Обновление к петицииWir Eltern kämpfen für den Sorbisch-Unterricht unserer Kinder!Die Folgen der Verordnung am Beispiel des Hortes der Grundschule Vetschau:
Kathleen KomolkaГермания
28 февр. 2017 г.
Gestern haben wir die Kinder des WITAJ-Horts der Dr. Albert Schweitzer Grundschule in Peitz besucht. Unter der Leitung von Christin Weichert besuchen derzeit 119 Kinder diesen Hort, 25 dieser Kinder nehmen am bilingualen Unterricht im Fach Sorbisch im Rahmen des WITAJ-Programms teil. Anke Gräfe ist im Hort für die sorbisch-sprachige Betreuung und sprachliche Förderung der WITAJ-Kinder verantwortlich und kommt dieser Verantwortung mit Herz und Begeisterung nach. Doch welche Folgen hat die Umsetzung der von Bildungsminister Günter Baaske geplanten Verordnung hier ganz konkret für die Kinder der Grundschule und im Hort in Vetschau? Anke Gräfe beantwortet uns diese Frage: "Bei einer Umsetzung der Verordnung würde WITAJ-Unterricht und WITAJ im Hort in Vetschau auf jeden Fall wegbrechen. Wir haben manchmal 5 Kinder und manchmal 8 Kinder in den WITAJ-Klassen und würden die vorgesehene Zahl 12 weder im Moment erreichen, noch in Zukunft. Die Zahl ist utopisch. Je größer die Gruppen werden um so schwieriger ist es für die Kinder sie sorbische Sprache zu erlernen. In den kleinen Gruppen ist das individueller und an den Bedürfnissen der Kinder gemessen möglich. In unserer Bibliothek haben wir für unsere Kinder eine „sorbische Ecke“, die mit sorbischen Kinderbüchern und unseren sorbischen Sagen und Geschichten gut ausgestattet ist, geschaffen. Hier fanden und finden auch regelmäßige Lesungen mit unseren sorbischen Autoren statt. Auch dieser Aspekt steht und fällt und entfällt mit WITAJ bzw. der Umsetzung der Verordnung. Wer die Sprache nicht lernt kann die Bücher natürlich auch nicht lesen. Solche Angebote werden von den Kindern aber sehr gern angenommen. Natürlich werden darüber hinaus auch die sorbischen Bräuche wie Zampern, Kokot, Johannisreiten u. a. aktiv gepflegt und sind fester Bestandteil im Hortalltag und damit im Leben der Kinder. Würde dies den Kindern genommen werden nehmen wir Ihnen den Bezug zu unserer Region, Herkunft und Geschichte." Das WITAJ-Projekt wurde im Jahr 2000 in Vetschau eingeführt. Zunächst begann das Projekt in der Kita, bevor im Jahr 2005 mit der Einschulung der ersten WITAJ-Kinder das Projekt auch in der Schule und im Hort eingeführt wurde. Die WITAJ-Kindern malten für uns Bilder mit sorbischen Motiven. Dessen was sie mit dem Sorbischen verbinden und so findet sich bei vielen das Lindenblatt in den sorbischen Farben, das Wort WITAJ als Symbol des Sorbischen aus dem täglichen Leben und Erleben der Kinder aber auch viele Motive aus unserem reichen Sagenschatz wie der Schlangenkönig und die Lutki auf den Bildern der Kinder. Die Kinder lachen und berichten fröhlich in deutsch und in sorbisch was sie auf ihren Bildern malen und warum sie dieses Motiv gewählt haben. Hannah aus der 4. Klasse berichtet dabei mit leuchtenden Augen, dass sie das einzige Kind ihrer Jahrgangsstufe ist, dass am WITAJ-Unterricht und Hort teilnimmt. Hannah wird gemeinsam mit vier Kindern aus der 5. Klasse unterrichtet und ist glücklich in diesem kleinen und geschützten Rahmen unsere Sprache erlernen zu können. Hannah ist ein wunderbares Beispiel wie die jetzige Verordnung praktisch in unserem Lebensalltag Anwendung finden und eine intensive und qualitativ hochwertige Sprachvermittlung des Sorbischen ermöglicht. Die sorbische Sprache -auch in der Schule und im Hort gehört zum Leben und zum Alltag unserer Kinder. Insbesondere der Kinder deren Eltern keine Muttersprachler sind oder in denen das sorbische Erbe über die Jahre und Generationen verloren ging. Diese Kinder sind unsere Chance dieses Erbe und Bewusstsein in die Familien und den Lebensalltag zurückzubringen und deshalb ein kostbarer Schatz, den wir schützen müssen! Die geplante Verordnung von Bildungsminister Günter Baaske wäre der Todesstoß der sorbischen Sprach- und Kulturvermittlung an unsere Kinder und die nachfolgenden Generationen. Sehr geehrter Herr Minister Baaske! Das können und werden wir als Eltern der Kinder der sorbischen Minderheit nicht zulassen! Deshalb fordern wir von Ihnen: Nehmen Sie Ihre kulturelle Verantwortung für unsere Kinder und das sorbische Volk wahr und stoppen Sie diese Verordnung! Sofort!
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