Hundeschulen im Lockdown wieder öffnen!!!

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Wir sind ein Zusammenschluss von mehreren Hundeschulen in NRW und wenden uns an Sie, um einmal auf uns und unseren Beruf aufmerksam zu machen. Wir haben den Eindruck, dass unser Beruf nicht wahr-, geschweige denn ernst genommen wird und wir sind auch nicht mehr gewillt als kleine Randgruppe in Erscheinung zu treten. Unser Beruf sieht es vor, gerade die Großstadthunde, aber auch Kleinstädte und Dörfer, alltagstauglich zu machen und sie sozusagen in eine menschliche Gesellschaft zu integrieren. Dies bedeutet eine Menge Herausforderungen für den Hundehalter und es braucht kompetente Unterstützung von uns Hundetrainern, diese Menschen anzuleiten.

Wer wir sind und was wir machen:
Gerade an die "Stadthunde" werden eine Menge Anforderungen gestellt, die ein hundgerechtes Leben erschweren. Sie müssen ein hohes Maß an menschlichen Verhaltensmustern kennenlernen, um sich unseren Spielregeln anzupassen. Dabei ist es die Aufgabe des Halters, die Wünsche, Stärken und Schwächen seines Hundes zu erkennen und den Hund sicher durch den Alltag zu führen. Wir Hundeschulen sehen unsere Aufgabe darin, die Hunde innerhalb des begrenzten Rahmens möglichst viel Freiraum zu bieten und ihren Haltern zu erklären, wie sie sie artgerecht erziehen & beschäftigen können, sowie den Haltern klar zu machen, wie sie sich draußen in der Gesellschaft rücksichtsvoll gegenüber den anderen Menschen verhalten. Im ländlichen Bereich ist es das Beutefangverhalten (jagen) ein großes Thema. Den Vierbeinern soll viel Freilauf, selbstverständlich im erlaubten Bereich, gewährleistet werden. Dies kann nur über Training erfolgen.

Unabdingbar sind auch Welpensozialisierungskurse.
Besonders der Welpe reagiert in den ersten sechzehn Lebenswochen äußerst sensibel und nachhaltig auf positive sowie besonders auf negative Reize.

Manche dieser Außeneinflüsse prägen Welpen ihr Leben lang und bestimmen maßgeblich ihre weitere Entwicklung und ihr Verhalten.

Resultate wie Mangel-, Negativ- oder Fehlprägung bilden die häufigsten Ursachen für ein späteres Problemverhalten und sind in einigen Fällen nur bedingt wieder löschbar. Deshalb ist es umso wichtiger, negativen Einflüssen durch eine gezielte Welpenschule in einer Welpengruppe entgegen zu wirken und durch positive Einflüsse und kontrollierte Eindrücke von außen den gewünschten Charakter maßgeblich zu fördern. Die wichtigste Präge- und Sozialisierungsphase des Hundes darf man nicht verpassen, um ihn für sein späteres Verhalten eine solide Basis zu schaffen. In der Gruppe helfen Hundeschulen innerartliches Spiel-, Lern- und Kommunikationsverhalten zu verstehen, um das Verhalten des Hundes richtig zu deuten.

Danach geht es weiter mit den Junghundkursen und der eigentlichen Erziehung.

Junge Hunde durchleben ebenfalls die Pubertät und viele, bereits erlernte Signale, werden in Frage gestellt. Hier heißt es nun Ruhe bewahren, konsequent bleiben und sich in Geduld üben. Gerade in dieser Phase ist eine Betreuung für die Halter durch eine Hundeschule unerlässlich. Abgesehen von dieser turbulenten Lebensphase des Hundes, sind die Anforderungen gerade an unsere Großstadtbande enorm groß: sie sollen nicht bellen, Jagen ist verboten, und der Spaziergang an der Leine gestaltet sich am Anfang oft schwierig. Alle wichtigen Grundsteine für ein entspanntes Miteinander erarbeiten sich die Hundehalter in den Erziehungskursen.

Einzeltraining
Ebenso ein großer, wie wichtiger Bestandteil der Arbeit von Hundeschulen ist das individuelle Einzeltraining. Durch den 1. Lockdown sind eine Menge Menschen neue Erst-Hundebesitzer geworden. Insbesondere aus dem Ausland wurden eine Menge Hunde nach Deutschland geholt. Diese sind eine besondere Herausforderung, da sie meistens Deprivationsschäden haben, sprich Vieles haben sie nicht in der Welpenzeit (Prägephase) kennen gelernt und sind somit oft überfordert mit dem neuen Leben in der Stadt. Dies äußert sich in extremer Ängstlichkeit, Traumatas oder aber damit einhergehend, einem aggressiven Verhalten Menschen und Artgenossen gegenüber – meist aus Überforderung. Diese Hundehalter brauchen dringend Unterstützung.

Hunde unterstützen und helfen Menschen die unter Depressionen leiden, auch sind Hundehalter nachweislich weniger krank, da sie viel mehr draußen an der frischen Luft sind. Viele Menschen litten im 1. Lockdown unter Depressionen und haben sich einen Hund zugelegt. Die meisten haben aus einem idealistischen Gedanken heraus einen Hund aus dem Ausland gerettet – nun sehen sie sich mit einer Menge von Problemen konfrontiert und stehen wieder alleine da.

