

Im letzten Update habe ich von den Schwierigkeiten meiner Tochter berichtet, die aufgrund ihres inaktiven Hobby-Blogs von den Behörden unter Druck gesetzt wurde. Leider spiegelt auch dieses Beispiel die unfaire und unverhältnismäßige Praxis wider, mit der private, nicht-kommerzielle Internetprojekte behandelt werden. Außerdem enthält dieses Update einen wichtigen Aufruf: Die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 ist eine entscheidende Gelegenheit, um den Schutz privater Inhalte im Internet auf die politische Agenda zu setzen. Dazu am Ende dieses Updates mehr.
Neue Informationen der Verbraucherzentrale
Nach einem Gespräch mit einem sehr freundlichen Mitarbeiter der Verbraucherzentrale in Berlin konnten wir wichtige Hinweise zu den Problemen mit dem Rundfunkbeitragsservice (GEZ) gewinnen, die ich hier teilen möchte. Die Verbraucherzentrale hat bestätigt, dass die GEZ aktuell verstärkt öffentlich sichtbare Websites überprüft und diese als potenzielle Betriebsstätten einstufen möchte – oft ohne ausreichende Grundlage. Besonders betroffen sind private Hobby-Blogs, die keinerlei Einnahmen erzielen.
Wichtige Punkte:
- Keine Rundfunkgebühren für Hobby-Blogs:
Für Hobby-Blogs, die rein privat und ohne Einnahmen betrieben werden, fallen keine zusätzlichen Rundfunkgebühren an. Auch wenn theoretisch die Möglichkeit bestünde, mit dem Blog Geld zu verdienen, bleibt ein rein hobbymäßig geführtes Projekt gebührenfrei. - Keine zusätzlichen Gebühren für private Nutzung:
Selbst wenn ein Blog aus der eigenen Wohnung betrieben wird, entstehen keine zusätzlichen Rundfunkgebühren, solange bereits eine GEZ-Nummer besteht und die Wohnung über diese Nummer angemeldet ist. - Was tun bei Kontakt durch die GEZ?
Solltest du von der GEZ kontaktiert werden, kannst du ganz einfach widersprechen. Gib deine bestehende GEZ-Nummer an und weise darauf hin, dass dein Blog ein privates Hobbyprojekt ohne Einnahmen ist.
Wichtiger Hinweis:
Ich möchte betonen, dass ich selbst nur eine Privatperson bin und die hier geteilten Informationen auf dem Gespräch meiner Tochter mit der Verbraucherzentrale basieren. Es ist möglich, dass meine Ausführungen nicht auf alle Situationen zutreffen oder dass ich eventuell etwas vergessen habe. Solltest du selbst von einem ähnlichen Fall betroffen sein, empfehle ich dringend, dich an deine örtliche Verbraucherzentrale zu wenden, um rechtssichere und umfassende Auskünfte zu erhalten.
Warum dieses Thema zur Bundestagswahl wichtig ist
Das Internet ist längst ein essenzieller Teil unseres Lebens geworden – ein Raum, in dem unsere Grundrechte genauso geschützt werden müssen wie in der analogen Welt. Die aktuelle Gesetzgebung macht es jedoch für viele Privatpersonen nahezu unmöglich, sich sicher und legal im Internet zu äußern, ohne erhebliche finanzielle oder rechtliche Risiken einzugehen.
Mit der bevorstehenden Bundestagswahl haben wir die Möglichkeit, Politiker*innen auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen. Indem wir die Kandidat*innen direkt kontaktieren, können wir ihnen die Bedeutung eines freien und sicheren Internets für alle aufzeigen – insbesondere für diejenigen, die keine finanziellen Mittel für rechtliche Absicherung haben.
Hier ein Musterbrief, den ihr verwenden könnt, um die Kandidat*innen in euren Wahlkreisen anzuschreiben. Bitte beachtet, dass der Brief an eure individuelle Situation angepasst werden kann. Denkt dabei daran, stets höflich und respektvoll zu bleiben.
Musterbrief: Forderung nach einem freien und sicheren Internet
Betreff: Bitte setzen Sie sich für den Schutz privater Inhalte im Internet ein
Sehr geehrte*r [Name des Politikers/der Politikerin],
mein Name ist [Vorname Nachname], und ich wende mich an Sie, da mir die Problematik rund um private Inhalte im Internet und deren unfaire gesetzliche Behandlung sehr am Herzen liegt. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, wie dringend klare Regelungen für private, nicht-kommerzielle Projekte im Internet benötigt werden.
Die derzeitige Gesetzeslage erschwert es vielen Menschen, sich sicher und legal im Internet zu äußern. Privatpersonen, die weder Einnahmen noch Werbeeinnahmen durch ihre Inhalte erzielen, laufen dennoch Gefahr, rechtlich als „journalistisch-redaktionell“ oder geschäftlich eingestuft zu werden. Dies bringt Verpflichtungen wie die Impressumspflicht oder potenzielle Abmahnungen mit sich, die für viele eine unüberwindbare Hürde darstellen.
Hier einige der Probleme, mit denen Betroffene konfrontiert sind:
- Impressumspflicht: Viele Menschen müssen ihre private Adresse öffentlich machen, was sie Risiken wie Stalking, Internetkriminalität oder Belästigungen aussetzt.
- Fehleinstufung als geschäftlich: Projekte ohne Einnahmen werden von Behörden wie dem Finanzamt oder dem Rundfunkbeitragsservice behandelt, als seien sie kommerziell.
- Einschränkung der Meinungsfreiheit: Finanziell schlechter gestellte Menschen können sich teure Rechtsberatung oder Impressum-Services nicht leisten und schweigen aus Angst vor Fehlern oder rechtlichen Konsequenzen.
Aus diesen Gründen möchte ich Sie bitten, sich für folgende Forderungen einzusetzen:
- Klare gesetzliche Regelungen für private Inhalte: Projekte ohne Einnahmen dürfen nicht als journalistisch-redaktionell oder geschäftlich eingestuft werden.
- Schutz der Privatsphäre: Es muss sichergestellt werden, dass Privatpersonen nicht gezwungen werden, ihre vollständige Adresse oder andere sensible Daten zu veröffentlichen.
- Förderung der Meinungsfreiheit: Alle Menschen sollten die Möglichkeit haben, sich im Internet frei und sicher zu äußern, unabhängig von ihrer finanziellen Lage.
Das Internet ist ein Raum der Meinungsfreiheit und des Wissensaustausches – lassen Sie uns sicherstellen, dass dies auch so bleibt. Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Themen in Ihrer politischen Arbeit berücksichtigen und aktiv an der Umsetzung fairer Regelungen mitwirken würden. Ihre Haltung zu diesem Thema wird meine Wahlentscheidung am 23. Februar 2025 maßgeblich beeinflussen.
Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihr Engagement.
Mit freundlichen Grüßen
[Vorname Nachname]
Ein gemeinsamer Schritt für ein freies Internet
Bitte teilt dieses Update und die Petition weiter, um mehr Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema zu schaffen. Gemeinsam können wir Politiker*innen dazu bringen, sich für ein freies, sicheres und gerechtes Internet für alle einzusetzen.