News alert#NoFracking: Keine neuen Terminals für Klimakiller-Gas!Der Ministerpräsident und ich: Unsere Streitpunkte
The Change.org Team
Sep 13, 2019

Dieses Update wurde vom Change.org-Team hochgeladen, weil Gustav noch auf der Rückreise war:

Liebe Unterstützer*innen,

heute war ich mit Change.org in Kiel. Zuerst waren wir bei Fridays For Future vor dem Landtag. Es war super schön, Kieler FFF-Aktivist*innen zu treffen und kennenzulernen. Wir haben uns zu den klimaschädlichen Terminals ausgetauscht, die mit Millionen schweren Subventionen gebaut werden sollen. Die Kieler Aktivist*innen schrieben auch Botschaften an Ministerpräsident Günther, warum sie gegen gefracktes Gas sind. Hier seht ihr ein Foto einer Kielerin beim schreiben einer Botschaften. Schaut unser Foto vom Botschaftenschreiben und von Gustav vorm Landtag auf Twitter an. 

Nach einer ganzen Weile sind wir dann gemeinsam mit Fridays for Future zur Staatskanzlei gegangen, wo wir den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein und Bundesratspräsidenten Daniel Günther trafen und ihm eure Botschaften und Unterschriften übergaben. Wir haben eine halbe Stunde mit ihm diskutiert, und, was soll ich sagen? Mich haben Daniel Günther und sein Berater heute im Gespräch überhaupt nicht überzeugt. Hier ein paar Streitpunkte:

Terminals mit gefracktem Gas - gut für Klimaziele?

Günther und sein Wirtschaftsreferatsleiter wurden nicht müde zu betonen, dass sie die Terminals brauchen. Dass sie fortschrittlich und gut seien. Sie haben sogar versucht zu argumentieren, dass die Terminals gut für die Erreichung der Klimaziele wären. Was für ein Quatsch. Ich habe da natürlich dagegen gehalten. Bei der Förderung von Gas mittels Fracking entstehen unglaubliche Umwelt- und Klimaschäden. Unglaublich viele schon bei der Förderung, wo viel klimaschädliches Gas entweicht. Ich habe eine Nasa-Studie zitiert, die weder Günther noch seinem Berater bekannt waren. Da will ich aufklären. Hier gibt es nun also Infos:

  • Die Vereinten Nationen (UN Climate Change) berichten hier:
    “NASA Confirms Methane Spike Is Tied to Oil and Gas”
  • Die NASA selbst hier: 
    "NASA-led Study Solves a Methane Puzzle"
  • Und das schreibt die Süddeutsche Zeitung in dem Artikel “Die Lösung des Methan Puzzles” über die Nasa-Studie, in der Hoffnung, dass auch Herr Günther und seine Berater sie nun lesen. Im Gespräch zeigten sie sich offen:

    "Nun hat ein Forscherteam der Nasa das Rätsel gelöst und einen verbreiteten Verdacht bestätigt: Die Erdgasförderung per Fracking ist wohl eine der größten Quellen [für klimaschädliches Methan] - und daher ein erhebliches Klimaproblem. (...) Bei dieser unkonventionellen Fördermethode wird unterirdisches Gestein unter hohem Druck aufgesprengt - und Kritiker wiesen früh darauf hin, dass dabei viel Methan unkontrolliert frei werde.  (...)"

Aber weiter. Worüber sprachen wir noch?

Nicht nur gefracktes Gas? 

Günther und sein Berater meinten auch, es würde ja nicht nur gefracktes Gas importiert, und nicht nur aus den USA importiert werden. Ich habe dann jedes Mal entgegnet, dass in keinem Land der Welt gefracktes Gas gefördert werden sollte, dass Deutschland den Import von Fracking-Gas insgesamt nicht gutheißen und subventionieren solle. Und dass die USA in jedem Fall ein riesen Interesse daran haben gefracktes Gas zu uns zu liefern ist für mich evident. Genau darüber sprachen Juncker und Trump in Washington, und Peter Altmaier bei der Deutsch Amerikanischen Konfernenz. Trump twittert dazu auch fleißig...

Terminals für grüne Energie? 

Für Günther ist gefracktes Gas kein Problem, er redete es schön. Und er versuchte zu argumentieren, dass die Terminals in ein paar Jahren auch für erneuerbare Energien relevant wären. Was für ein fadenscheiniges Argument, als ob das den Bau rechtfertigen würde. Nirgendwo auf der Welt gibt es dafür die Erzeugungskapazitäten, und so schnell wird das auch niemals aufgebaut. Ich glaubte das an keiner Stelle und forderte für unserer aller Zukunft kein gefracktes Gas zu importieren, denn ich kann die LNG-Terminals als Türöffner für gefracktes Gas nicht gutheißen. Und die Tür schließen will Günther natürlich auch nicht.

Und dann gab es noch ein paar andere Punkte, die mich gänzlich nicht überzeugten: 

  • Günther und sein Berater sagten, die Schifffahrt würde grüner werden, was aber ja nicht stimmt, wenn die gesamte Umweltbilanz von LNG bzw. Fracking-Gas eingerechnet würde (s. NASA-Studie). 
  • Sie sagten, Arbeitsplätze wären wichtig, was aber in meinen Augen auch nicht stimmt, denn auch Arbeit hat keinen Wert mehr, wenn der Planet zerstört ist (“There are no jobs on a dead planet”), 
  • Und dann sagten sie noch, sie würden ja auch viel Gutes tun in Schleswig-Holstein. Das würde ich eher glauben, wenn sie die Terminals nicht bauten ;-) 

Nach dem Termin heute bleibe ich natürlich weiter dran. Ich werde weiter lautstark einen Stopp der Terminals fordern und mit eurer und mit der Hilfe der Deutschen Umwelthilfe versuchen, den Import von dreckigen Klimakiller-Gasen zu stoppen! Ich werde mich weiter gegen gefracktes Gas in Deutschland engagieren und gehe dafür, natürlich, auch nächste Woche Freitag, am 20.9., auf die Straße. Ich fordere euch auf, macht auch mit. Schließt euch am globalen Streiktag an! Und bleibt bei der #NoFracking-Kampagne dran. Ich halte euch weiter auf dem Laufenden.

Mit liebem Gruß,


Gustav


PS: Lili war leider krank, aber Ansgar von Change.org hat mich supportet.

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