Die Iberische Halbinsel und Mitteleuropa mit Nachtzügen verbinden!


Die Iberische Halbinsel und Mitteleuropa mit Nachtzügen verbinden!
Das Problem
Im März 2020 fuhren die letzten Nachtzüge auf der Strecke Lissabon-Madrid-Hendaye und verbanden die portugiesische Hauptstadt mit der spanischen und der französischen Grenze. Im Mai 2020 kündigte die spanische Bahngesellschaft Renfe das Ende dieser Verbindungen an. Diese Politik widerspricht dem aktuellen Trend in Europa, wo Nachtzüge tatsächlich ein Revival erleben und neue Verbindungen wie Zurich - Amsterdam, Wien - München - Paris, Barcelona - Zurich, Berlin - Brüssel, Berlin - Paris eingerichtet werden, wie in der Abbildung unten zu sehen ist. Die deutsche Regierung hat sogar den TEE 2.0 vorgeschlagen, ein erweitertes Nachtzugnetz in West- und Mitteleuropa.
Die Streichung dieser Verbindungen ist aus einer Reihe von Gründen problematisch:
- Potentielle Passagiere weichen von der Bahn aufs Flugzeug aus, was das Klima belastet und das Wachstum der Treibhausgasemissionen erhöht.
- Es reduziert die Auswahlmöglichkeiten für Reisende und schafft eine umweltfreundliche und komfortable Alternative für lange Reisen ab.
Warum ist das so wichtig?
Der Hauptgrund für die Wiederbelebung von Nachtzügen ist die Klimakrise, die dringend angegangen werden muss. Wir destabilisieren das Gleichgewicht des Planeten mit einer alarmierenden Geschwindigkeit, und es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, bevor schädliche Rückkopplungsschleifen einsetzen oder verschlimmert werden.
Das Fliegen, eines der derzeit beliebtesten Transportmittel, ist auch einer der Hauptverursacher der Erhitzung des Weltklimas. Schätzungen gehen davon aus, dass es etwa 5 % zum Klimawandel beiträgt, Tendenz stark steigend, was auf das Wachstum der Luftfahrtindustrie zurückzuführen ist. Die Luftfahrtindustrie stößt Schadstoff wie CO2, Stickoxide (NOx) und Feinstaub aus und versucht Kondensstreifen bzw Cirruswolkenbildung, welche das Klima ebenfalls anheizen. Diese Emissionen sind nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit der Bevölkerung in der Umgebung von Flughäfen.
Vorteile und Bedeutung von Nachtzügen:
- Klima- und Umweltschutz: Züge sind eines der ökologischsten Verkehrsmittel, mit sehr geringen Treibhausgasemissionen. Ihre Klimabilanz verbessert sich weiter, wenn Länder ihre Energieerzeugung auf klimafreundliche Quellen umstellen. In Spanien werden die Züge zu 100 % mit zertifizierter erneuerbarer Energie versorgt, was zu praktisch null Emissionen führt. Darüber hinaus ergeben sich weitere Umweltvorteile, wie z. B. eine geringere Lärmbelästigung und die Vermeidung von Bodenversiegelung für den Neu- und Ausbau von Flughäfen.
- Komfort: Obwohl sie nicht die schnellste Art zu Reisen sind, sind Nachtzüge das komfortabelste Transportmittel, da pro Passagier wesentlich mehr Platz zur Verfügung steht als beim Fliegen, dem wichtigsten konkurrierenden Langstrecken-Transportmittel.
- Flexibilität: Nachtzüge eignen sich für verschiedene Arten von Reisen (Freizeit, Familie, Geschäft) und erfüllt eine breite Palette von Bedürfnissen. Sie sind beliebt bei jungen Leuten, die so günstig wie möglich reisen, aber auch bei Geschäftsleuten, die Komfort mit angeschlossenen Privatkabinen wünschen bis hin zu Familien, die ein ganzes Abteil für sich buchen können.
- Sie vereinfachen Lange Reisen: Nachtzüge vermeiden Zeitverlust und Unannehmlichkeiten bei Flugreisen: Es entfällt die Notwendigkeit, zum Flughafen zu fahren, der oft außerhalb der Stadt liegt (was zusätzliche Zeit und Kosten bedeutet), die Notwendigkeit, das Gepäck im Voraus aufzugeben und die Wartezeiten am Zielflughafen. Mit Nachtzügen kann man morgens direkt im Stadtzentrum ankommen und Staus vermeiden, die auftreten können, wenn man mit dem Shuttlebus oder Auto vom Flughafen anreist. Eine Fahrt mit dem Nachtzug kann bei knappem Budget eine Übernachtung im Hotel einsparen. Auch können schlecht geschlafene Nächte am Flughafen so vermieden werden, wenn Billigflüge sehr früh am Morgen starten (was sehr oft der Fall ist).
- Reichweite: Nachtzüge ermöglichen längere Reisedistanzen als Hochgeschwindigkeitszüge.
