Neuigkeit zur Petition

Protestmail-Aktion!!! Kinderkommission eingeschaltet!

Sandra Lück
Soest, Deutschland
26.09.2016
Leider wurde unsere Bundestagspetition ohne Erreichen der notwendigen Unterschriften für eine öffentliche Anhörung nun abgeschlossen. Eine Beschlussempfehlung wird die Zeitspanne bis zum kommenden Rosenmontag überschreiten. Darum müssen wir weitere Maßnahmen ergreifen: Diesmal wenden wir uns an die Kinderkommission, den Unterausschuss des Familienausschusses des Bundestages und bitten die Vertreter der Belange der Kinder, tätig zu werden. Anhängend folgt die Email, die heute versandt wurde. Liebe Unterstützer, bitte wenden auch Sie sich an die Kommission und schicken Sie eine Email an kinderkommission@bundestag.de Fordern Sie mit mir ein Ende des Gänsereitens! Vielen Dank! Sandra Lück sandra-lueck@tierschutzpartei.de Deutscher Bundestag Kinderkommission Platz der Republik 1 11011 Berlin kinderkommission@bundestag.de Velbert, den 26.09.2016 Sehr geehrter Herr Norbert Müller, sehr geehrte Damen und Herren. Ich wende mich an Sie als Vertreter der Kinderkommission des deutschen Bundestages, die sich der Wahrnehmung der Belange der Kinder in diesem Unterausschuss verschrieben haben. Seit nunmehr 2 Jahren habe ich jede sich bietende Möglichkeit genutzt, um gegen das „traditionelle“ Gänsereiten in Bochum –Wattenscheid vorzugehen. Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, verweigern die beiden Gänsereitervereine Wattenscheids als letzte deutschlandweit, freiwillig auf Attrappen umzusteigen, nutzen weiterhin echte Gänse, denen zu Rosenmontag bei jener öffentlichen Veranstaltung im Galopp der Kopf abgerissen wird. Um das Spektakel zu verlängern, werden den zuvor extra getöteten Tieren die Hälse mit Seife eingeschmiert. So steigt der Schwierigkeitsgrad und die Gänsereiter bedürfen mehrerer Versuche, bis das geschundene Gewebe endlich nachgibt und der Kopf vom Hals reißt. Dieser barbarischen und würdelosen „Tradition“ wohnen jährlich sehr viele Kinder bei. Nicht nur die kleinen Kinder-Gänsereiter (wenigstens hier kommen seit einigen Jahren Attrappen zum Einsatz) , die sehnlichst darauf warten, endlich alt genug zu sein, um ebenfalls ein totes Tier zum Vergnügen zu schänden, stehen in der ersten Reihe, auch können Eltern ihre Kinder jeden Alters mitbringen und sie dazu nötigen, sich dem blutigen Schauspiel auszusetzen. 2014 habe ich eine Petition auf Change.org gestartet, die inzwischen über 100.000 Menschen unterzeichnet haben und die deutschlandweit das Interesse der Medien erregt hat. Strafanzeigen gegen die genehmigenden Behörden wurden allesamt eingestellt. Die Behörden des Landes NRW sowie die Stadt Bochum selber geben an, ein Verbot des Gänsereitens nicht durchsetzen zu können. Eine Petition zum Erlass eines Gesetzesentwurfes, der den Missbrauch (auch toter) Tiere bei öffentlichen und nicht-öffentlichen Darstellungen in Anwesenheit von Kindern verbietet, wurde vom Petitionsausschuss des Landtages NRW abgelehnt, auch wenn der Landtag durchaus eingeräumt hat, dass (psychische) Schäden bei Kindern durch die gewaltverherrlichende Darstellung an den Tieren nicht auszuschließen sei. Die Verantwortung läge jedoch allein bei den Eltern. Auch eine Klage mit Unterstützung der Tierschutzpartei beim Innenministerium NRW gegen die Vereine wurde abgelehnt. Die Eingabe einer Petition beim Bundestag war leider nicht erfolgreich, da die notwendigen Unterschriften in der vorgegebenen Frist für eine öffentliche Anhörung nicht erreicht wurden. Auch die Versuche verschiedener Vereine und Organisationen, gegen das Gänsereiten vorzugehen, waren allesamt erfolglos. Spätestens im November, mit Beginn der Karnevalszeit, werden die Vorbereitungen auf das Rosenmontags-Spektakel wieder aufgenommen. Und auch ich bereite mich auf erneute Strafanzeigen, Klagen und öffentliche Darstellungen vor. Ich bitte Sie inständig, sich dem Thema einmal zu widmen und sich darüber Gedanken zu machen, welche Auswirkungen dieses brutale Kriegsspiel auf eine Kinderseele haben kann. Bitte lesen Sie meine Petition: https://www.change.org/p/petition-stoppen-sie-das-gänsereiten-in-bochum-wattenscheid-hannelorekraft-derwesten und wägen Sie meine folgende Forderung zum Gesetzeserlass ab: Bislang war es nicht möglich, per Gesetz den Missbrauch an einem toten Tier vor Schutzbefohlenen ( Kindern ) zu verbieten, da das „Kopfabreißen“ einer toten Gans keinen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt. Auch in Bezug auf das Jugendschutzgesetz konnte trotz der gewaltverherrlichenden Darstellung und der Leichenfledderei vor Kindern jedes Alters kein Verstoß festgestellt werden. Da die Genehmigung einer solchen „Tradition“ mit dem Staatsziel Tierschutz, welches 2002 in das Grundgesetz implementiert wurde und so mit Art.20a besagt: "Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung." Nicht konform geht, scheint hier eine Gesetzeslücke vorzuliegen. Trotz der Verantwortung des Staates für die künftigen Generationen findet sich kein Gesetz, welches dafür Sorge trägt, dass unsere Kinder NICHT einer derart verantwortungs- und würdelosen, brutalen und blutigen Darstellung ausgesetzt werden. Unser Staat sieht sich derzeit nicht in der Lage, gesetzlich zu beschließen, dass unsere Kinder den notwendigen Respekt und Empathie für alle Lebewesen erlernen. Somit ist unser Staat derzeit mitverantwortlich für die Fehlentwicklung jener Kinder, die aufgrund einer, von Gesetzeswegen möglichen , Gewaltdarstellung gegen Schwächere strafrechtlich in Erscheinung treten. Sei es durch Gewalt gegen Tiere, oder auch andere Menschen! Somit fordere ich Sie auf, sich umgehend mit einem Gesetzesentwurf zu befassen, welcher die Behandlung (toter) Tiere durch öffentliche und nicht öffentliche Darstellung in Anwesenheit von Kindern reglementiert, um zu gewährleisten, dass die künftigen Generationen gesetzestreu und werteorientiert aufwachsen und unsere Kinder zusätzlich vor solch brutalen Eindrücken schützen, wie die Bilder des reißenden Gewebes beim Gänseköpfen! Ich bitte Sie als politische Interessenvertreterin, aber auch als Mutter, das Thema „Gänsereiten“ in der Kinderkommission und im Familienausschuss aufzunehmen, um einen Gesetzeserlass zu anzuregen. Bitte schützen Sie unsere Kinder und stoppen Sie das Gänsereiten. Mit freundlichen Grüßen, Sandra Lück -- Sandra Lück stellvertretende Bundesschriftführerin Mitglied im Vorstand Landesverband NRW sandra-lueck@tierschutzpartei.de www.tierschutzpartei.de