NEIN zu diskriminierender Studiengebühr an TUM! NO to discriminatory tuition fee at TUM!

Das Problem

-------------- English version below --------------

An der TU München soll es ab dem Wintersemester 2024/25 *extra Studiengebühren* geben - aber nur für internationale Studierende aus NON-EU-Ländern:

  • 2.000 - 3.000 EUR für Bachelor-Studiengänge
  • 4.000 - 6.000 EUR für Master-Studiengänge¹

... und das pro Semester! Für einen Bachelor-Studiengang von 6 Semestern macht das bspw. 12.000 - 18.000 EUR.

Könnten die Gebühren nicht abschreckend auf ausländische Bewerber*innen wirken? Bewerber*innen, die wir so dringend brauchen, um dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegen zu wirken? Diese Frage wischt Wolfgang A. Herrmann, bis 2019 Präsident der TU München, beiseite und entgegnet: "Stanford und MIT [Massachusetts Institute of Technology] haben [auch] kein Nachfrageproblem. Außerhalb Deutschlands und der EU wird das Studium als Lebensinvestition begriffen, an dessen Kosten man sich beteiligt".²

Herrmann platzierte diese Idee bereits 2014. In Kombination mit dem sogenannten Bayrischen Hochschul*innovations*gesetz wird die Einführung nun möglich gemacht.

Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks, äußert sich dazu wie folgt: „Studiengebühren sind der falsche Weg zu einer auskömmlichen Hochschulfinanzierung. Das ist die Verantwortung des Staates, nicht die der Studierenden – ob sie nun aus Deutschland kommen, einem EU-Land oder von außerhalb der EU"

Was genau soll mit den extra Einnahmen durch die Studierenden aus NON-EU-Ländern passieren?

  • Verbesserung der Studienbedingungen
  • Weiterentwicklung der Lehre
  • Ausbau von Beratungs- und Unterstützungsangeboten
  • Verbesserung der studentischen Infrastruktur⁴

Es folgt die Perspektive einer Sozialberaterin wie mir, die täglich im direkten Kontakt mit internationalen Studierenden (insbesondere aus NON-EU-Ländern) steht und ihre Sorgen, Ängste und besonderen Herausforderungen ziemlich gut kennt:

Studierende aus Non-EU-Ländern sind ohnehin schon eine stark benachteiligte Gruppe und müssen einen wesentlich höheren Aufwand zur Einreise nach Deutschland/in die EU auf sich nehmen, als Studierende aus EU-Ländern.

Allein die Beantragung des Visums ist mit einem Nachweis von 934 EUR/Monat verbunden. Für diesen Nachweis nehmen viele Studierende bereits einen Kredit auf. Für ein Jahr Studium in Deutschland sind das 11.208 EUR. Diesen versuchen sie dann während ihres Studiums zu begleichen (wenn sie denn einen Fuß auf den deutschen Arbeitsmarkt bekommen und es gleichzeitig schaffen, das Studium nicht zu vernachlässigen, da die Ausländerbehörde sonst mit Abschiebung droht).

Studierende aus der EU müssen keine Auskunft über ihre Finanzen erbringen. Sie müssen auch keine extra Krankenversicherung beantragen, da ihre Heimatversicherung im Regelfall auch in Deutschland gilt. NON-EU-Studierende hingegen müssen für eine deutsche Versicherung nochmal zusätzliche 100 EUR/Monat einkalkulieren. Ansonsten werden sie gar nicht erst eingeschrieben.

All diese Kosten entstehen NON-EU-Studierenden bereits VOR der Einreise, BEVOR das Studium überhaupt erst begonnen hat. Die bereits bestehenden, enormen finanziellen Hürden sowie der Höhe bürokratische Aufwand zwingen viele NON-EU-Studierende dazu, den Visa-Antrag abzubrechen und die Idee eines Studiums in Deutschland aufzugeben - oder sich schon in jungen Jahren für ihren Traum zu verschulden.⁵

Und jetzt soll ausgerechnet diese ohnehin schon maximal benachteiligte Gruppe internationaler Studierender noch MINDESTENS weitere 2.000 EUR/Semester zahlen? Für u.a. die "Verbesserung von Beratungsangeboten"?!

