

Prowestlicher Liberaler oder fremdenfeindlicher Nationalist: Wer ist eigentlich Alexei Nawalny? * 31 Jan. 2021 14:14 Uhr * RT DE
Der russische Politblogger Alexei Nawalny wurde angeblich auf Geheiß des Kreml mit Nowitschok vergiftet. Nach seiner Rückkehr in seine Heimat wurde er verhaftet. Dies brachte ihm Berühmtheit ein. Aber wer genau ist der Mann, der russische Nationalisten und dem Westen zugeneigte Liberale zu einen versucht?
Quelle: Sputnik © Valeriy Melnikov * Moskau, Russland. * von Jonny Tickle
Die Darstellungen in den Medien des russischen oppositionellen Alexei Nawalny reichen vom Vergleich mit einem westlich geprägten Liberalen über einen rechtsradikalen Rassisten bis hin zu einem verfolgten Freiheitskämpfer. Während viele Russen aus allen Teilen des politischen Spektrums dessen Ermittlungen gegen Korruption auf höchster Regierungsebene unterstützen, gibt es wenig Einigkeit darüber, wofür der 44-Jährige eigentlich steht oder wie er handeln würde, wenn er eine politische Führungsrolle inne hätte.
Der ehemalige Student der US-amerikanischen Elite-Universtität Yale erreichte erstmals im Jahr 2011 internationale Bekanntheit, mehr als ein Jahrzehnt, nachdem er zum ersten Mal in der Politik aktiv geworden war. Seitdem wurde er mehrfach verhaftet, erhielt zwei Bewährungsstrafen und nahm an einer Moskauer Bürgermeisterwahl teil. Nawalny ist für seine oppositionelle Haltung gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin bekannt. Aber was sind seine politischen Positionen? Woran glaubt er, abgesehen davon, dass er Putin einfach absetzen will?
Für viele, die Teil der nicht-systemischen Opposition sind, sind Nawalnys Positionen unwichtig. Für diese Gruppe stellt er eine echte Alternative zur aktuellen Regierung dar und ist ein Kämpfer gegen das, was seine Anhänger als zwei Jahrzehnte repressiver Führung ansehen, die es nicht geschafft hat, die endemische Korruption des postsowjetischen Russlands zu bekämpfen.
Für seine westlichen Unterstützer gilt dasselbe. Er ist nicht Putin, und es besteht ihrer Meinung nach daher keine Möglichkeit, dass er schlimmer als Putin sein kann, also ist er es wert, unterstützt zu werden. Allerdings kehren viele von ihnen einen Teil der unappetitlichen Geschichte des Aktivisten unter den Teppich.
Nawalnys nationalistische Wurzeln
Im Jahr 2000 trat Nawalny als Mitglied der liberalen Partei Jabloko die politische Bühne. Obwohl er offiziell Mitglied einer linken Fraktion war, war der Aktivist eine feste Größe in der rechtsextremen Politik und wurde ein bekanntes Gesicht beim "Russischen Marsch", einer ultranationalistischen Versammlung, die unter Slogans wie "Stoppt die Fütterung des Kaukasus" abgehalten wurde, während die schwarz-gelb-weiße Flagge des russischen Reiches geschwenkt wurde. Jabloko schloss Nawalny schließlich wegen seiner rechtsextremen Gesinnung aus. Die Parteiführung stellte später fest, dass "Schwärmerei für Nawalny und die Mitgliedschaft in der Partei unvereinbar sind".
Im Jahr 2011 erschien ein Porträt über Nawalny in der New York Times, in dem es heißt, dass russische Liberale "tiefe Vorbehalte gegen ihn haben", insbesondere in Bezug auf seinen nach außen gerichteten und offenen Rassismus. Darin heißt es:
"Er ist als Redner an der Seite von Neonazis und Skinheads aufgetreten und hat einmal in einem Video mitgewirkt, in dem er dunkelhäutige Kaukasus-Kämpfer mit Kakerlaken vergleicht. Während Kakerlaken mit einem Pantoffel getötet werden können, sagt er, dass er im Falle von Menschen eine Pistole empfehle." ...
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