Petition updateStoppen Sie das 15 Hektar große Industrieareal auf Fehmarn! Bewahren Sie Fehmarn.200 Meter hohe Windkraftanlagen mit Leuchtfeuern auf Fehmarn?
Karin NeumannFehmarn, SH, Germany
Dec 3, 2018

Liebe Fehmaraner, Fehmarn-Freunde, Unterstützer,

Windkraft ist was Gutes! Aber wie so oft gilt: Es kommt auf die Dosis an. Auf Fehmarn könnten künftig 200 Meter hohe (!) Anlagen stehen - versehen mit rotem Leuchtfeuer. Da der Gemeinde die Handhabe fehlt, müssen Privatversonen ihre Bedenken direkt beim Land kundtun. Die fehmarnsche Initiative "Windstill" hat uns gebeten, das unten Folgende zu teilen.

Herzliche Grüße

Die Initiative Bewahrt Fehmarn

 

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat seit August 2018 neue (vorläufige) Flächen für die Bebauung mit Windenergieanlagen (WEA) auf Fehmarn ausgewiesen. Zudem sollen alte Windenergieanlagen durch größere ersetzt werden (Repowering, aktuell 100 m, dann 150m und höher). Wir alle sind seitens des Landes aufgerufen, hierzu bis zum 3. Januar 2019 Stellung zu beziehen.

Dies kann schriftlich per Post (Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration, Düsterbrooker Weg 104, 24105 Kiel) oder online über das Beteiligungsportal BOB SH https://bolapla-sh.de/ erfolgen.

Nur mit unseren Stellungnahmen können wir Einfluss nehmen, ob es auf Fehmarn zu einem derartigen Ausbau kommt oder nicht!

Auch die Stadt Fehmarn Stadt hatte bereits in einer ersten Stellungnahme 2017 unter den damaligen Planungsgrundlagen einen derartigen Ausbau abgelehnt. Hintergrund: Wir sind als Heilbad touristisch geprägt, dem Tourismus verbunden und verpflichtet.

Zudem würde eine Weiterentwicklung vieler Ortschaften durch die viel zu nah angrenzende Bebauung von Windenergieanlagen nicht mehr möglich sein.

Um Euch bei Eurer Stellungnahme zu helfen, geben wir Euch ein paar Informationen und Argumente an die Hand, die Ihr mit eigenen Worten ausformulieren könnt.

Euren Text schickt Ihr dann einfach an obgenannte Anschrift.

Die Fakten/Argumente:

I.

Aktuell sind ca. 100 Windkraftanlagen auf Fehmarn installiert. Ca. 140.000 Haushalte könnte Fehmarn derzeit mit Strom versorgen.

Landesweit sind ca. 1,95 % der Landesfläche SH für Windenergieflächen vorgesehen. Auf Fehmarn jedoch sind seitens des Landes SH sogar ca. 3,8 % und zusätzlich von WKA Betreibern 0,45 %, also somit insgesamt 4,25 % geplant. Mit den noch auf lange Zeit bestehenden Bestandsflächen wäre eine Gesamtmenge von 5,20 % Windenergiefläche auf Fehmarn Fakt. Aus unserer Sicht ist das eine überproportional hohe Belastung.

Fehmarn leistet eine Menge um die Ziele der Energiepolitik zu erfüllen. Keine andere Ostseeinsel kann da auch nur annähernd mithalten. Wir sind der gleichen Meinung wie die Stadt Fehmarn. Fehmarn hat genug! Fehmarn hat dem geforderten Windkraftausbau bereits substantiell mehr als ausreichend Raum gegeben.

II.

Durch nicht ausreichende Abstandsregeln zu Ortschaften und Siedlungen (teilweise nur 600m Abstände zur Wohnbebauung) ist der Bürger gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt, bedingt durch Lärm, Schlagschatten, optische Bedrängung und Umzingelung. Durch Infraschall ausgelöste Beschwerden können sein Nasenbluten, Tinnitus, Kopfschmerz, Schlafstörungen, Schwindelgefühle, Herzrasen.

( Hintergrundinfos: https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article137970641/Macht-der-Infraschall-von-Windkraftanlagen-krank.html )

Der Staat hat da Für- und Vorsorgepflicht. Für den Bürger! Die WHO macht auf diese Gefahren aufmerksam. Erstmalig ist auch der Lärm von Windkraftanlagen als relevante Gefahr für die menschliche Gesundheit erfasst. Die WHO fordert einen maximalen Belastungspegel von 45 dB(A) für den Tagbetrieb der Windkraftanlagen (in Deutschland zur Zeit noch 60 dB(A)). ( Hintergrundinfos: http://www.euro.who.int/en/health-topics/environment-and-health/noise/publications/2018/environmental-noise-guidelines-for-the-european-region-2018 )

III.