Die Finanzierung von Fortbildungen zum Erwerb der Englischen Sprache für Verwaltungsmitarbeiter*innen und Professor*innen (falls es hier Sprachbarrieren ggü. den englischsprachigen Studierenden geben sollte) sowie die Finanzierung von komplett neuen Stellen in der Beratung (falls die TU München an einem Personalmangel leiden sollte) werden i.d.R. von der Hochschule selbst oder dem entsprechenden Bundesland getragen. Aber sicher nicht von internationalen Studierenden!

Und überhaupt, wieso sollen die Kosten einzig von NON-EU-Studierenden gestemmt werden, wo doch sicherlich auch Deutsche und EU-Studierende von einer angeblichen Verbesserung der Studienbedingungen und einer Weiterentwicklung der Lehre profitieren würden? 

  1. Stichwort Solidarität?
  2. Stichwort soziale (Un-)gerechtigkeit?
  3. Stichwort gezielte Diskriminierung?
  4. Stichwort Rassismus!

Am Beispiel Baden-Württemberg sieht man, dass diskriminierende Studiengebühren keine Lösung für finanzielle Probleme von Hochschulen sind und zudem mehr Fachkräfte verschrecken als anziehen. Noch in diesem Jahr wurde die Abschaffung der Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer von 1.500 EUR pro Semester beschlossen.⁶

Die Studiengebühren sollten ursprünglich "Angeboten zur Unterstützung internationaler Studierender zugutekommen, damit die ihr Studium erfolgreich abschließen können“. Der Kommentar eines betroffenen Studierenden dazu lautet: "Das habe ich nie erlebt. Nichts hat sich verändert. Die Regierung will einfach das Geld und weniger ausländische Studenten."⁷

Ein weiterer betroffener NON-EU-Studierender beschreibt seine Studienzeit wie folgt: "Durch die [...] Studiengebühren stand ich seit den letzten zwei Jahren meines Masterstudiums massiv unter Stress. Da ich mich selbst finanziere, musste ich zusätzlich noch mehr Arbeiten, um die Studiengebühren überhaupt bezahlen zu können. [...] Wenn ich auf meine Studentenzeit rückblicke habe ich eigentlich jeden Tag gearbeitet"⁶

Lasst uns daraus lernen. Lasst uns solidarisch sein und verhindern, dass internationale Studierende aus dem NON-EU-Ausland grundlos finanziell ausgebeutet und somit vom sozialen Leben ausgeschlossen werden. Lasst uns endlich die Betroffenen selbst miteinbeziehen und Rücksicht nehmen.

Außerdem: Sollte die TU München die Einführung von Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU-Ländern durchsetzen, könnten andere Universitäten folgen, in und außerhalb von Bayern. Und wir könnten noch mehr hochqualifizierte, internationale Bewerber*innen verlieren. Und unsere Mauern somit noch höher bauen.

Für eine echte, warmherzige Begrüßung internationaler Studierender - egal woher - mit offenen Armen statt offener Hand. Gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus.

Mit deiner Unterschrift erinnerst du die TU München daran und forderst sie dazu auf, die geplante Einführung der diskriminierenden Studiengebühren abzusagen.

Vielen Dank für's Lesen und Teilen. Du machst einen Unterschied.

Sandra 

P.S. Wir haben einen Instagram-Account und wären happy, wenn du uns folgst:

https://www.instagram.com/stopptstudiengebuehren/

P.P.S. Du bist selbst Studierende*r an der TUM und findest die geplanten Gebühren nicht ok? Dann mach mit bei der Foto-Petition, organisiert von Studierenden der TUM:

https://collab.dvb.bayern/x/0RVsCw

 

-------------- Deutsche Version oben  --------------

At TU Munich, there are to be *extra tuition fees* from the winter semester 2024/25 - but only for international students from NON-EU countries:

  • 2,000 - 3,000 EUR for Bachelor's degree programs
  • 4,000 - 6,000 EUR for Master's programs¹

... and that per semester! For a bachelor program of 6 semesters this makes e.g. 12.000 - 18.000 EUR.

