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Bundesjugendspiele abschaffen!

Die Bundesjugendspiele sind nicht mehr zeitgemäß: Der Zwang zur Teilnahme und der starke Wettkampfcharakter sorgen bei vielen Schülern für das Gefühl, vor der Peergroup gedemütigt zu werden. Daran hat auch die Einführung der "Teilnahmeurkunde" für diejenigen, die am schlechtesten abschneiden, nichts geändert. 

Sport sollte Spaß machen und nicht nur für ein gutes Körpergefühl, sondern auch für Selbstbewusstsein sorgen, unabhängig vom Talent und Können des Einzelnen. Die Bundesjugendspiele in ihrer jetzigen Form (ursprünglich auf die Reichsjugendwettkämpfe zurückgehend) konterkarieren dieses Ziel, sie demotivieren Schüler und setzen sie unter sozialen Druck.

Häufig werden die Ergebnisse der Wettkämpfe beim Austeilen der Urkunden sogar öffentlich im Unterricht verlesen, als würde es nicht reichen, dass auf dem Sportplatz die Peergroup hautnah mitbekommt, wer besonders gut und besonders schlecht ist. Dabei werden die individuellen körperlichen Voraussetzungen (Körperbau, Größe, Konstitution) der einzelnen Kinder nicht berücksichtigt, gleichzeitig aber, obwohl dies wissenschaftlich nicht haltbar ist, völlig unnötige Geschlechterunterschiede bei den Leistungen von Kindern unter 11 Jahren gemacht.

Das Argument, gerade die schwächeren Schüler könnten bei den Bundesjugendspielen Erfolge verbuchen, darf nicht über den Schutz derjenigen Schüler gestellt werden, die im Sport keine guten oder schlechte Leistungen erbringen. Ein Wettkampf, bei dem Einzelne schon vorher wissen, dass sie chancenlos sind, ist sinnlos und unfair.

Die vom Kuratorium für die Bundesjugendspiele postulierten Ziele Freude an Bewegung, Gemeinschaftsgeist und positive Werte werden durch die Bundesjugendspiele nur einigen wenigen, im Sport guten Schülern vermittelt. Für viele weniger sportliche Schüler hingegen bedeuten diese Spiele eine alljährlich wiederkehrende öffentliche Demütigung. Viele glauben bis ins Erwachsenenalter, sie seien unsportlich, was fatal ist, denn eine positive Einstellung zum Sport und zum eigenen Körper dient nicht nur dem psychischen Wohlbefinden, sondern beugt auch langfristig Bewegungsarmut und körperlichen Erkrankungen vor.

Deswegen sollten die Bundesjugendspiele entweder abgeschafft oder auf Freiwilligkeit umgestellt werden.

This petition was delivered to:
  • Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
    Manuela Schwesig
  • Präsidentin der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder
    Brunhild Kurth

    Christine Finke started this petition with a single signature, and now has 21,321 supporters. Start a petition today to change something you care about.