PatientInnen sollen richtig aufgeklärt werden müssen


PatientInnen sollen richtig aufgeklärt werden müssen
Das Problem
Theoretisch sollen Patient:Innen laut Gesetz so über Risiken, Chancen und Alternativen aufgeklärt werden, dass sie selbst eine informierte Entscheidung treffen können, für welche Therapie sie sich entscheiden oder ob sie einer OP zustimmen.
Nach meiner Erfahrung als Patient geschieht dies in vielen Fällen nicht. Als man mir in einem Krankenhaus beispielsweise eine aufwändige Operation empfahl, ich dann aber durch Zufall erfuhr, dass auch eine Therapie ohne OP möglich ist (und die war dann auch super erfolgreich), fragte ich meine Krankenkasse, ob das 1. Krankenhaus nicht die Verpflichtung gehabt hätte, mir zu sagen, dass andere Krankenhäuser das auch ohne OP behandeln, sagte man mir: "Theoretisch müssen die Sie über Therapien ohne OP informieren, aber ich müsse schon Verständnis dafür haben, dass die das nicht machen, denn mit den OPs machen die schließlich ihr Geld".
Daher lautet die Forderung 1:
Krankenhäuser müssen Patienten über alternative Therapien aufklären. Tun sie dies nicht, erhält der Patient die Differenz zur günstigeren Therapie zurück, mindestens aber 1000€.
Und bei einer vorgeschlagenen Intervention sagte man mir bei der Aufklärung, dass die Häufigkeit von schwerwiegenden Komplikationen bei 1:1000 liegt. Als ich dann aber darauf bestand, eine Studie zu sehen, die das bestätigt, gab man mir eine, in der das Risiko mit 45:1000 beziffert wurde, also 45 mal so hoch.
Und dies war sogar noch eines der besseren Aufklärungsgespräche. Denn oft bekommt man überhaupt keine Häufigkeiten zu hören. Sondern nur, dass man sterben kann oder ein Organ verlieren oder was auch immer, aber das sei selten oder sehr selten. Ohne dass die beziffern können bzw. wollen, was selten oder sehr selten heißt.
Aber ohne die Angabe, ob selten nun 1 von 10 heißt oder 5 von 100 oder 1 von 100 oder 1 von 1000, ist die Information ziemlich wertlos. Denn prinzipiell sterben kann man auch, wenn man mit dem Fahrrad Brötchen holt. Der entscheidende Punkt ist, wie häufig man stirbt.
Dabei wäre es für Krankenhäuser sehr einfach, den Patienten solche Zahlen zu nennen, also z.B. zu sagen: Wir haben in den letzten 12 Monaten 1325 Operationen dieser Art durchgeführt. 17 Menschen sind dabei gestorben. Bei 347 Menschen war danach eine 2. Operation notwendig, bei 138 eine 3. oder sogar noch mehr. Bei 157 Menschen sind bleibende Schäden übriggeblieben. Bei 625 Menschen gab es Schäden, die aber wieder ausgeheilt sind.
Denn zu jeder Operation wird ja ein Operationsbericht verfasst. Es wäre also ein Leichtes, diese Zahlen zusammenzutragen.
Daher lautet die Forderung 2:
Jedes Krankenhaus soll jedem Patienten bei der Aufklärung angeben, wie häufig es im letzten vollen Jahr zu schweren Komplikationen gekommen ist, also z.B. in 17 von 1325 durchgeführten OPs im Jahr 2024 Tod, in 312 von den 1325 2. OP etc. Falls dies nicht eindeutig klärbar ist, auch als Spanne, also z.B. 10-20.
Und es soll dem Patienten einen Spanne von Häufigkeiten angeben, die man für ihn schätzt, also beispielsweise in 5-10 von 1000 OPs Tod, und in 100-200 Fällen von 1000 eine 2. OP.
Letzteres, damit auch ein Krankenhaus, das schwere Fälle annimmt, die Chance hat, einem Patienten zu sagen, dass bei ihr oder ihm das Risiko nicht so hoch ist, also keinen einen Nachteil dadurch hat hat, dass es schwierige Fälle annimmt.
Die Krankenhäuser werden keine zu hohen Zahlen nennen, da Patienten sonst abgeschreckt werden. Oder diese einfach zu Krankenhäusern gehen, die ihnen niedrigere Zahlen nennen.