Couldn't the fees have a deterrent effect on foreign applicants and discourage them rather than attract them? Even though Germany is in desperate need of skilled workers from abroad? Wolfgang A. Herrmann, president of the TU Munich until 2019, brushes this question aside and replies: "Stanford and MIT [Massachusetts Institute of Technology] don't have a demand problem either. Outside of Germany and the EU, he says, studying is "understood as a life investment, the cost of which is shared."²

Herrmann introduced this idea already in 2014. In combination with the so-called Bavarian Higher Education *Innovation* Act, the introduction of tuition fees for NON-EU students now becomes possible.

Matthias Anbuhl, Chairman of the Board of the German Student Union, comments as follows: "Tuition fees are the wrong way to ensure adequate university funding. This is the state's responsibility, not the students' - whether they come from Germany, a European country or from non-EU countries."³

What is supposed to happen with the extra income generated by students from NON-EU countries?

  • Improvement of study conditions
  • Further development of teaching
  • Expansion of advising and support services
  • Improvement of student infrastructure⁴

In the following, I'll share my perspective. It's the perspective of a social advisor, who's in touch with international students (mostly from NON-EU countries) every day and knows their worries, fears and special challenges quite well. So, listen up TU München, as this might have the potential to improve your empathy towards students from outside of Europe:

Students from non-EU countries are already a strongly disadvantaged group and have to take on a much higher effort to enter Germany/the EU than students from within EU.

The application for the visa alone is associated with a financial proof of 934 EUR/month. For this proof, many students already take out a loan. For one year of study in Germany, this is 11,208 EUR, which they then try to pay off during their studies (if they can get a foot on the German job market and at the same time manage not to keep focussing on their studies, otherwise the immigration authorities threaten them with deportation).

Students from the EU do not have to provide any information about their finances. They also do not have to apply for extra health insurance, since their home insurance is usually also valid in Germany. NON-EU students, on the other hand, have to calculate an additional 100 EUR/month for a German health insurance. Otherwise they will not be enrolled at all.

NON-EU students have to cover all these costs BEFORE they enter the country, BEFORE their studies have even begun. The already existing, enormous financial hurdles as well as the amount of bureaucracy force many NON-EU students to cancel their visa application and give up on the idea of studying in Germany - or to go into debt for their dream at a young age.⁵

And now this group of international students, which is already at a maximum disadvantage, is supposed to pay at least another 2,000 euros per semester? For, among other things, the "improvement of counseling services"?

As far as I know, the financing of further education measures e.g. English language classes for administrative staff and professors (in case there should be language barriers towards English-speaking students) as well as the financing of completely new positions in counseling (in case the TU Munich should suffer from a staff shortage) are responsibilities of the university itself or the respective federal state. But certainly, it's not the international students' responsibility!

And anyway, why should NON-EU students be the only ones to pay these horrendous semester fees when surely also German and EU students would benefit from an alleged improvement of the study conditions and a further development of teaching

  1. What about solidarity?
  2. What about social (in)justice?
  3. What about targeted discrimination?
  4. What about racism?

The example of Baden-Württemberg (a neighboring state of Bayern) shows that discriminatory tuition fees are no solution to the financial problems of universities and also tend to scare off more specialists than they attract. Consequently, it was decided this year to abolish the semester fees for non-EU students of EUR 1,500 per semester.⁶

The money was originally intended to offer "support for international students, so that they can successfully complete their studies". The comment of one affected student on this is: "I have never experienced this. Nothing has changed. The government just wants the money and fewer foreign students."⁷

Another affected NON-EU student describes his study life in Germany as follows: "Due to the [...] tuition fees, I have been under massive stress since the last two years of my master's program. Since I am self-financing, I also had to work even more to be able to pay the tuition fees at all. [...] When I look back on my student days, I actually worked every day."⁷

Let's learn from this. Let's stand in solidarity and prevent international students from NON-EU countries from being financially exploited for no reason and thus excluded from social life. Let's include affected people in the discussion, start a dialogue and show them we care.

Also, should the TU Munich university be successful in introducing the tuition fee for students from NON-EU countries, other universities might follow. And we might lose even more highly-qualified international candidates. And build our walls even higher.

For a genuine, warm welcome for international students - no matter where they come from - with open arms instead of an open hand. Against all forms of discrimination and racism.

