufgrund der mangelnden Digitalisierung an Schulen, musste dieser darunter defizitär leiden. Lehrer mit unzulänglichen Fähigkeiten zur Bedienung digitaler Kommunikationswege wie z.B. Meetings über die Software Zoom, haben die Unterrichtszeit zu einem entscheidend wichtigen Anteil vergeudet, weil die Bedienung erst nach wiederholten und zeitstehlenden Versuchen erfolgreich war bzw. auf Unterstützung anderer Lehrkräfte zurückgegriffen werden musste. Dadurch wurden Lehrplaninhalte, die letzten Endes prüfungsrelevant waren, zu kurz ausgeführt und wurden von der jeweiligen Lehrkraft zum Großteil nur schnell und oberflächlich behandelt, sodass sogar sehr gute Mathematikschüler mit dem Verständnis des Stoffes erhebliche Probleme aufwiesen. „Die Schulen haben insbesondere die Aufgabe, Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln“² was durch den Online-Unterricht nicht ausreichend möglich gewesen ist. Insbesondere der Geometrie-Teil fiel auf den Corona-Unterricht und dessen Lerninhalte, welche anschließend geprüft wurden, sind nur unzureichend dem Schüler vermittelt worden.

 


Hinzuzufügen ist außerdem, dass Lehrplaninhalte, die anschließend geprüft wurden, nur beschränkt und klar den Schülern vermittelt worden sind.

Relevant ist vor allem auch die Unterschiedlichkeit des Abiturs der FOS/BOS und dem des Gymnasiums. Denn obwohl beispielsweise Lernangebote des Kultusministeriums in Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender Br-Alpha in Form von Lernvideos stattgefunden haben, waren diese gar nicht auf unsere Schulform und die dementsprechenden Lehrplaninhalte adaptiert. Beim Durchforsten der Mediathek ist festzustellen, dass die jeweiligen Videos im Fach Mathematik auf den Lehrplan der gymnasialen Oberstufe fokusiert waren, weniger auf den Anforderungen, die für das allgemeine bzw. fachgebundenen Abitur an Berufs- bzw. Fachoberschulen vorausgesetzt werden. Eine weitere offizielle Lernplattform „mebis“ konzentrierte sich in ihren Übungsaufgaben deutlich mehr an die Aufgabenstellungen, die für das Erreichen des Fachabiturs notwendig sind. Die Plattform „SchulLV“ ist ebenso ausschließlich gymnasial orientiert. Unser mit dem neuen LehrplanPLUS konfrontierter Schuljahrgang repräsentiert ein Novum, weshalb folglich für unsere Abiturprüfung viel zu wenig Lernmöglichkeiten außerhalb des ohnehin schon bedürftigen Online-Unterrichts zur Verfügung standen, als für gymnasiale Abiturienten. Dieser Nachteil stellte ein unüberwindbares Hindernis beim Bewältigen der Prüfungsaufgaben dar.

 


Des Weiteren wurden die Prüfungsinhalte generell zu wenig in den neuen Lehrplan integriert. „Die in den Schulgesetzen der Länder formulierten Bildungs- und Erziehungsziele stellen die Basis für die Erarbeitung von Lehrplänen dar und bilden die Richtlinie, an der sich auch die Genehmigung von Schulbüchern orientieren muss.“³ Selbst wenn sich die Lehrkräfte an dem aktuellen Schulbuch orientiert haben, wurden Inhalte abgefragt, die entweder gar nicht oder nur kaum erwähnt wurden. Dies widerspricht den obersten Bildungszielen des ISB, denn das genehmigte Schulbuch wies einige geprüfte Inhalte nicht oder nur fragmentarisch und damit nicht ausreichend auf. Als Beispiel: Die Erste der beiden Analysis-Teile diskutierte eine Logarithmusfunktion verkettet mit einer unecht gebrochen-rationalen Funktion. Im Schulbuch lässt sich zu diesem Fall keine einzige Aufgabe finden, sondern nur wesentlich leichtere Funktionsgleichungen. Als Kompetenzerwartung des LehrplanPLUS wird die „Verkettung und/oder Verknüpfung von Exponentialfunktionen bzw. Logarithmusfunktionen mit rationalen Funktionen“4 vorausgesetzt. Dennoch wurde eine Logarithmusfunktion mit einer unecht rational-gebrochenen Funktion verkettet. Ähnlich war es in einem der Geometrie-Teile, da musste eine Geradengleichung begründet werden, welche einen Einheitsvektor beinhaltete, welcher im Unterricht kaum bzw. gar nicht angesprochen wurde und zudem auch nicht im Schulbuch nach Lehrplan zu finden ist. Viele Schüler orientierten sich zudem an die Stark-Prüfungstrainer, welche diese Inhalte ebenfalls nicht aufgegriffen haben, um das Gegenargument vorneweg zu nehmen, dass die Schüler sich nur unzureichend vorbereitet hätten. Somit wichen die geprüften Inhalte vom Lehrplan ab sowie von der gewohnten Voraussetzung und waren deshalb für den Wissensstand, der uns im Rahmen des Unterrichts zudem nur unzureichend vermittelt wurde, zu schwierig zu lösen.