Um einmal auf folgende Aussage seitens des MAGS einzugehen: “ Dies bedeutet, wenn es sich nicht um eine qualifizierte Gebrauchshundeausbildung (wie Blinden-, Lawinen-, Spür-, Jagd-, Hüte-Hundeausbildung) handelt, sind Hundeschulen unzulässige „andere Bildungsangebote“.

Auch hier noch einmal ein Einwand von unserer Seite aus:

Bevor Gebrauchshunde in die spätere, individuelle Ausbildung gehen, durchlaufen auch diese Hunde unsere Hundeschulen: Sie kommen zu uns in die Welpengruppen und besuchen auch anschließend, die fortführenden Erziehungskurse. Voraussetzung für jeden Gebrauchshund ist die Begleithundeprüfung – die kann nur bestanden werden, wenn der Hund über einen zuverlässigen Grundgehorsam verfügt, den wir den Hunden bzw. den Haltern beibringen.

Ebenfalls sind die Halter von sogenannten Listenhunden und Hunden besonderer Rassen auf uns angewiesen. Die Halter müssen dem Ordnungsamt eine regelmäßige Teilnahme in einer Hundeschule vorweisen. Die können wir nicht ausstellen, wenn wir keinen Unterricht geben dürfen. Wir bereiten die Hunde auf den sogenannten Wesenstest vor, den sie ab dem 18. Lebensmonaten absolvieren müssen und der von dem jeweiligen Veterinäramt geprüft wird.

Wir Hundeschulen leisten andere Arbeiten als Hundesportvereine (Agility-, Frisbee etc.) und selbst da, ist kein körpernaher Kontakt zu den Kunden notwendig. Auf Hundesport kann verzichtet werden, jedoch nicht auf Erziehung und die Lösung von Verhaltensauffälligkeiten.

Was wir fordern:

Die Coronaschutzverordnung des Landes NRW wurde am 10.11.2020 erneut aktualisiert und schränkt uns Hundeschulen im November ein. Zunächst sah es so aus, Stand 03.11.2020, dass wir Hundeschulen nicht davon betroffen sind und unter Einhaltung der Abstandsregeln und Hygienevorschriften weiter trainieren können. Hundeschulen wurden mit Beschluss als 'normale' Dienstleister eingestuft und nicht als Anbieter eines Bildungsangebotes.

Das MAGS NRW stuft Hundeschulen ebenfalls als Bildungsangebot i. S. d. § 7 Abs. 1 der VO ein  und erklärt hierzu: „Wirtschaftszweige, in denen Bildung vermittelt wird, fallen unter die Regelung des § 7 Abs. 1 Satz 2 CoronaSchVO. Bei Hundeschulen wird Bildung vermittelt, weil die Hundeführerin oder der Hundeführer den Umgang mit dem Hund erlernt.“ Dies bedeutet, wenn es sich nicht um eine qualifizierte Gebrauchshundeausbildung (wie Blinden-, Lawinen-, Spür-, Jagd-, Hüte-Hundeausbildung) handelt, sind Hundeschulen unzulässige „andere Bildungsangebote“. Unter diese unzulässigen Bildungsangebote fällt auch das entsprechende Einzeltraining mit dem Hund.

Das sehen wir Hundeschulen anders. Unsere Arbeit ist keine Plattform für ein „unnötiges“ Zusammentreffen sozialer Kontakte. Die Kunden kommen für eine Stunde in einen Erziehungskurs (kleine Gruppen im Freien) oder aber zu einem Einzeltraining, arbeiten dort mit den Hunden und fahren danach wieder nach Hause. Das ist keine Zusammenkunft, vergleichbar mit einem gemütlichen Treffen unter Freunden zu Hause. Das wir im Freien trainieren, mit Abstand und mit Mundschutz brauchen wir nicht noch einmal zu erwähnen.

Wir fordern eine EINHEITLICHE Regelung für ALLE Hundeschulen in NRW.

Das Land NRW wies uns auch ausdrücklich darauf hin, dass diese Einstufung als Bildungsangebot für die Gerichte nicht bindend ist und für die Behörden die Auslegungshinweise des MAGS lediglich eine ermessenslenkende "Richtschnur" darstellt. Und aufgrund dessen stehen viele Existenzen von uns auf dem Spiel?!

Wir machen unsere Arbeit nicht nebenher und bieten ab und zu mal einen Bespassungskurs an. Wir alle leben hauptberuflich davon, zahlen Umsatz- und Gewerbesteuern, ebenso IHK-Beiträge, die als Bildungsstätte NICHT gezahlt werden müssen.

Wir bitten sie inständig, ihre Entscheidung zu überdenken, endgültig festzulegen was wir sind, Dienstleister oder eine außerschulische Bildungsstätte, (selbstverständlich dann mit Befreiung von Gewerbe- und zum Teil Umsatzsteuer und des IHK-Beitrages) und vor Allem – um eine einheitliche Regelung für alle zu schaffen.

Bitte unterstützt uns bei dieser Petition, wir brauchen eine Stimme! Nicht nur wegen Corona, nein für die Zukunft Eurer Hunde und für die Zukunft aller Hundeschulen!