By adding your signature to this petition, you'll remind the TU Munich of this and urge them to cancel the introduction of the discriminatory semester fee for international students immediately

Thank you for reading and sharing. You are making a difference.

Sandra

P.S. We do have an Instagram account, we'd be happy if you followed us:

https://www.instagram.com/stopptstudiengebuehren/

P.P.S. You are a student at TUM and are not okay with the planned study fees? Then you're most welcome to participate in the photo petition organized by students of TUM:

https://collab.dvb.bayern/x/0RVsCw

 

_________

Sources:

¹https://www.tum.de/studium/studienfinanzierung/studiengebuehren-fuer-studierende-aus-nicht-eu-laendernhttps://www.tum.de/en/studies/fees/tuition

²https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/tu-muenchen-praesident-herrmann-will-uni-gebuehren-fuer-nicht-eu-auslaender-a-986722.html

³https://www.studierendenwerke.de/beitrag/studiengebuehren-in-baden-wuerttemberg-abschaffen

https://www.tum.de/studium/studienfinanzierung/studiengebuehren-fuer-studierende-aus-nicht-eu-laendernhttps://www.tum.de/en/studies/fees/tuition

⁵basierend auf persönlichen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit internationalen Studierenden als soziale Beraterin an einer deutschen Hochschule // based on personal experiences with international students working as a social advisor at a German university 

https://www.bafoeg-rechner.de/Hintergrund/art-2798-abschaffung-gebuehren-bawue-2023-.php

⁷https://www.bafoeg-rechner.de/Hintergrund/art-2144-auslaender-studiengebuehren-bawue.php#kommentar

Weiterführende Literatur zum Thema / Further articles on the topic:

https://www.studierendenwerke.de/beitrag/keine-studiengebuehren-fuer-internationale-studierende-aus-nicht-eu-staaten

https://www.studierendenwerke.de/beitrag/keine-studiengebuehren-fuer-studierende-aus-nicht-eu-staaten-in-bayern

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Sandra BoleschPetitionsstarter*in

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Das Problem

-------------- English version below --------------

An der TU München soll es ab dem Wintersemester 2024/25 *extra Studiengebühren* geben - aber nur für internationale Studierende aus NON-EU-Ländern:

  • 2.000 - 3.000 EUR für Bachelor-Studiengänge
  • 4.000 - 6.000 EUR für Master-Studiengänge¹

... und das pro Semester! Für einen Bachelor-Studiengang von 6 Semestern macht das bspw. 12.000 - 18.000 EUR.

Könnten die Gebühren nicht abschreckend auf ausländische Bewerber*innen wirken? Bewerber*innen, die wir so dringend brauchen, um dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegen zu wirken? Diese Frage wischt Wolfgang A. Herrmann, bis 2019 Präsident der TU München, beiseite und entgegnet: "Stanford und MIT [Massachusetts Institute of Technology] haben [auch] kein Nachfrageproblem. Außerhalb Deutschlands und der EU wird das Studium als Lebensinvestition begriffen, an dessen Kosten man sich beteiligt".²

Herrmann platzierte diese Idee bereits 2014. In Kombination mit dem sogenannten Bayrischen Hochschul*innovations*gesetz wird die Einführung nun möglich gemacht.

Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks, äußert sich dazu wie folgt: „Studiengebühren sind der falsche Weg zu einer auskömmlichen Hochschulfinanzierung. Das ist die Verantwortung des Staates, nicht die der Studierenden – ob sie nun aus Deutschland kommen, einem EU-Land oder von außerhalb der EU"

Was genau soll mit den extra Einnahmen durch die Studierenden aus NON-EU-Ländern passieren?

  • Verbesserung der Studienbedingungen
  • Weiterentwicklung der Lehre
  • Ausbau von Beratungs- und Unterstützungsangeboten
  • Verbesserung der studentischen Infrastruktur⁴

Es folgt die Perspektive einer Sozialberaterin wie mir, die täglich im direkten Kontakt mit internationalen Studierenden (insbesondere aus NON-EU-Ländern) steht und ihre Sorgen, Ängste und besonderen Herausforderungen ziemlich gut kennt:

Studierende aus Non-EU-Ländern sind ohnehin schon eine stark benachteiligte Gruppe und müssen einen wesentlich höheren Aufwand zur Einreise nach Deutschland/in die EU auf sich nehmen, als Studierende aus EU-Ländern.