 


Ein weiterer Aspekt, der uns die Fairness des diesjährigen Abiturs anzweifeln lässt, ist, dass normalerweise im Schnitt ca. 60% „leichtere“ und ca. 40% „anspruchsvollere“ Aufgaben gestellt werden. Dieses Jahr fanden sich mehr anspruchsvollere Aufgaben im Mathematikabitur wieder, als in den vorherigen Jahrgangsstufen. Zudem ist der Schwierigkeitsgrad der beiden Analysis-Teile nicht vergleichbar. Wie oben erwähnt, gab es bei einem der Analysis-Teile eine Logarithmusfunktion verkettet mit einer unecht gebrochen-rationalen Funktion, während im anderen Prüfungsteil nur mit einer gebrochen-rationalen Funktion gearbeitet werden musste. Deshalb ist festzustellen, dass die beiden Analysis-Teile einen deutlichen Niveauunterschied aufweisen. Schon hier manifestiert sich, dass das Abitur, unabhängig von den vermittelten oder nicht vermittelten Lerninhalten, in sich fraglich ausgeglichen gestellt wurde.

 


Beachtet man obige Argumente, wird bewusst, dass Aufgabenstellungen, die über das vermittelte Leistungsniveau hinausgehen, in der vorgegebenen Zeit kaum oder gar nicht zu bewältigen gewesen sein konnten. Dafür, dass wir Schüler während vieler Aufgabenstellungen des Abiturs über unseren erworbenen Wissensstand denken und rechnen mussten, war die Zeit, die uns für die Bearbeitung vorgegeben wurde, zu kurz. Somit hätte man im Vorfeld die Aufgabenstellungen oder den Schwierigkeitsgrad der Mathematikabiturprüfung dem Zeitfenster anpassen müssen. Abschließend ist zu vermerken, dass das Abitur im Fach Mathematik Nicht-Technik der beruflichen Oberschule, unter anderem aufgrund der bereits angemerkten Umstände, eine unverhältnismäßige Herausforderung für die Betroffenen Schüler darstellte.

 


Wir hoffen, dass wir mit unserer Argumentation für eine Senkung der Bewertungsmaßstäbe des nicht-Technik Mathematikabiturs an FOS/BOS in Bayern 2020 Klarheit über die Gründe für unseren Ärger schaffen konnten. Wir bitten das Kultusministerium in Bayern darum, dass Sie sich mit diesem Schreiben beschäftigen und nicht von vornherein unsere Bitte abschlagen.

Quellen:

1) https://www.isb.bayern.de/download/18716/isb_oberste_bildungsziele_internet.pdf S. 10
2) https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayEUG-2?AspxAutoDetectCookieSupport=1
3) https://www.isb.bayern.de/download/18716/isb_oberste_bildungsziele_internet.pdf S. 11
4) https://www.lehrplanplus.bayern.de/fachlehrplan/bos/13/mathematik/abu-s-w-gh-iw

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Cathrin WernerPetitionsstarter*in
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Das Problem

Es ist keine Seltenheit mehr, dass Petitionen aufgrund von Unzufriedenheit mit den Abiturprüfungen erstellt werden. V. a. Die Abiturprüfung im Fach Mathematik war dieses Jahr sowie die letzten Jahre immer wieder ein Dorn im Auge vieler Schüler. Meist gingen die Beschwerden von den Gymnasiasten aus. Doch dieses Jahr sind wir FOS bzw. BOS- Schüler der Meinung, dass unsere Abiturprüfung Matheabiturprüfung Nicht-Technik zum Erreichen der fachgebundenen bzw. allgemeinen Hochschulreife unfair ist und aus diesem Grund der Bewertungsmaßstab angepasst werden sollte. Dafür spricht, dass „ Länderparlamenten […] eigene Schwerpunkte in der Gestaltung der Unterrichtsziele und -inhalte [...] setzen [können] und auf gesellschaftliche Veränderungen flexibel [...] reagieren“1 können. Diese Flexibilität ist nur unzureichend geschehen, da die bayrische Regierung in der Corona-Politik früh strenge Beschränkungen beschlossen hat, ohne den Unterricht und dessen Ziel und somit die Abiturprüfungen angemessen anzupassen.