Unsere Insel lebt vom Tourismus. Sie ist sogar vom Land S-H 2010 im Landesentwicklungsplan als Schwerpunkt- und Planungsraum für Tourismus und Erholung eingestuft worden. Ein weiterer Ausbau der Windkraft ist daher widersinnig.

Fehmarn könnte seinen Status als Heilbad verlieren. Feriengäste möchten nicht neben Windkraftanlagen Erholung suchen. Existenzen durch Ferienvermietung sind bedroht.

Das Landschaftsbild verändert sich und wird zerstört. Fehmarn ist Flachland. Die Mühlen werden weithin von überall sichtbar sein. Tag und Nacht bei roter Signalbefeuerung.

Zudem kommt mit der möglichen Realisierung der Festen Fehmarnbelt-Querung ein weiterer tourismuseinschränkender Faktor hinzu (ca. 10 -jährige Bauphase und anschließender Transit- und Güterverkehr), der die Insel in der Summe nicht tourismusfähiger machen wird!

IV.

Der Strom kann nicht abgeführt werden! Es gibt keine ausreichenden Stromtrassen! Windräder müssen schon jetzt oft abgeschaltet werden! Verluste werden vom Stromkunden gezahlt (ausgenommen die Industrie)!

Überschüssiger teuer produzierter Strom (sogenannter Phantomstrom), der nicht abgeführt werden kann, wird teilweise ins Ausland verschenkt. Den deutschen Steuerzahler hat dies bereits im Jahr 2015 315 Mill. € und 2016 unglaubliche 645 Mill. € gekostet.

( Hintergrundinfos: https://www.bild.de/politik/inland/windenergie/nutzlos-strom-aus-wind-kostet-kunden-unsummen-53669774.bild.html und https://www.freiewelt.net/reportage/torsten-albig-erklaert-die-energiewende-10063221/ )

V.

Fehmarn ist Hauptachse des überregionalen Vogelflugs und für viele Millionen Zugvögel auf ihrem langen Weg von und zu den Winterquartieren ein wichtiges Etappenziel. Über der Insel kreuzen sich die Routen der Land- und Wasservögel. Dieser Flugkorridor muss laut Empfehlung der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten freigehalten werden. Andernfalls wären die Vögel durch die Rotoren der Windkraftanlagen einem hohen Tötungsrisiko und Verletzungsrisiko ausgesetzt.

Der Kreis Ostholstein hat bereits in seiner Stellungnahme unter dem Punkt 5. „Naturschutz“ auf diese Problematik ausdrücklich hingewiesen.

VI.

Die Immobilien in Anlagen-Nähe erwartet ein Wertverlust von weit über 30, zuweilen auch über 50%, abhängig von Ihrer Nähe zu angrenzenden Windparks. Das kommt einer entschädigungslosen Enteignung des Häuslebauers zugunsten der Windkraftanlagenbetreiber gleich. In Dänemark ist der Wertverlust von Immobilien, die sich in der Nähe von Windenergieanlagen befinden, seit 2009 gesetzlich geregelt. Hier erhalten die Geschädigten eine Ausgleichszahlung!

(Hintergrundinfos: http://bi-plgw.de/joomla/index.php/wissensdatenbank/immobilienwerte/13-in-hueffenhardt.html?start=145 )

VII.

Für die Dorfentwicklung oder die Entwicklung der Stadt Fehmarn bewirkt ein weiterer Ausbau von Windkraft eine enorme infrastruktuelle Einschränkung: Nichts geht mehr. Möchte zum Beispiel ein Dorf sozialen Wohnungsraum schaffen oder ein Haus bauen und es steht ein Windpark in 1000m Entfernung, so kann hier eine erweiternde Bauplanung lt. Baugesetz nicht mehr stattfinden. Es wäre nicht einmal mehr möglich am Rande eines Dorfes ein Feuerwehrgerätehaus zu bauen!

Unser Ziel ist, dass das Land bis 3. Januar viele Stellungnahmen erhält, so dass man dort einmal aufhorcht! es maximal viele Stellungnahmen zu generieren, damit das Land aufhorcht.

 Die Initiative „Windstill“, Fehmarn

 

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