Petition gegen die Reform der Krankschreibungsregelungen der Bundesregierung

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Das Problem

Nein zur Verschärfung der Krankschreibung - Für ein faires und praktikables Gesundheitssystem

Krank zu sein ist keine Entscheidung. Wer krank ist, braucht vor allem Zeit, sich zu erholen - und sollte nicht zusätzlich mit unnötiger Bürokratie belastet werden.

Die geplanten Änderungen zur Krankschreibung, insbesondere die verpflichtende ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag sowie die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung, würden viele Menschen vor erhebliche Herausforderungen stellen, ohne die eigentlichen Ursachen hoher Krankheitsausfälle nachhaltig zu bekämpfen.

Besonders betroffen wären Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Migräne, Endometriose, Frauen mit starken Periodenschmerzen oder psychischen Erkrankungen. Krankheitsschübe treten häufig plötzlich und unvorhersehbar auf. Während einer schweren Migräneattacke sind Autofahren, längere Wege oder auch nur der Aufenthalt in hellen Wartezimmern für viele Betroffene kaum möglich. Menschen in einer akuten psychischen Krise benötigen vor allem Ruhe und Unterstützung - nicht den zusätzlichen Druck, zwingend eine Arztpraxis aufsuchen zu müssen.

Auch bei akuten Infektionskrankheiten ist die geplante Regelung wenig sinnvoll. Wer an einer Magen-Darm-Erkrankung, einer Grippe oder einem anderen ansteckenden Infekt leidet, sollte andere Patientinnen und Patienten sowie das Praxispersonal nicht unnötig einem Infektionsrisiko aussetzen müssen. Die telefonische Krankschreibung hat sich in solchen Fällen als verantwortungsvolle und praxisnahe Lösung bewährt.

Gleichzeitig arbeiten viele Hausarztpraxen bereits heute an ihrer Belastungsgrenze. Termine sind oft erst nach Tagen oder Wochen verfügbar, Wartezimmer überfüllt und das medizinische Personal stark beansprucht. Millionen zusätzlicher Arztbesuche für kurzfristige Krankschreibungen würden diese Situation weiter verschärfen. Leidtragende wären am Ende auch diejenigen, die wegen ernsthafter Erkrankungen dringend ärztliche Hilfe benötigen.

Selbstverständlich muss Missbrauch von Krankschreibungen verhindert werden. Doch dafür bestehen bereits heute gesetzliche Möglichkeiten. Arbeitgeber können schon jetzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag verlangen, wenn hierfür berechtigte Gründe vorliegen. Eine pauschale Verschärfung für alle Beschäftigten trifft dagegen vor allem die große Mehrheit der Menschen, die verantwortungsvoll mit ihrer Gesundheit und ihrer Arbeit umgehen.

Ein modernes Gesundheitssystem sollte auf Vertrauen, medizinischer Vernunft und praktikablen Lösungen basieren. Regelungen müssen den Alltag von Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzten sowie Arbeitgebern gleichermaßen berücksichtigen – anstatt neue Hürden zu schaffen.

Deshalb fordern wir:

  • Erhalt der telefonischen Krankschreibung für geeignete Krankheitsbilder.
  • Keine generelle Verpflichtung zur ärztlichen Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag.
  •  Entlastung statt weiterer Belastung der Arztpraxen.

Lösungen, die chronisch kranke Menschen und Menschen mit akuten Infektionskrankheiten angemessen berücksichtigen. 

Bitte unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass gesundheitspolitische Entscheidungen praxisnah, menschlich und verantwortungsvoll getroffen werden.

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Paula KoyuncuPetitionsstarter*in

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