Nein zum Homeschooling! Kinder in die Schule / No al homeschooling - bambini a scuola

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 5.000.


Lassen wir unsere Kinder von Lehrern unterrichten – nicht von Computern daheim!

Una scuola digitale a distanza per il futuro dei nostri figli? No grazie! (vedi sotto)

Südtiroler Politiker*innen bewerten den Sprung ins kalte Wasser, namentlich in die „digitale Schule“, positiv und funktionierend. Sie freuen sich über die unerwartet schnelle Entwicklung in Hinblick auf die digitale Abwicklung des Lernstoffs, die durch die Corona-Pandemie forciert wurde.

An diesen Politiker*innen scheint die Realität des Alltags in vielen Südtiroler Familien vorbei gegangen zu sein. Mal ganz davon abgesehen, dass der Kampf in den Haushalten um Laptop-Zeiten und Druckerkapazität wirklich Nerven kostet – anhand welcher Daten wird denn das derzeitige Homeschooling als funktionierend bewertet? Es gibt bisher keine vergleichenden Tests, die den Lernerfolg der letzten Monate dokumentieren. Und wenn es ein Lernerfolg gibt, dann ist er zu einem großen Teil dem Engagement der Eltern zu verdanken.

Väter und Mütter kämpfen sich durch Stapel von Aufgaben, helfen beim Ausdrucken, Einscannen, Hochladen und Verschicken. Sie stellen Hard- und Software bereit, erklären, korrigieren und lassen sich etwas einfallen – im besten Fall – solange das eigene Know-How und die verfügbare Zeit vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall, ist das Kind alleingelassen, wenn das youtube-Erklärvideo Fragen hinterlässt. Die erhobene Hand sieht der Laptop nicht – ebenso wenig wie den fragenden Blick. Und auch der Geist brilliert nicht, denn für einen Gedankenaustausch ist keiner da.

Die „digitale Schule“ braucht - zumindest in der Grund- und Mittelschule - die Heim-Lehrerin damit sie funktioniert. Und die sitzt dann leider nicht auf ihrem Bürostuhl oder steht im Operationssaal. Das digitale Lernen der Kinder daheim ist deshalb besonders für Mütter keine Option, da es die Mütter vor die Entscheidung „Kinder oder Beruf“ stellt.

2017 hat eine Meta-Studie der TU München 79 Studien zum Thema „Digitalisierung des Schulunterrichts“ mit folgenden Ergebnissen für die Sekundarstufe II, also für Jugendlich im Alter ab 16 Jahren, ausgewertet:

  • Jugendliche profitieren von digitalen Unterrichtsmedien stärker, wenn sie nicht allein, sondern in Paaren arbeiten. Die Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass Computerprogramme in besonderer Weise Gespräche zwischen ihnen anregen, die das Lernen fördern.
  • Schülerinnen und Schüler erzielen bessere Leistungen, wenn sie bei der Arbeit mit Digitalmaterial von Lehrkräften begleitet werden. Arbeiten sie vollkommen selbstständig mit Computerprogrammen, ist deren positiver Effekt gering.
  • Die erwünschte Wirkung digitaler Medien ist größer, wenn sie klassische Unterrichtsmaterialien nicht vollständig ersetzen. Erfolgversprechend ist, sie ergänzend zu analogen Methoden zu verwenden.
  • Digitale Medien steigern die Leistungen stärker, wenn sie von professionell geschulten Lehrerinnen und Lehrern in den Unterricht integriert werden.

Das heißt, wir brauchen qualifiziert Lehrkräfte und aufgrund Corona-Pandemie weitaus mehr als noch vor einigen Monaten gedacht. Und wir brauchen natürlich auch hochwertige Geräte und Programme sowie einheitliche Standards in Bezug auf Hard- und Software. Das kostet viel Geld und Zeit. Das derzeitige Homeschooling als Erfolg zu verbuchen, kann vor diesem Hintergrund bestenfalls als Naivität bezeichnet werden.

Ins kalte Wasser geworfen wurden mit dem Homeschooling auch die Kinder selbst – speziell die der Grund- und Mittelschule. Und nein – sie können nicht automatisch schwimmen. Medienkompetenz ist nicht nur googeln, Videos schauen und kopieren aus Wikipedia. Für viele Kinder ist beim digitalen Lernprozess die Ablenkungsgefahr viel zu präsent: „Wenn ich schon mal auf youtube bin …“. Um unsere Kinder selbstbewusst und kompetent zu machen ist es enorm wichtig, originäre Fähigkeiten wie Rechnen, Schreiben, Lesen und Zeichnen zuerst ohne digitale Medien zu lernen. Nur wenn Kinder die Grundlagen beherrschen und sie anwenden können, sind sie in der Lage, Informationen aus dem Internet richtig einzuordnen und Programme sinnvoll zu verwenden. Aus diesem Grund muss man auch in der Grund- und Mittelschule in qualifiziertes Lehrpersonal investieren.