Damit Krankenhäuser aber auch keine unrealistisch niedrigen Zahlen nennen, wird kontrolliert, ob die tatsächlichen Ereignisse mit diesen Schätzungen übereinstimmen, also ob die Summe der Häufigkeiten, die man für jeden Patienten angegeben hat, nicht kleiner ist als die Anzahl der tatsächlich aufgetretenen Fälle.
Daher Forderung 3:
Das Krankenhaus muss jeweils die Prozentzahl der tatsächlichen Fälle an der Summe der maximal geschätzten Häufigkeiten angeben.
Wenn also die Summe der maximal geschätzten Häufigkeiten bei allen Patienten bei 10 liegt, die tatsächliche Häufigkeit aber bei 14, dann wäre die Prozentzahl 140%. Also treten 140% der maximal prognostizierten Schadensfälle auf. Typischerweise sollte diese Zahl unter 100% liegen, da das Krankenhaus die oberen Spanne der Häufigkeiten so schätzt, dass die tatsächliche Zahl eher kleiner ist.
Vorteile dieser Forderungen
Ich bin in einem Krankenhaus operiert worden. Dabei ist etwas schief gegangen. Und erst nachher habe ich erfahren, dass in diesem Krankenhaus bei dieser Art von OPs relativ häufig etwas schief geht. Aber im Augenblick hat man als Patient keine Möglichkeit, vorher zu erfahren, dass ein Krankenhaus bei einer bestimmten Art von OP häufiger schlechte Arbeit leistet, außer man kennt zufällig einen Arzt oder Insider, der das weiß. Denn die Qualitätsberichte der Krankenhäuser enthalten diese Komplikationsraten nicht oder nur in den seltensten Fällen Selbst die Teile nicht, die nicht öffentlich sind. Auch die Portale der Krankenkassen, z.B. der Krankenhaus-Navigator enthalten diese Informationen nicht. Auch der Klinik-Atlas hätte diese Informationen nur in wenigen Fällen enthalten. Dieser wird jetzt aber sowieso eingestellt.
Zweitens werden solche Schwachpunkte durch ein solches Verfahren sehr schnell bekannt und damit auch sehr schnell ausgemerzt. Im Augenblick wird oft erst reagiert, wenn einige Patienten erfolgreich wegen Behandlungsfehlern geklagt haben. Bis dahin sind aber oft schon zig oder hunderte weitere Patienten geschädigt worden. Dies liegt auch daran, dass es keine Behörde gibt, die Krankenhäuser prüft ähnlich wie der TÜV Autos prüft.
Drittens wird sich die Qualität der Behandlung dadurch sehr schnell verbessern. Denn durch diese Zahlen entsteht ein Konkurrenzdruck zwischen den Krankenhäusern. Wenn ein Krankenhaus erheblich höhere Komplikationsraten hat als ein anderes, werden weniger Patienten sich dort behandeln lassen. Und dadurch wird das Krankenhaus seine Qualität verbessern müssen.
Viertens wird wirklich die Qualität gemessen und nicht nur angenommen, dass Krankenhäuser, die etwas oft machen, das dann auch gut machen. Dagegen wird bei der aktuellen Krankenhausreform angenommen, dass Krankenhäuser, die eine Leistungsgruppe an OPs oft machen, dann alle OPs dieser Leistungsgruppe auch gut machen, während eine Klinik oder ein Arzt, die eine Leistungsgruppe nicht so oft macht, dies auch schlechter macht. Dies mag in 70% der Fälle auch stimmen. Aber in 30% der Fälle eben auch nicht. Und ein Arzt, der hervorragende Arbeit macht bei bestimmten OPs, kommt durch das Kriterium Anzahl der OPs unter die Räder, wenn er nicht in einem Krankenhaus arbeitet, das viele OPs dieser Art durchführt.
Hier wird pro Art der OP bestimmt, ob die Arbeit gut gemacht wird. Und nicht nur pro Leistungsgruppe.
Manchmal ist es sogar noch schlimmer als oben ausgeführt. Es werden nicht nur keine Häufigkeiten für die verschiedenen Komplikationen genannt. Es werden sogar die Komplikationen in den Aufklärungsgespräch verschwiegen und dann der Aufklärungsbogen, in dem diese Komplikationen genannt sind, direkt zur Unterschrift hingehalten, bevor der Patient auch nur die Chance hatte, diesen Aufklärungsbogen in Ruhe durchzulesen.
