

Wer kennt diesen Kommentar nicht? Hat ein Herr oder eine Frau Mohr einen rassistischen Namen? Sollte sie*er ihren*seinen Nachnamen ändern? Mit dieser provokativen Frage versuchen Umbenennungsgegner*innen die angebliche Absurdität der Forderung zur Ächtung des M-Wortes zu belegen.
Diese provokativ - unsinnige Frage übersieht jedoch den Unterschied zwischen Namen und Fremdbezeichnungen, denn der Name einer Person gibt nur Auskunft darüber wie eine Person heißt. Die Nachnamen Groß, Klein oder Maler, sind beispielsweise hierzulande sehr verbreitet. Niemand würde nun denken, dass eine Frau Groß nun groß, oder ein Herr Maler nun Maler sei, oder zumindest gut malen könne nur aufgrund seines Namens.
Denksportaufgabe an alle die dieses Scheinargument standartmäßig verwenden:
„Stellen Sie sich eine Person mit dem Nachnamen Mohr vor.“
Vielleicht kennen Sie eine Person mit diesem Nachnamen und haben das Bild dieser Person jetzt im Kopf? Falls nicht, läuft Ihre Vorstellungskraft ins Leere. Allein der Name eines Menschen liefert zu wenig Informationen um sich eine Vorstellung über diese Person machen zu können.
Lautet die Aufgabe aber hingegen:
„Stellen Sie sich einen M-Wort vor.“
Sofort haben nahezu 100% der Menschen ein Bild im Kopf, welches in etwa der entsetzlichen Darstellung vieler Logos der M-Apotheken entsprechen dürfte. Die Darstellung eines M-Wort mit Turban und Pumphose im Topos des Schwarzen unterwürfigen Dieners hat sich fest in die Köpfe der weißen Mehrheitsgesellschaft eingeschrieben und friert dieses Bild dauerhaft ein.
Diese Kleidung, wie sie noch heute auf vielen Logos von M-Apotheken zu sehen ist, wurde damals Schwarzen Menschen aufgezwungen und hatte nichts mit deren Herkunft zu tun. Sie resultierte ausschließlich aus der damaligen Begeisterung für "orientalische" und "türkische" Mode der weißen "Herrenmenschen" die damit das "exotische" Aussehen "ihrer" M-Wort zur Schau stellen wollten.
Jede*r Mensch der sich gegen die Ächtung des M-Wortes ausspricht und diesen Begriff als "gutes, traditionelles Wortgut" verteidigt, macht sich die damalige Ideologie zu eigen und verhilft dazu, dass diese in die nächste Generation weiter transportiert wird.
Eine Ächtung ist also unumgänglich!
Immer wenn Ihr diesem Scheinargument begegnet, sendet einfach diesen Link als Antwort.