Allein die Beantragung des Visums ist mit einem Nachweis von 934 EUR/Monat verbunden. Für diesen Nachweis nehmen viele Studierende bereits einen Kredit auf. Für ein Jahr Studium in Deutschland sind das 11.208 EUR. Diesen versuchen sie dann während ihres Studiums zu begleichen (wenn sie denn einen Fuß auf den deutschen Arbeitsmarkt bekommen und es gleichzeitig schaffen, das Studium nicht zu vernachlässigen, da die Ausländerbehörde sonst mit Abschiebung droht).

Studierende aus der EU müssen keine Auskunft über ihre Finanzen erbringen. Sie müssen auch keine extra Krankenversicherung beantragen, da ihre Heimatversicherung im Regelfall auch in Deutschland gilt. NON-EU-Studierende hingegen müssen für eine deutsche Versicherung nochmal zusätzliche 100 EUR/Monat einkalkulieren. Ansonsten werden sie gar nicht erst eingeschrieben.

All diese Kosten entstehen NON-EU-Studierenden bereits VOR der Einreise, BEVOR das Studium überhaupt erst begonnen hat. Die bereits bestehenden, enormen finanziellen Hürden sowie der Höhe bürokratische Aufwand zwingen viele NON-EU-Studierende dazu, den Visa-Antrag abzubrechen und die Idee eines Studiums in Deutschland aufzugeben - oder sich schon in jungen Jahren für ihren Traum zu verschulden.⁵

Und jetzt soll ausgerechnet diese ohnehin schon maximal benachteiligte Gruppe internationaler Studierender noch MINDESTENS weitere 2.000 EUR/Semester zahlen? Für u.a. die "Verbesserung von Beratungsangeboten"?!

Die Finanzierung von Fortbildungen zum Erwerb der Englischen Sprache für Verwaltungsmitarbeiter*innen und Professor*innen (falls es hier Sprachbarrieren ggü. den englischsprachigen Studierenden geben sollte) sowie die Finanzierung von komplett neuen Stellen in der Beratung (falls die TU München an einem Personalmangel leiden sollte) werden i.d.R. von der Hochschule selbst oder dem entsprechenden Bundesland getragen. Aber sicher nicht von internationalen Studierenden!

Und überhaupt, wieso sollen die Kosten einzig von NON-EU-Studierenden gestemmt werden, wo doch sicherlich auch Deutsche und EU-Studierende von einer angeblichen Verbesserung der Studienbedingungen und einer Weiterentwicklung der Lehre profitieren würden? 

  1. Stichwort Solidarität?
  2. Stichwort soziale (Un-)gerechtigkeit?
  3. Stichwort gezielte Diskriminierung?
  4. Stichwort Rassismus!

Am Beispiel Baden-Württemberg sieht man, dass diskriminierende Studiengebühren keine Lösung für finanzielle Probleme von Hochschulen sind und zudem mehr Fachkräfte verschrecken als anziehen. Noch in diesem Jahr wurde die Abschaffung der Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer von 1.500 EUR pro Semester beschlossen.⁶

Die Studiengebühren sollten ursprünglich "Angeboten zur Unterstützung internationaler Studierender zugutekommen, damit die ihr Studium erfolgreich abschließen können“. Der Kommentar eines betroffenen Studierenden dazu lautet: "Das habe ich nie erlebt. Nichts hat sich verändert. Die Regierung will einfach das Geld und weniger ausländische Studenten."⁷

Ein weiterer betroffener NON-EU-Studierender beschreibt seine Studienzeit wie folgt: "Durch die [...] Studiengebühren stand ich seit den letzten zwei Jahren meines Masterstudiums massiv unter Stress. Da ich mich selbst finanziere, musste ich zusätzlich noch mehr Arbeiten, um die Studiengebühren überhaupt bezahlen zu können. [...] Wenn ich auf meine Studentenzeit rückblicke habe ich eigentlich jeden Tag gearbeitet"⁶

Lasst uns daraus lernen. Lasst uns solidarisch sein und verhindern, dass internationale Studierende aus dem NON-EU-Ausland grundlos finanziell ausgebeutet und somit vom sozialen Leben ausgeschlossen werden. Lasst uns endlich die Betroffenen selbst miteinbeziehen und Rücksicht nehmen.