- Erlebnis: Der Nachtzug ist eine einzigartige und gesellige Art des Reisens: Begegnungen geschehen leicht und das Gespräch mit dem Schlafwagen-Nachbarn ergibt sich ganz natürlich. So lernt man neue Leute kennen, was in Flugzeugen, Bussen oder sogar Tageszügen nicht mehr so oft vorkommt. Auch bietet das Reisen über Nacht eine gute Möglichkeit, einen vollen Terminkalender mit längeren Zugfahrten in Einklang zu bringen.
- Investitionen in die Infrastruktur: Im Gegensatz zu Hochgeschwindigkeitszügen sind für Nachtzüge in der Regel keine hohen Investitionen in die Infrastruktur erforderlich, da das Netz bereits existiert (was zu Kostensenkungen führt). Stattdessen muss nur in den Fahrzeugpark investiert werden, wenn es erforderlich ist.
- Wirtschaftliche Tragfähigkeit: Nachtzüge haben oft eine große Kapazität und hohe Auslastung. Sie sind wirtschaftlich tragfähig, wie die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zeigen, die ihr Nachtzugangebot als einer der Hauptanbieter ausgebaut haben.
Ein Dokument (in englischer Sprache) mit zusätzlichen Argumenten und Erläuterungen finden Sie hier.
Wir fordern die spanische, französische und portugiesische Regierung (von denen die letztere nun die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, in der ersten Hälfte des Jahres 2021 - dem Europäischen Jahr der Eisenbahn) auf, nicht nur die Wiederaufnahme der kürzlich eingestellten Nachtzugverbindung Portugal-Frankreich in Betracht zu ziehen, sondern sie auch bis zu einem wichtigen Bahnknotenpunkt in Europa zu verlängern, wie z.B. Paris (oder möglicherweise Brüssel), anstatt nur bis Hendaye an der französisch-spanischen Grenze zu fahren.
Wir fordern die spanische und die portugiesische Regierung auf, ihre nationalen Bahngesellschaften anzuweisen, sich der Erklärung von SNCF, DB, ÖBB und SBB vom 8. Dezember anzuschließen, die sich für den Neuaufbau eines neuen europäischen Nachtzugnetzes ausspricht.
Zusätzlich fordern wir die spanische Regierung auf, neue Nachtzugverbindungen zwischen der Iberischen Halbinsel und Mittel-/Osteuropa zu prüfen, wie z.B. Barcelona-Frankfurt-Berlin und Barcelona-Mailand-Rom.
10.249
Das Problem
Im März 2020 fuhren die letzten Nachtzüge auf der Strecke Lissabon-Madrid-Hendaye und verbanden die portugiesische Hauptstadt mit der spanischen und der französischen Grenze. Im Mai 2020 kündigte die spanische Bahngesellschaft Renfe das Ende dieser Verbindungen an. Diese Politik widerspricht dem aktuellen Trend in Europa, wo Nachtzüge tatsächlich ein Revival erleben und neue Verbindungen wie Zurich - Amsterdam, Wien - München - Paris, Barcelona - Zurich, Berlin - Brüssel, Berlin - Paris eingerichtet werden, wie in der Abbildung unten zu sehen ist. Die deutsche Regierung hat sogar den TEE 2.0 vorgeschlagen, ein erweitertes Nachtzugnetz in West- und Mitteleuropa.
Die Streichung dieser Verbindungen ist aus einer Reihe von Gründen problematisch:
- Potentielle Passagiere weichen von der Bahn aufs Flugzeug aus, was das Klima belastet und das Wachstum der Treibhausgasemissionen erhöht.
- Es reduziert die Auswahlmöglichkeiten für Reisende und schafft eine umweltfreundliche und komfortable Alternative für lange Reisen ab.
Warum ist das so wichtig?
Der Hauptgrund für die Wiederbelebung von Nachtzügen ist die Klimakrise, die dringend angegangen werden muss. Wir destabilisieren das Gleichgewicht des Planeten mit einer alarmierenden Geschwindigkeit, und es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, bevor schädliche Rückkopplungsschleifen einsetzen oder verschlimmert werden.
Das Fliegen, eines der derzeit beliebtesten Transportmittel, ist auch einer der Hauptverursacher der Erhitzung des Weltklimas. Schätzungen gehen davon aus, dass es etwa 5 % zum Klimawandel beiträgt, Tendenz stark steigend, was auf das Wachstum der Luftfahrtindustrie zurückzuführen ist. Die Luftfahrtindustrie stößt Schadstoff wie CO2, Stickoxide (NOx) und Feinstaub aus und versucht Kondensstreifen bzw Cirruswolkenbildung, welche das Klima ebenfalls anheizen. Diese Emissionen sind nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit der Bevölkerung in der Umgebung von Flughäfen.