 


Als Gründe für die Unzumutbarkeit sehen wir zum Einen den durch den Corona-Virus bedingten Online-Unterricht und zum Anderen die psychische Belastung durch die Ungewissheit, in welchem Rahmen, oder ob das Abitur überhaupt stattfindet. Weitere Aspekte für unsere Annahme, dass das gestellte Mathematikabitur an FOS/BOS in Bayern 2020 unverhältnismäßig war, sind die abweichenden Schwerpunkte der Abiturprüfung im Vergleich zum neuen Schulbuch des LehrplanPLUS und die daraus resultierende Problematik, die Aufgabenstellungen in der vorgegebenen Zeit zu bearbeiten. Zusätzlich unterscheidet sich der Schwierigkeitsgrad der Analysis-Teile 1 und 2. Im Folgenden werden wir explizit die einzelnen Gründe für unser Anliegen dar.

 

 

 

Als Erstes wollen wir den Aspekt der psychischen Belastung genauer erläutern. Dass am 13. März öffentlich die Schulen geschlossen wurden, stellte uns alle vor eine Herausforderung. Bis zum 21.4. in den Osterferien war ungewiss, ob Schüler das Abitur in Bayern schreiben dürfen. Zusätzlich war es schwer vorstellbar, unter welchen Konditionen die Prüfungen im Zweifelsfall durchgeführt hätten werden können. Dies war für uns alle eine außerordentliche Belastung, die auch gewissermaßen einen negativen und demotivierenden Einfluss auf unser Gemüt hatte und schließlich die Prüfungsvorbereitung in einem erheblichen Maße erschwert hat.

 


Des Weiteren erzielte der Online-Unterricht nur mäßigen Erfolg. Aufgrund der mangelnden Digitalisierung an Schulen, musste dieser darunter defizitär leiden. Lehrer mit unzulänglichen Fähigkeiten zur Bedienung digitaler Kommunikationswege wie z.B. Meetings über die Software Zoom, haben die Unterrichtszeit zu einem entscheidend wichtigen Anteil vergeudet, weil die Bedienung erst nach wiederholten und zeitstehlenden Versuchen erfolgreich war bzw. auf Unterstützung anderer Lehrkräfte zurückgegriffen werden musste. Dadurch wurden Lehrplaninhalte, die letzten Endes prüfungsrelevant waren, zu kurz ausgeführt und wurden von der jeweiligen Lehrkraft zum Großteil nur schnell und oberflächlich behandelt, sodass sogar sehr gute Mathematikschüler mit dem Verständnis des Stoffes erhebliche Probleme aufwiesen. „Die Schulen haben insbesondere die Aufgabe, Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln“² was durch den Online-Unterricht nicht ausreichend möglich gewesen ist. Insbesondere der Geometrie-Teil fiel auf den Corona-Unterricht und dessen Lerninhalte, welche anschließend geprüft wurden, sind nur unzureichend dem Schüler vermittelt worden.

 


Hinzuzufügen ist außerdem, dass Lehrplaninhalte, die anschließend geprüft wurden, nur beschränkt und klar den Schülern vermittelt worden sind.

Relevant ist vor allem auch die Unterschiedlichkeit des Abiturs der FOS/BOS und dem des Gymnasiums. Denn obwohl beispielsweise Lernangebote des Kultusministeriums in Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender Br-Alpha in Form von Lernvideos stattgefunden haben, waren diese gar nicht auf unsere Schulform und die dementsprechenden Lehrplaninhalte adaptiert. Beim Durchforsten der Mediathek ist festzustellen, dass die jeweiligen Videos im Fach Mathematik auf den Lehrplan der gymnasialen Oberstufe fokusiert waren, weniger auf den Anforderungen, die für das allgemeine bzw. fachgebundenen Abitur an Berufs- bzw. Fachoberschulen vorausgesetzt werden. Eine weitere offizielle Lernplattform „mebis“ konzentrierte sich in ihren Übungsaufgaben deutlich mehr an die Aufgabenstellungen, die für das Erreichen des Fachabiturs notwendig sind. Die Plattform „SchulLV“ ist ebenso ausschließlich gymnasial orientiert. Unser mit dem neuen LehrplanPLUS konfrontierter Schuljahrgang repräsentiert ein Novum, weshalb folglich für unsere Abiturprüfung viel zu wenig Lernmöglichkeiten außerhalb des ohnehin schon bedürftigen Online-Unterrichts zur Verfügung standen, als für gymnasiale Abiturienten. Dieser Nachteil stellte ein unüberwindbares Hindernis beim Bewältigen der Prüfungsaufgaben dar.