Außerdem: Sollte die TU München die Einführung von Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU-Ländern durchsetzen, könnten andere Universitäten folgen, in und außerhalb von Bayern. Und wir könnten noch mehr hochqualifizierte, internationale Bewerber*innen verlieren. Und unsere Mauern somit noch höher bauen.

Für eine echte, warmherzige Begrüßung internationaler Studierender - egal woher - mit offenen Armen statt offener Hand. Gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus.

Mit deiner Unterschrift erinnerst du die TU München daran und forderst sie dazu auf, die geplante Einführung der diskriminierenden Studiengebühren abzusagen.

Vielen Dank für's Lesen und Teilen. Du machst einen Unterschied.

Sandra 

P.S. Wir haben einen Instagram-Account und wären happy, wenn du uns folgst:

https://www.instagram.com/stopptstudiengebuehren/

P.P.S. Du bist selbst Studierende*r an der TUM und findest die geplanten Gebühren nicht ok? Dann mach mit bei der Foto-Petition, organisiert von Studierenden der TUM:

https://collab.dvb.bayern/x/0RVsCw

 

-------------- Deutsche Version oben  --------------

At TU Munich, there are to be *extra tuition fees* from the winter semester 2024/25 - but only for international students from NON-EU countries:

  • 2,000 - 3,000 EUR for Bachelor's degree programs
  • 4,000 - 6,000 EUR for Master's programs¹

... and that per semester! For a bachelor program of 6 semesters this makes e.g. 12.000 - 18.000 EUR.

Couldn't the fees have a deterrent effect on foreign applicants and discourage them rather than attract them? Even though Germany is in desperate need of skilled workers from abroad? Wolfgang A. Herrmann, president of the TU Munich until 2019, brushes this question aside and replies: "Stanford and MIT [Massachusetts Institute of Technology] don't have a demand problem either. Outside of Germany and the EU, he says, studying is "understood as a life investment, the cost of which is shared."²

Herrmann introduced this idea already in 2014. In combination with the so-called Bavarian Higher Education *Innovation* Act, the introduction of tuition fees for NON-EU students now becomes possible.

Matthias Anbuhl, Chairman of the Board of the German Student Union, comments as follows: "Tuition fees are the wrong way to ensure adequate university funding. This is the state's responsibility, not the students' - whether they come from Germany, a European country or from non-EU countries."³

What is supposed to happen with the extra income generated by students from NON-EU countries?

  • Improvement of study conditions
  • Further development of teaching
  • Expansion of advising and support services
  • Improvement of student infrastructure⁴

In the following, I'll share my perspective. It's the perspective of a social advisor, who's in touch with international students (mostly from NON-EU countries) every day and knows their worries, fears and special challenges quite well. So, listen up TU München, as this might have the potential to improve your empathy towards students from outside of Europe:

Students from non-EU countries are already a strongly disadvantaged group and have to take on a much higher effort to enter Germany/the EU than students from within EU.

The application for the visa alone is associated with a financial proof of 934 EUR/month. For this proof, many students already take out a loan. For one year of study in Germany, this is 11,208 EUR, which they then try to pay off during their studies (if they can get a foot on the German job market and at the same time manage not to keep focussing on their studies, otherwise the immigration authorities threaten them with deportation).

Students from the EU do not have to provide any information about their finances. They also do not have to apply for extra health insurance, since their home insurance is usually also valid in Germany. NON-EU students, on the other hand, have to calculate an additional 100 EUR/month for a German health insurance. Otherwise they will not be enrolled at all.

NON-EU students have to cover all these costs BEFORE they enter the country, BEFORE their studies have even begun. The already existing, enormous financial hurdles as well as the amount of bureaucracy force many NON-EU students to cancel their visa application and give up on the idea of studying in Germany - or to go into debt for their dream at a young age.⁵

And now this group of international students, which is already at a maximum disadvantage, is supposed to pay at least another 2,000 euros per semester? For, among other things, the "improvement of counseling services"?

