Petition updatePetition für Bildungsgerechtigkeit: Für alle Kinder, denen der Zugang verweigert wird.Widerspruch gegen die Ablehnung des Schulplatzes am Wagenburg-Gymnasium
Eltern InitiativeStuttgart, Germany
Apr 25, 2025

Sehr geehrter Herr N……,

hiermit legen wir im Namen unseres Sohnes L…. form- und fristgerecht Widerspruch gegen die Ablehnung am Wagenburg-Gymnasium ein.

Zudem fordern wir nach wie vor eine rechtsverbindliche Stellungnahme dazu, auf welcher gesetzlichen Grundlage der Schulweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln als zentrales Kriterium der Schülerlenkung herangezogen wird.

Die bisherigen pauschalen Verweise auf § 88 Absatz 4 des Schulgesetzes Baden-Württemberg sind in diesem Zusammenhang nicht zielführend, da die konkret angewandten Auswahlkriterien, insbesondere die Bedeutung der ÖPNV Anbindung, dort schlichtweg nicht geregelt oder benannt sind.

Trotz mehrfacher Anfrage durch uns an das Regierungspräsidium bleibt eine klare und inhaltlich substantielle Antwort auf diese zentrale Frage aus.

Wir bitten hierzu höflich um eine erneute, sorgfältige Prüfung unter Berücksichtigung folgender Aspekte für eine transparente und gerechte Schulplatzvergabe.

1. Wohnortnähe und Zumutbarkeit des Schulwegs: L…. wohnt nur etwa 1200 Meter Fußweg vom Wagenburg-Gymnasium entfernt. Der Schulweg ist kurz, sicher und für ein Kind seines Alters gut zu bewältigen. Die Zuweisung zu einer weiter entfernten oder mit einem deutlich gefährlicheren Schulweg verbunden Schule würde einen erheblich längeren und möglicherweise unsicheren Schulweg bedeuten.

L…  kann mit dem Fahrrad oder zu Fuß, wie oben erwähnt, deutlich schneller am Wagenburg-Gymnasium als mit dem Bus. Die Anwendung der uns bisher, wie o.b. nicht klaren ÖPNV-Regelung, erscheint daher sachlich unpassend und benachteiligt Kinder, die in unmittelbarer Nähe zur Schule wohnen.

Zudem wurde uns über den Aufnahmeantrag des Wagenburg Gymnasiums die Information übermittelt, dass das „Hauptkriterium (für die Aufnahme) … die Entfernung zur Schule sein“ wird, somit ist die Auswahl über die Entfernung mittels ÖPNV nicht nachvollziehbar.

2. Soziale Bindungen und emotionale Stabilität:

L… hat in der Umgebung des Wagenburg-Gymnasiums seinen Freundeskreis und sein soziales Umfeld. Die Trennung von diesen Bezugspersonen und die Eingewöhnung in eine neue, fremde Umgebung stellen für ihn eine große emotionale Herausforderung dar. Gerade in dieser sensiblen Entwicklungsphase ist Stabilität besonders wichtig.

3. Gleichbehandlung und Chancengleichheit:

Es entsteht der Eindruck, dass Kinder aus bestimmten Stadtteilen wie Ostheim und Gaisburg systematisch benachteiligt werden. Wir bitten um eine Stellungnahme, wie sichergestellt wird, dass alle Kinder, unabhängig von ihrem Wohnort, gleich behandelt werden und Zugang zu wohnortnahen Schulen erhalten.

4. Berücksichtigung individueller Umstände:

Wir möchten betonen, dass die Ablehnung für L…  eine erhebliche psychische Belastung darstellt.

Die Entscheidung wirkt sich nicht nur auf seine schulische, sondern auch auf seine persönliche Entwicklung aus. Wir bitten um Sensibilität für die individuellen Bedürfnisse und die besondere Situation unseres Kindes.

Abschließende Bitte:

Wir bitten Sie eindringlich, die Entscheidung im Sinne des Kindes zu überprüfen und L… einen Schulplatz am Wagenburg-Gymnasium zu ermöglichen.

Wir bitten Sie nachdrücklich, uns innerhalb der nächsten zwei Wochen eine schriftliche Stellungnahme zu übermitteln, in der Sie die rechtliche Grundlage und die sachliche Angemessenheit Ihrer Entscheidung nachvollziehbar darlegen.

Für ein Gespräch stehen wir darüber hinaus selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

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