Vorteile und Bedeutung von Nachtzügen:
- Klima- und Umweltschutz: Züge sind eines der ökologischsten Verkehrsmittel, mit sehr geringen Treibhausgasemissionen. Ihre Klimabilanz verbessert sich weiter, wenn Länder ihre Energieerzeugung auf klimafreundliche Quellen umstellen. In Spanien werden die Züge zu 100 % mit zertifizierter erneuerbarer Energie versorgt, was zu praktisch null Emissionen führt. Darüber hinaus ergeben sich weitere Umweltvorteile, wie z. B. eine geringere Lärmbelästigung und die Vermeidung von Bodenversiegelung für den Neu- und Ausbau von Flughäfen.
- Komfort: Obwohl sie nicht die schnellste Art zu Reisen sind, sind Nachtzüge das komfortabelste Transportmittel, da pro Passagier wesentlich mehr Platz zur Verfügung steht als beim Fliegen, dem wichtigsten konkurrierenden Langstrecken-Transportmittel.
- Flexibilität: Nachtzüge eignen sich für verschiedene Arten von Reisen (Freizeit, Familie, Geschäft) und erfüllt eine breite Palette von Bedürfnissen. Sie sind beliebt bei jungen Leuten, die so günstig wie möglich reisen, aber auch bei Geschäftsleuten, die Komfort mit angeschlossenen Privatkabinen wünschen bis hin zu Familien, die ein ganzes Abteil für sich buchen können.
- Sie vereinfachen Lange Reisen: Nachtzüge vermeiden Zeitverlust und Unannehmlichkeiten bei Flugreisen: Es entfällt die Notwendigkeit, zum Flughafen zu fahren, der oft außerhalb der Stadt liegt (was zusätzliche Zeit und Kosten bedeutet), die Notwendigkeit, das Gepäck im Voraus aufzugeben und die Wartezeiten am Zielflughafen. Mit Nachtzügen kann man morgens direkt im Stadtzentrum ankommen und Staus vermeiden, die auftreten können, wenn man mit dem Shuttlebus oder Auto vom Flughafen anreist. Eine Fahrt mit dem Nachtzug kann bei knappem Budget eine Übernachtung im Hotel einsparen. Auch können schlecht geschlafene Nächte am Flughafen so vermieden werden, wenn Billigflüge sehr früh am Morgen starten (was sehr oft der Fall ist).
- Reichweite: Nachtzüge ermöglichen längere Reisedistanzen als Hochgeschwindigkeitszüge.
- Erlebnis: Der Nachtzug ist eine einzigartige und gesellige Art des Reisens: Begegnungen geschehen leicht und das Gespräch mit dem Schlafwagen-Nachbarn ergibt sich ganz natürlich. So lernt man neue Leute kennen, was in Flugzeugen, Bussen oder sogar Tageszügen nicht mehr so oft vorkommt. Auch bietet das Reisen über Nacht eine gute Möglichkeit, einen vollen Terminkalender mit längeren Zugfahrten in Einklang zu bringen.
- Investitionen in die Infrastruktur: Im Gegensatz zu Hochgeschwindigkeitszügen sind für Nachtzüge in der Regel keine hohen Investitionen in die Infrastruktur erforderlich, da das Netz bereits existiert (was zu Kostensenkungen führt). Stattdessen muss nur in den Fahrzeugpark investiert werden, wenn es erforderlich ist.
- Wirtschaftliche Tragfähigkeit: Nachtzüge haben oft eine große Kapazität und hohe Auslastung. Sie sind wirtschaftlich tragfähig, wie die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zeigen, die ihr Nachtzugangebot als einer der Hauptanbieter ausgebaut haben.
Ein Dokument (in englischer Sprache) mit zusätzlichen Argumenten und Erläuterungen finden Sie hier.
Wir fordern die spanische, französische und portugiesische Regierung (von denen die letztere nun die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, in der ersten Hälfte des Jahres 2021 - dem Europäischen Jahr der Eisenbahn) auf, nicht nur die Wiederaufnahme der kürzlich eingestellten Nachtzugverbindung Portugal-Frankreich in Betracht zu ziehen, sondern sie auch bis zu einem wichtigen Bahnknotenpunkt in Europa zu verlängern, wie z.B. Paris (oder möglicherweise Brüssel), anstatt nur bis Hendaye an der französisch-spanischen Grenze zu fahren.
Wir fordern die spanische und die portugiesische Regierung auf, ihre nationalen Bahngesellschaften anzuweisen, sich der Erklärung von SNCF, DB, ÖBB und SBB vom 8. Dezember anzuschließen, die sich für den Neuaufbau eines neuen europäischen Nachtzugnetzes ausspricht.
Zusätzlich fordern wir die spanische Regierung auf, neue Nachtzugverbindungen zwischen der Iberischen Halbinsel und Mittel-/Osteuropa zu prüfen, wie z.B. Barcelona-Frankfurt-Berlin und Barcelona-Mailand-Rom.
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Petition am 8. Februar 2021 erstellt