Als Eltern fühlen wir uns nicht bestätigt und motiviert, wenn uns seitens der Politiker für unseren Einsatz gedankt wird. Wir halten einfach durch, damit unsere Kinder nicht auf der Strecke bleiben. Die wirklichen Konsequenzen in Hinblick auf Bildung unserer Kinder, aber auch auf ihr Sozialverhalten und auf ihre Gesundheit können wir noch nicht abschätzen. Sicher ist aber, dass beim Homeschooling die Schule als Ausgleich zwischen sozialen Gruppen und als Förderer benachteiligter Kinder entfällt.

Besonders Kinder aus sozial schwachen Familien müssen unbedingt in die Schule. Sie gehen sonst der Gesellschaft verloren. Hier finden sie Strukturen und Personen, die Ihnen Halt geben und Werte vermitteln. Durch die Lehrer erfahren sie die notwendige Förderung, die ihnen Zukunftsperspektiven schafft. Und vor allem in der Schule findet Integration statt – nicht nur sprachlich, sondern auch sozial und kulturell.

Die Unkontrollierbarkeit der digitalen Welt wirft aber noch weitere Probleme auf: Was in rauen Mengen vorhanden ist, sind die Daten der Kinder. Was passiert mit den Videos zu Turnübungen, Gedichtsvorträgen und Bastelprojekten? Wer garantiert, dass der Lehrer nach der Sichtung und Bewertung der Dateien diese löscht und damit die Bilder und Dokumente der Kinder vor unkontrollierten Zugriffen schützt? Vor der digitalen Schule war das ganz klar – es ist alles im Schulheft und bleibt im Besitz des Kindes bzw. der Erziehungsbevollmächtigten. Hier fordern wir einheitliche Standards, die den Umgang dieser Daten regeln und die den Eltern mitgeteilt und erklärt werden.

Zusammenfassend fordern wir also

  • Rückkehr der Kinder und Jugendlichen in die Schule unter Einhaltung der Hygienestandards zur Vermeidung von Corona-Infektionen
  • eine Abkehr von der „digitalen Schule“ im Sinne von Homeschooling und Erklär-Videos als billigen Ersatz für qualifizierte und motivierte Lehrer
  • eine Abkehr des Einsatzes der Eltern als Lehrkräfte
  • eine Minimierung der Nutzung der digitalen Medien in den ersten Schuljahren
  • das Erlernen und Nutzen von qualitativ hochwertigen Programmen, Anwendungen und Programmiersprachen in Begleitung von qualifizierten Lehrkräften in den oberen Klassenstufen
  • einheitliche, transparente Standards bezüglich der Speicherung der Daten (z.B. Texte, Videos) der Kinder

 

Una scuola digitale a distanza per il futuro dei nostri figli? No grazie!

Ci sono politici che elogiano la scuola digitale e tracciano un bilancio positivo di questi ultimi mesi in cui l’emergenza Coronavirus ha costretto gli alunni a rimanere a casa e i genitori a improvvisarsi insegnanti dei loro figli.

A quanto pare i nostri politici non sembrano conoscere le problematiche che si trovano ad affrontare le famiglie, che da molte settimane ormai devono districarsi tra lavoro a distanza, faccende quotidiane e stress da compiti. In base a quali criteri è possibile giudicare funzionante l’attuale didattica a distanza? Allo stato odierno non disponiamo di test comparativi che possano documentare il successo scolastico degli ultimi mesi. E se di successo scolastico si può parlare, il merito va in gran parte all’impegno dei genitori.

Perché in molti casi la realtà è questa: genitori esausti si trovano a destreggiarsi tra compiti, materiali da stampare, termini di consegna e piattaforme online. Fanno del loro meglio per mettere a disposizione hard- e software, spiegare nuovi argomenti, correggere, motivare – ovviamente con tutte le difficoltà del caso. E se le competenze e il tempo non bastano, gli alunni si ritrovano soli davanti al PC, a guardare video su Youtube, senza la possibilità di confrontarsi, fare domande all’insegnante o interagire con i compagni.