Siehe auch meine Petition:
Schlimme Praktiken bei der Patientenaufklärung verbieten
https://www.change.org/p/schlimme-praktiken-bei-der-patientenaufklärung-verbieten
94
Das Problem
Theoretisch sollen Patient:Innen laut Gesetz so über Risiken, Chancen und Alternativen aufgeklärt werden, dass sie selbst eine informierte Entscheidung treffen können, für welche Therapie sie sich entscheiden oder ob sie einer OP zustimmen.
Nach meiner Erfahrung als Patient geschieht dies in vielen Fällen nicht. Als man mir in einem Krankenhaus beispielsweise eine aufwändige Operation empfahl, ich dann aber durch Zufall erfuhr, dass auch eine Therapie ohne OP möglich ist (und die war dann auch super erfolgreich), fragte ich meine Krankenkasse, ob das 1. Krankenhaus nicht die Verpflichtung gehabt hätte, mir zu sagen, dass andere Krankenhäuser das auch ohne OP behandeln, sagte man mir: "Theoretisch müssen die Sie über Therapien ohne OP informieren, aber ich müsse schon Verständnis dafür haben, dass die das nicht machen, denn mit den OPs machen die schließlich ihr Geld".
Daher lautet die Forderung 1:
Krankenhäuser müssen Patienten über alternative Therapien aufklären. Tun sie dies nicht, erhält der Patient die Differenz zur günstigeren Therapie zurück, mindestens aber 1000€.
Und bei einer vorgeschlagenen Intervention sagte man mir bei der Aufklärung, dass die Häufigkeit von schwerwiegenden Komplikationen bei 1:1000 liegt. Als ich dann aber darauf bestand, eine Studie zu sehen, die das bestätigt, gab man mir eine, in der das Risiko mit 45:1000 beziffert wurde, also 45 mal so hoch.
Und dies war sogar noch eines der besseren Aufklärungsgespräche. Denn oft bekommt man überhaupt keine Häufigkeiten zu hören. Sondern nur, dass man sterben kann oder ein Organ verlieren oder was auch immer, aber das sei selten oder sehr selten. Ohne dass die beziffern können bzw. wollen, was selten oder sehr selten heißt.
Aber ohne die Angabe, ob selten nun 1 von 10 heißt oder 5 von 100 oder 1 von 100 oder 1 von 1000, ist die Information ziemlich wertlos. Denn prinzipiell sterben kann man auch, wenn man mit dem Fahrrad Brötchen holt. Der entscheidende Punkt ist, wie häufig man stirbt.
Dabei wäre es für Krankenhäuser sehr einfach, den Patienten solche Zahlen zu nennen, also z.B. zu sagen: Wir haben in den letzten 12 Monaten 1325 Operationen dieser Art durchgeführt. 17 Menschen sind dabei gestorben. Bei 347 Menschen war danach eine 2. Operation notwendig, bei 138 eine 3. oder sogar noch mehr. Bei 157 Menschen sind bleibende Schäden übriggeblieben. Bei 625 Menschen gab es Schäden, die aber wieder ausgeheilt sind.
Denn zu jeder Operation wird ja ein Operationsbericht verfasst. Es wäre also ein Leichtes, diese Zahlen zusammenzutragen.
Daher lautet die Forderung 2:
Jedes Krankenhaus soll jedem Patienten bei der Aufklärung angeben, wie häufig es im letzten vollen Jahr zu schweren Komplikationen gekommen ist, also z.B. in 17 von 1325 durchgeführten OPs im Jahr 2024 Tod, in 312 von den 1325 2. OP etc. Falls dies nicht eindeutig klärbar ist, auch als Spanne, also z.B. 10-20.
Und es soll dem Patienten einen Spanne von Häufigkeiten angeben, die man für ihn schätzt, also beispielsweise in 5-10 von 1000 OPs Tod, und in 100-200 Fällen von 1000 eine 2. OP.
Letzteres, damit auch ein Krankenhaus, das schwere Fälle annimmt, die Chance hat, einem Patienten zu sagen, dass bei ihr oder ihm das Risiko nicht so hoch ist, also keinen einen Nachteil dadurch hat hat, dass es schwierige Fälle annimmt.
Die Krankenhäuser werden keine zu hohen Zahlen nennen, da Patienten sonst abgeschreckt werden. Oder diese einfach zu Krankenhäusern gehen, die ihnen niedrigere Zahlen nennen.
Damit Krankenhäuser aber auch keine unrealistisch niedrigen Zahlen nennen, wird kontrolliert, ob die tatsächlichen Ereignisse mit diesen Schätzungen übereinstimmen, also ob die Summe der Häufigkeiten, die man für jeden Patienten angegeben hat, nicht kleiner ist als die Anzahl der tatsächlich aufgetretenen Fälle.
