

In den vergangenen Wochen ist viel passiert. Mein Auftritt in der WDR Lokalzeit, mehrere Presseberichte und zahlreiche öffentliche Aussagen haben gezeigt: Hitzeschutz in unseren Kitas ist endlich ein Thema, über das gesprochen wird.
Auch aus Düsseldorf gab es eine Antwort aus dem Büro von Frau Verena Schäffer. Gleichzeitig wurde das Förderprogramm „Coole Kitas“ angekündigt. Die Landesregierung möchte damit 1.000 Kindertageseinrichtungen klimaresilient gestalten – beispielsweise durch Begrünung, Verschattung, Entsiegelung und Maßnahmen gegen Hitze und Starkregen.
Aber bei aller Freude muss man ehrlich sein: Das ist nur ein erster, kleiner Teilerfolg.
In Nordrhein-Westfalen gibt es über 10.800 Kindertageseinrichtungen. Wenn lediglich 1.000 Kitas gefördert werden, profitieren also nur weniger als zehn Prozent der Einrichtungen. Was ist mit den anderen Kitas? Was ist mit den Kindern und Beschäftigten, die ebenfalls unter immer heißeren Sommern leiden?
Wir dürfen die Verantwortung nicht immer nur auf die einzelnen Träger abwälzen. Natürlich müssen auch Träger handeln – aber ohne klare Rahmenbedingungen, finanzielle Unterstützung und landesweite Vorgaben kann ein Träger die Herausforderungen des Klimawandels nicht allein lösen.
Das Land Nordrhein-Westfalen muss hier Verantwortung übernehmen.
Und genau deshalb ist die aktuelle Entwicklung für mich ein weiterer Grund, sich beim Thema KiBiz noch einmal grundsätzlich zusammenzusetzen. Es braucht endlich eine politische Diskussion darüber, wie Hitzeschutz verbindlich und einheitlich in allen Kitas berücksichtigt werden kann.
Ich fordere deshalb:
- ein landesweit einheitliches Hitzeschutzkonzept für alle Kitas in NRW
verbindliche Regelungen und Handlungsempfehlungen für Hitzetage
eine langfristige finanzielle Unterstützung für notwendige Schutzmaßnahmen
klare Verantwortlichkeiten zwischen Land, Kommunen und Trägern
eine stärkere Verankerung des Hitzeschutzes im Rahmen des KiBiz und der Kita-Politik
Der Klimawandel ist in unseren Kitas angekommen. Schon längst.
Kinder und pädagogische Fachkräfte brauchen Schutz. Wir können nicht jedes Jahr auf den nächsten Hitzesommer warten und dann darüber diskutieren, wer zuständig ist.
Die Politik darf nicht länger zuschauen. Jetzt muss gehandelt werden.
Die Förderung von 1.000 Kitas ist ein Anfang – aber sie darf nicht das Ende sein.
Für echte Klimaanpassung und echten Hitzeschutz müssen wir an Lösungen arbeiten, die alle Kindertageseinrichtungen erreichen.
Hitzeschutz in der Kita ist kein Luxus. Hitzeschutz ist Kinderschutz.