Mise à jour sur la pétitionFreundschaft und Frieden mit Russland! Friendship and peace with Russia!Meeting Gorbatschow – Besuche beim ehemaligen Präsidenten der Sowjetunion
Achim WolfAllemagne
3 mars 2021

2 Mär. 2021 18:24 Uhr * Der erste und letzte Präsident der Sowjetunion, der wie kein Anderer die Welt zum Besseren verändert hat, wird am 2. März 90 Jahre alt. Diesen Mann persönlich zu treffen, ist ein Wunsch, den man selten auch nur zu träumen wagt. Wie ist es, wenn er sich tatsächlich erfüllt?
Michail Gorbatschow beim Empfang des Dresden-Preises in der Semperoper im Jahr 2010. Am Dienstag begeht der sowjetische Ex-Präsident und Friedensnobelpreisträger seinen 90. Geburtstag.
von Leo Ensel
Was bedeutet es, wenn über jemanden gesagt wird, es sei still um ihn geworden? Weilt er nicht mehr unter den Lebenden? Hat er sich zur Ruhe gesetzt? Hat er nichts mehr zu sagen? Ist von ihm nichts mehr zu erwarten?
Nichts von all dem trifft auf Michail Gorbatschow zu. Und wenn es „still um ihn“ geworden ist, dann bedeutet das in diesem Falle nichts Anderes, als dass er in den (deutschen) Medien in den letzten Jahren nur noch selten präsent war! Und dafür gibt es gute schlechte Gründe.
Der ehemalige Präsident der Sowjetunion, dem die Menschheit unter anderem verdankt, dass sie über 30 Jahre lang von Atomkriegsängsten unbehelligt gut schlafen konnte, unser Gorbi, einst ‚Everybodys Darling‘ in Deutschland, hatte es nämlich gewagt, abweichende Meinungen zum neuen West-Ost-Konflikt zu äussern. Die Sezession der Krim rechtfertigte er mit dem – auch von ihm stets respektierten – Selbstbestimmungsrecht der Völker, den USA warf er ungerechtfertigten Triumphalismus nach dem Ende des Kalten Krieges, das Scheitern der Abrüstungs- und Rüstungskontrollverträge und das Streben nach Weltherrschaft vor und die deutschen Medien kritisierte er für deren einseitige, oft anklägerische russlandfeindliche Berichterstattung. Starker Tobak und der Liebesentzug durch die Leitmedien liess nicht lange auf sich warten.
Kein Wunder, dass es ‚still um ihn‘ in Deutschland wurde!

Der Weg zu Gorbatschow
Dass ich jemals im Leben – und auch noch gleich zweimal – die Gelegenheit haben würde, Michail Gorbatschow persönlich zu treffen und mit ihm zu sprechen, das wäre mir in den Achtziger Jahren, den Jahren der ‚Gorbi-Manie‘, nicht im Traum eingefallen! Und dafür mussten sich nach dem glücklichen Ende des Kalten Krieges, paradoxerweise, die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen erst einmal wieder drastisch verschlechtern. Anfang März 2014, die Krim war noch Teil der Ukraine, setzte ich mich an den Schreibtisch und machte mir Gedanken über Wege aus der neuen Eskalationsspirale. Sie liefen, kurz gesagt, auf eine Neukonstruktion des Gorbatschow‘schen „Gemeinsamen Europäischen Hauses“ unter veränderten geopolitischen Bedingungen hinaus.
Als ich ein erstes Konzept fertiggestellt hatte, nahm ich Kontakt mit dem Deutsch-Russischen Forum auf und wurde prompt im Mai nach Berlin zu dem Kongress „Europe: Lost in Translation?“ eingeladen, den das DRF zusammen mit dem „World Public Forum – Dialogue of Civilizations“ des Putin-Vertrauten und ehemaligen Präsidenten der russischen Eisenbahn, Wladimir Jakunin, veranstaltete. Ich hatte ein Thesenpapier dabei, trug in einer Arbeitsgruppe meine Gedanken vor – und staunte nicht schlecht, als in der Abschlusssitzung einen Tag später vom Arbeitsgruppenleiter, Prof. Ruslan Grinberg (Chef der Sektion „Ökonomie“ der Russischen Akademie der Wissenschaften), gleich zwei Absätze meines Papiers vollständig vorgelesen wurden!
Ich sprach Ruslan Grinberg nach dem Kongress an und er fragte mich, ob ich Lust hätte, einen ausführlichen Essay für seine Zeitschrift „Мир Перемен“ (Welt in Veränderung) zu verfassen. Ich fragte ihn, was das für eine Zeitschrift sei und erhielt die Antwort: „Die bringe ich zusammen mit Michail Gorbatschow heraus.“
Das liess ich mir nicht zweimal sagen! Ich schrieb den Essay, er erschien im Herbst 2014 – und es wurde der Beginn einer wunderbaren russisch-deutschen Freundschaft, in der sich alles um die Frage dreht, welchen Beitrag wir beide – er als Russe, ich als Deutscher – zur Deeskalation im Neuen West-Ost-Konflikt leisten können. Gemeinsam entwickelten wir das Konzept für eine internationale „Breite Koalition der Vernunft“, die alle Menschen aus den direkt und mittelbar betroffenen Ländern, denen Deeskalation wichtiger ist als ihre jeweiligen nationalen Narrative, einlädt, sich zusammenzuschliessen. Unser „STOP!!!-Appell“, dessen Ziel die Rettung der Politik des Neuen Denkens von Michail Gorbatschow ist, und das ihm zugrundeliegende Konzept wurden sowohl in Deutschland als auch in Russland veröffentlicht.
Dass bei Grinbergs, wie sich herausstellte, exzellenten Beziehungen zu Gorbatschow immer auch mal wieder von meiner Seite der Wunsch aufkam, den ehemaligen Präsidenten der Sowjetunion persönlich kennenzulernen, versteht sich von selbst.

Am 18. April 2017 war es endlich soweit.
„Da bin ich ganz bei Ihnen!“ – Besuch beim Friedensnobelpreisträger
Die Gorbatschow-Stiftung, ein schwungvoll ausladender dreigeschossiger Neubau aus den Nuller Jahren, befindet sich am Leningradskij Prospekt, einer der grossen Moskauer Ausfallstrassen, vom Belarussischen Bahnhof Richtung Nordwesten, fast bis zum Flughafen Scheremetjewo. Dass dort – wie in jeder Metropole – der Verkehr Tag und Nacht in beide Richtungen brandet, es zu Stosszeiten ewiglange Staus gibt, ist längst Normalität. Ironischerweise wird das Gebäude durch zwei Neubauten flankiert, die es ohne den von Gorbatschow eingeleiteten historischen Umbruch hier mit Sicherheit nicht gäbe: Zur Linken ein Hochhaus der Mercedes-Benz-Vertretung in Moskau und rechts ein Weiterbildungszentrum des russischen Internetproviders Yandex mit einem Starbucks-Café im Erdgeschoss. ...

Bitte hier weiterlesen: https://de.rt.com/meinung/113813-meeting-gorbatschow-besuche-beim-ehemaligen/

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