Daher Forderung 3:
Das Krankenhaus muss jeweils die Prozentzahl der tatsächlichen Fälle an der Summe der maximal geschätzten Häufigkeiten angeben.
Wenn also die Summe der maximal geschätzten Häufigkeiten bei allen Patienten bei 10 liegt, die tatsächliche Häufigkeit aber bei 14, dann wäre die Prozentzahl 140%. Also treten 140% der maximal prognostizierten Schadensfälle auf. Typischerweise sollte diese Zahl unter 100% liegen, da das Krankenhaus die oberen Spanne der Häufigkeiten so schätzt, dass die tatsächliche Zahl eher kleiner ist.
Vorteile dieser Forderungen
Ich bin in einem Krankenhaus operiert worden. Dabei ist etwas schief gegangen. Und erst nachher habe ich erfahren, dass in diesem Krankenhaus bei dieser Art von OPs relativ häufig etwas schief geht. Aber im Augenblick hat man als Patient keine Möglichkeit, vorher zu erfahren, dass ein Krankenhaus bei einer bestimmten Art von OP häufiger schlechte Arbeit leistet, außer man kennt zufällig einen Arzt oder Insider, der das weiß. Denn die Qualitätsberichte der Krankenhäuser enthalten diese Komplikationsraten nicht oder nur in den seltensten Fällen Selbst die Teile nicht, die nicht öffentlich sind. Auch die Portale der Krankenkassen, z.B. der Krankenhaus-Navigator enthalten diese Informationen nicht. Auch der Klinik-Atlas hätte diese Informationen nur in wenigen Fällen enthalten. Dieser wird jetzt aber sowieso eingestellt.
Zweitens werden solche Schwachpunkte durch ein solches Verfahren sehr schnell bekannt und damit auch sehr schnell ausgemerzt. Im Augenblick wird oft erst reagiert, wenn einige Patienten erfolgreich wegen Behandlungsfehlern geklagt haben. Bis dahin sind aber oft schon zig oder hunderte weitere Patienten geschädigt worden. Dies liegt auch daran, dass es keine Behörde gibt, die Krankenhäuser prüft ähnlich wie der TÜV Autos prüft.
Drittens wird sich die Qualität der Behandlung dadurch sehr schnell verbessern. Denn durch diese Zahlen entsteht ein Konkurrenzdruck zwischen den Krankenhäusern. Wenn ein Krankenhaus erheblich höhere Komplikationsraten hat als ein anderes, werden weniger Patienten sich dort behandeln lassen. Und dadurch wird das Krankenhaus seine Qualität verbessern müssen.
Viertens wird wirklich die Qualität gemessen und nicht nur angenommen, dass Krankenhäuser, die etwas oft machen, das dann auch gut machen. Dagegen wird bei der aktuellen Krankenhausreform angenommen, dass Krankenhäuser, die eine Leistungsgruppe an OPs oft machen, dann alle OPs dieser Leistungsgruppe auch gut machen, während eine Klinik oder ein Arzt, die eine Leistungsgruppe nicht so oft macht, dies auch schlechter macht. Dies mag in 70% der Fälle auch stimmen. Aber in 30% der Fälle eben auch nicht. Und ein Arzt, der hervorragende Arbeit macht bei bestimmten OPs, kommt durch das Kriterium Anzahl der OPs unter die Räder, wenn er nicht in einem Krankenhaus arbeitet, das viele OPs dieser Art durchführt.
Hier wird pro Art der OP bestimmt, ob die Arbeit gut gemacht wird. Und nicht nur pro Leistungsgruppe.
Manchmal ist es sogar noch schlimmer als oben ausgeführt. Es werden nicht nur keine Häufigkeiten für die verschiedenen Komplikationen genannt. Es werden sogar die Komplikationen in den Aufklärungsgespräch verschwiegen und dann der Aufklärungsbogen, in dem diese Komplikationen genannt sind, direkt zur Unterschrift hingehalten, bevor der Patient auch nur die Chance hatte, diesen Aufklärungsbogen in Ruhe durchzulesen.
Siehe auch meine Petition:
Schlimme Praktiken bei der Patientenaufklärung verbieten
https://www.change.org/p/schlimme-praktiken-bei-der-patientenaufklärung-verbieten
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Petition am 15. September 2025 erstellt