As far as I know, the financing of further education measures e.g. English language classes for administrative staff and professors (in case there should be language barriers towards English-speaking students) as well as the financing of completely new positions in counseling (in case the TU Munich should suffer from a staff shortage) are responsibilities of the university itself or the respective federal state. But certainly, it's not the international students' responsibility!

And anyway, why should NON-EU students be the only ones to pay these horrendous semester fees when surely also German and EU students would benefit from an alleged improvement of the study conditions and a further development of teaching

  1. What about solidarity?
  2. What about social (in)justice?
  3. What about targeted discrimination?
  4. What about racism?

The example of Baden-Württemberg (a neighboring state of Bayern) shows that discriminatory tuition fees are no solution to the financial problems of universities and also tend to scare off more specialists than they attract. Consequently, it was decided this year to abolish the semester fees for non-EU students of EUR 1,500 per semester.⁶

The money was originally intended to offer "support for international students, so that they can successfully complete their studies". The comment of one affected student on this is: "I have never experienced this. Nothing has changed. The government just wants the money and fewer foreign students."⁷

Another affected NON-EU student describes his study life in Germany as follows: "Due to the [...] tuition fees, I have been under massive stress since the last two years of my master's program. Since I am self-financing, I also had to work even more to be able to pay the tuition fees at all. [...] When I look back on my student days, I actually worked every day."⁷

Let's learn from this. Let's stand in solidarity and prevent international students from NON-EU countries from being financially exploited for no reason and thus excluded from social life. Let's include affected people in the discussion, start a dialogue and show them we care.

Also, should the TU Munich university be successful in introducing the tuition fee for students from NON-EU countries, other universities might follow. And we might lose even more highly-qualified international candidates. And build our walls even higher.

For a genuine, warm welcome for international students - no matter where they come from - with open arms instead of an open hand. Against all forms of discrimination and racism.

By adding your signature to this petition, you'll remind the TU Munich of this and urge them to cancel the introduction of the discriminatory semester fee for international students immediately

Thank you for reading and sharing. You are making a difference.

Sandra

P.S. We do have an Instagram account, we'd be happy if you followed us:

https://www.instagram.com/stopptstudiengebuehren/

P.P.S. You are a student at TUM and are not okay with the planned study fees? Then you're most welcome to participate in the photo petition organized by students of TUM:

https://collab.dvb.bayern/x/0RVsCw

 

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Sources:

¹https://www.tum.de/studium/studienfinanzierung/studiengebuehren-fuer-studierende-aus-nicht-eu-laendernhttps://www.tum.de/en/studies/fees/tuition

²https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/tu-muenchen-praesident-herrmann-will-uni-gebuehren-fuer-nicht-eu-auslaender-a-986722.html

³https://www.studierendenwerke.de/beitrag/studiengebuehren-in-baden-wuerttemberg-abschaffen

https://www.tum.de/studium/studienfinanzierung/studiengebuehren-fuer-studierende-aus-nicht-eu-laendernhttps://www.tum.de/en/studies/fees/tuition

⁵basierend auf persönlichen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit internationalen Studierenden als soziale Beraterin an einer deutschen Hochschule // based on personal experiences with international students working as a social advisor at a German university 

https://www.bafoeg-rechner.de/Hintergrund/art-2798-abschaffung-gebuehren-bawue-2023-.php

⁷https://www.bafoeg-rechner.de/Hintergrund/art-2144-auslaender-studiengebuehren-bawue.php#kommentar

Weiterführende Literatur zum Thema / Further articles on the topic:

https://www.studierendenwerke.de/beitrag/keine-studiengebuehren-fuer-internationale-studierende-aus-nicht-eu-staaten

https://www.studierendenwerke.de/beitrag/keine-studiengebuehren-fuer-studierende-aus-nicht-eu-staaten-in-bayern

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Die Entscheidungsträger*innen

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann
Präsident Emeritus, Technische Universität München
Thomas F. Hofmann
Thomas F. Hofmann
Präsident, Technische Universität München

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