Gleiches Geld für gleiche Arbeit! - A/E 13 für alle Lehrkräfte!

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Gleiches Geld für gleiche Arbeit! - A/E 13 für alle! - Alles Lüge, oder was?

„Ab 1. August 2019 sollen alle Lehrkräfte im Berliner Schuldienst höhergruppiert werden“, so das vollmundige Versprechen der Senatsverwaltung. Alle Kolleg*innen freuten sich über die Aufwertung ihrer Tätigkeit nun endlich auch finanziell. Doch die Realität sieht anders aus.

Erfolgreich, seit 30 bis 40 Jahren mit schriftlicher Beurkundung vom Senat, unterrichtende Kolleg*innen, mit der Ausbildung zum Freundschaftspionierleiter, Erzieher*innen oder anderen Ausbildungen mit Lehrbefähigungen erhalten keine Höhergruppierung in die A/E 13 und keine Zulassung für die dafür notwendige Fortbildung!

229 Kolleg*innen aus allen Berliner Bezirken nehmen seit 2019 an der Fortbildung der Senatsverwaltung teil und ca. 140 Kolleg*innen werden 2020 teilnehmen. Sie müssen sich trotz des Nachweises von 30 Stunden Fortbildung seit 2004 und Verbeamtung weiter in A/E 11 oder A/E 12 bewähren.

„Lehrer*innen 3. Wahl“-  der erste Gedanke, nach dem Lesen des Briefes der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie vom 01.08.2019 an ca. 168 Kolleg*innen. Ihnen teilte man schriftlich, auch nach mehrfachen Widersprüchen, mit: „Die Teilnahme an einer Qualifizierungsmaßnahme nach §40 Absatz 3 Bildungslaufbahnverordnung, […]. Sie gehören nicht zum o.g. genannten Personenkreis. Eine Teilnahme kommt daher nicht in Betracht.“

Eine unverständliche Überraschung für viele 2016 neu eingestellten Lehrer*innen, denn gerade diese freuten sich schon auf ihre Fortbildung und die damit verbundene Höhergruppierung. Einigen wurde bei der Einstellung auch die Gehaltsgruppe E 13 zugesagt! Da ist die Enttäuschung und Wut noch größer.

„Ich wurde gleich am ersten Tag in die erste Klasse geschickt und musste alle Fächer unterrichten. Ich habe dem Buch “Ich geh Schulhof ...“ nicht geglaubt und fühlte mich wie der neue „Phillip Müller“. Wenn ich nicht so gern mit den Schüler*innen arbeiten würde und die Nestwärme meiner Kolleg*innen bekommen hätte, wäre ich sofort wieder gegangen!“  berichtete eine engagierte Pädagogin.

„Das ist eine politische Entscheidung!!!“: erklärte ihnen ein Vertreter des Senates.

30 Jahre nach der Wende finden wir eine solche Ungleichbehandlung nicht angemessen und hinnehmbar!!!

In vielen Schulen arbeiten seit 2016 die Lehrer*innen mit den „neuen“ Kolleg*innen Seite an Seite täglich gemeinsam an den ständig wachsenden Herausforderungen das Alltages. Sie gestalten kreativ die Schul- und Unterrichtsqualität. Gemeinsam bilden Sie Quereinsteiger*innen und Lehramtsanwärter*innen aus. Sie übernehmen wichtige Funktionen in den schulischen Gremien, gestalten Feste und Höhepunkte, engagieren sich für Schüler*innen, Eltern und Kolleg*innen. Sie sind eine wertvolle pädagogische Bereicherung. Eine erfolgreiche Bewährung erscheint uns nach einem Schuljahr angemessen.

Lehrer*innen der unteren Klassen, Erzieher*innen und Freundschaftspionierleiter*innen mit in der DDR erworbener Ausbildung, die ab 2016 eigestellt wurden, sind für die Primärstufe ausgebildete Fachkräfte! Genau deshalb hat der Senat sie eingestellt. Es entspräche doch nicht den Ansprüchen der Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Familie (SenBJF), wenn sie ungeeignete und unqualifizierte Lehrkräfte einstellen würde!

Die bestehende Reglung bedeutet für einen Großteil der betroffenen Lehrer*innen, dass Sie sich bis zum Erreichen der Altersrente nicht für die Höhergruppierung A/E 13 bewähren könnten.

Wir fordern: „Gleiches Geld für gleiche Arbeit!“

„Die sofortige Anerkennung, Wertschätzung und Gleichstellung mit der Höhergruppierung in die A/E 13 für alle!!!“  

„Das Ende der Diskriminierungen aller Lehrkräfte mit Ausbildung nach dem Recht der DDR!“

„Berufsbegleitende Studien und berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst und damit verbundene Höhergruppierung für alle Lehrkräfte, die nicht über eine volle Laufbahnbefähigung verfügen!“

Petra Kaersten für die Aktionsgruppe „Wir wehren uns!“ Berlin, 09.02.2020

Die Zahlen beziehen sich auf die Antwort von Beate Stoffers auf die „Schrifliche Anfrage“ der Abgeordneten Regina Kittler vom 28.11.2019 Drucksache 18/ 21 760.