 


Des Weiteren wurden die Prüfungsinhalte generell zu wenig in den neuen Lehrplan integriert. „Die in den Schulgesetzen der Länder formulierten Bildungs- und Erziehungsziele stellen die Basis für die Erarbeitung von Lehrplänen dar und bilden die Richtlinie, an der sich auch die Genehmigung von Schulbüchern orientieren muss.“³ Selbst wenn sich die Lehrkräfte an dem aktuellen Schulbuch orientiert haben, wurden Inhalte abgefragt, die entweder gar nicht oder nur kaum erwähnt wurden. Dies widerspricht den obersten Bildungszielen des ISB, denn das genehmigte Schulbuch wies einige geprüfte Inhalte nicht oder nur fragmentarisch und damit nicht ausreichend auf. Als Beispiel: Die Erste der beiden Analysis-Teile diskutierte eine Logarithmusfunktion verkettet mit einer unecht gebrochen-rationalen Funktion. Im Schulbuch lässt sich zu diesem Fall keine einzige Aufgabe finden, sondern nur wesentlich leichtere Funktionsgleichungen. Als Kompetenzerwartung des LehrplanPLUS wird die „Verkettung und/oder Verknüpfung von Exponentialfunktionen bzw. Logarithmusfunktionen mit rationalen Funktionen“4 vorausgesetzt. Dennoch wurde eine Logarithmusfunktion mit einer unecht rational-gebrochenen Funktion verkettet. Ähnlich war es in einem der Geometrie-Teile, da musste eine Geradengleichung begründet werden, welche einen Einheitsvektor beinhaltete, welcher im Unterricht kaum bzw. gar nicht angesprochen wurde und zudem auch nicht im Schulbuch nach Lehrplan zu finden ist. Viele Schüler orientierten sich zudem an die Stark-Prüfungstrainer, welche diese Inhalte ebenfalls nicht aufgegriffen haben, um das Gegenargument vorneweg zu nehmen, dass die Schüler sich nur unzureichend vorbereitet hätten. Somit wichen die geprüften Inhalte vom Lehrplan ab sowie von der gewohnten Voraussetzung und waren deshalb für den Wissensstand, der uns im Rahmen des Unterrichts zudem nur unzureichend vermittelt wurde, zu schwierig zu lösen.

 


Ein weiterer Aspekt, der uns die Fairness des diesjährigen Abiturs anzweifeln lässt, ist, dass normalerweise im Schnitt ca. 60% „leichtere“ und ca. 40% „anspruchsvollere“ Aufgaben gestellt werden. Dieses Jahr fanden sich mehr anspruchsvollere Aufgaben im Mathematikabitur wieder, als in den vorherigen Jahrgangsstufen. Zudem ist der Schwierigkeitsgrad der beiden Analysis-Teile nicht vergleichbar. Wie oben erwähnt, gab es bei einem der Analysis-Teile eine Logarithmusfunktion verkettet mit einer unecht gebrochen-rationalen Funktion, während im anderen Prüfungsteil nur mit einer gebrochen-rationalen Funktion gearbeitet werden musste. Deshalb ist festzustellen, dass die beiden Analysis-Teile einen deutlichen Niveauunterschied aufweisen. Schon hier manifestiert sich, dass das Abitur, unabhängig von den vermittelten oder nicht vermittelten Lerninhalten, in sich fraglich ausgeglichen gestellt wurde.

 


Beachtet man obige Argumente, wird bewusst, dass Aufgabenstellungen, die über das vermittelte Leistungsniveau hinausgehen, in der vorgegebenen Zeit kaum oder gar nicht zu bewältigen gewesen sein konnten. Dafür, dass wir Schüler während vieler Aufgabenstellungen des Abiturs über unseren erworbenen Wissensstand denken und rechnen mussten, war die Zeit, die uns für die Bearbeitung vorgegeben wurde, zu kurz. Somit hätte man im Vorfeld die Aufgabenstellungen oder den Schwierigkeitsgrad der Mathematikabiturprüfung dem Zeitfenster anpassen müssen. Abschließend ist zu vermerken, dass das Abitur im Fach Mathematik Nicht-Technik der beruflichen Oberschule, unter anderem aufgrund der bereits angemerkten Umstände, eine unverhältnismäßige Herausforderung für die Betroffenen Schüler darstellte.

 


Wir hoffen, dass wir mit unserer Argumentation für eine Senkung der Bewertungsmaßstäbe des nicht-Technik Mathematikabiturs an FOS/BOS in Bayern 2020 Klarheit über die Gründe für unseren Ärger schaffen konnten. Wir bitten das Kultusministerium in Bayern darum, dass Sie sich mit diesem Schreiben beschäftigen und nicht von vornherein unsere Bitte abschlagen.

Quellen:

1) https://www.isb.bayern.de/download/18716/isb_oberste_bildungsziele_internet.pdf S. 10
2) https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayEUG-2?AspxAutoDetectCookieSupport=1
3) https://www.isb.bayern.de/download/18716/isb_oberste_bildungsziele_internet.pdf S. 11
4) https://www.lehrplanplus.bayern.de/fachlehrplan/bos/13/mathematik/abu-s-w-gh-iw

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Cathrin WernerPetitionsstarter*in

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