Affinché funzioni, la scuola digitale ha bisogno – soprattutto a livello di scuole elementari e medie – del genitore-insegnante. E se il genitore è a casa per fare l’insegnante, non può essere contemporaneamente in ufficio, in azienda, in sala operatoria. È evidente che la didattica a distanza rappresenta un problema soprattutto per le mamme, il più delle volte costrette a scegliere fra figli o lavoro.  

Nel 2017 l’Università tecnica di Monaco di Baviera ha analizzato 79 studi riguardanti gli effetti della digitalizzazione dell’insegnamento scolastico su ragazzi a partire dai 16 anni, evidenziando che 

  • l’uso di strumenti didattici digitali ha un impatto maggiore sull’apprendimento se i ragazzi lavorano in coppia - e non da soli -, proprio perché vengono stimolati a interagire e a confrontarsi sulla materia; 
  • gli alunni ottengono risultati migliori se nel lavoro con i materiali digitali sono affiancati da docenti e insegnanti. L’effetto positivo è nettamente inferiore se si trovano a lavorare con i programmi al computer in modo del tutto autonomo;
  • i benefici degli strumenti multimediali sono maggiori quando questi non sostituiscono del tutto i materiali “tradizionali”, ma affiancano l’insegnamento classico;
  • gli strumenti digitali incentivano l’apprendimento quando vengono integrati nell’insegnamento da parte di docenti opportunamente istruiti e formati.

È evidente quindi che abbiamo urgentemente bisogno di personale insegnante esperto e ben preparato. A cui dovranno aggiungersi attrezzature e programmi di qualità oltre che standard univoci in merito a hard- e software. E tutto ciò richiede un notevole impegno in termini di tempo e di risorse economiche. Alla luce di queste evidenze, non è quindi in alcun modo giustificabile definire la didattica a distanza un successo.

Un altro problema legato alla nuova scuola digitale riguarda la competenza mediatica dei nostri figli, soprattutto di quelli più piccoli. Quando fanno compiti online è difficile che restino concentrati e non cedano alla tentazione di andare su Internet per navigare o distrarsi con le loro app preferite. Siamo d’accordo sul fatto che debbano imparare a usare i moderni strumenti multimediali, ma è fondamentale che imparino innanzitutto le basi dell’educazione, cioè scrivere e leggere. Soltanto dopo saranno capaci di interpretare correttamente le informazioni del mondo digitale e di usare i programmi in modo sensato. Anche per questo è importante investire in insegnanti qualificati che accompagnino i bambini delle elementari e medie con competenza e professionalità.      

Noi genitori non ci sentiamo affatto gratificati quando i politici ci ringraziano per il nostro impegno. Ci facciamo in quattro per far sì che i nostri figli non rimangano indietro. Ma è evidente che gli effetti in termini di apprendimento, ma anche di competenze sociali e di salute allo stato odierno non sono affatto identificabili. Una cosa però è certa: nella didattica a distanza viene meno il ruolo della scuola quale comunità educante che favorisce l’inclusione anche dei bambini più deboli e disagiati.

Soprattutto i figli di famiglie svantaggiate hanno assolutamente bisogno di andare a scuola, poiché è lì che trovano il sostegno e l’appoggio di cui necessitano. Ed è proprio nell’ambiente educativo della scuola che si svolge l’integrazione – non solo a livello linguistico, ma anche sociale e culturale. 

L’incontrollabilità del mondo digitale solleva anche un’altra questione: cosa succede con i dati dei ragazzi? I video in cui fanno esercizi di ginnastica, recitano poesie, fanno lavoretti. Chi ci garantisce che l’insegnante, dopo averli visti, li cancella proteggendo così le immagini e i documenti dei nostri figli da occhi indiscreti? Anche qui chiediamo standard univoci che regolino l’uso e il trattamento dei dati.  

In sintesi, chiediamo dunque

  • che i bambini e ragazzi possano tornare a scuola, ovviamente nel rispetto delle misure di igiene e sicurezza;
  • che la scuola digitale a distanza non diventi un “sostituto comodo ed economico” per rimpiazzare docenti e insegnanti qualificati;  
  • che l’uso di strumenti tecnologici venga limitato soprattutto nei primi anni scolastici;
  • che nelle classi più alte vengano introdotti programmi e applicazioni di qualità, usati dai ragazzi sotto la supervisione di insegnanti opportunamente formati;
  • che in merito alla memorizzazione dei dati (testi, video ecc.) dei bambini vengano introdotti standard chiari e trasparenti.