Mise à jour sur la pétitionMinister Habeck, Minister Albrecht, beweisen Sie sich JETZT! Stoppen Sie die Seehundjäger!Unser Engagement für die Seehunde hält Einzug in Lehrbuch !

Bettina JungWenzendorf, Allemagne

5 mai 2017
Unser Engagement findet einen Platz in einem entstehenden Lehrbuch für die Akademie für Tiernaturheilkunde ATM GmbH, im Kapitel "Tierschutz und Tierethik".
Mit Frau Prof.Dr. Linda Maria Koldau sind wir von Anbeginn unseres Engagements für die Seehunde (change.org/seehunde) in Kontakt, da sie sich intensiv um die bedrohliche Situation des Naturschutzgebietes Schwedeneck sorgt und ebenfalls unter anderem mit Petitionen engagierte Bürger auf die Machenschaften der Politik hinweist und die Gegenwehr zu bündeln versucht (www.change.org/schwedeneck und www.change.org/dea).
Die Schicksale der Naturschutzgebiete und Lebensräume unserer Tiere sind untrennbar miteinander verbunden, wie an diesem Beispiel eindrücklich deutlich wird.
Beide sind jedoch vor politischem Lobbyismus unbedingt zu schützen und engagierte Kräfte übergreifend zu bündeln.
Deshalb konnten wir uns in unserem Engagement sehr hilfreich gegenseitig unterstützen.
Wir sehen uns geehrt, in diesem umfassenden Lehrwerk zur Kulturgeschichte der Mensch-Tier-Beziehung Erwähnung zu finden und danken herzlich dafür.
Auszug aus dem Kapitel „Tierschutz und Tierethik“:
„Ein roter Faden in der Geschichte des Tierschutzes ist die häufige Verquickung mit politischen Ansichten und Zielsetzungen. Im deutschen Kaiserreich war der Tierschutz stark antisemitisch überlagert – eine Folge davon, dass (historisch bedingt) ein überdurchschnittlicher Anteil der Ärzte und Wissenschaftler, die aus medizinischen Gründen Tierversuche durchführten, jüdischer Abstammung waren. Im Nationalsozialismus wurde diese „Tradition“ des Tierschutzes aufgenommen und vertieft: Tierschutzgesetze und ihre offizielle Umsetzung waren besonders gegen Berufsgruppen gerichtet, in denen ein hoher Anteil von Juden tätig war (nicht nur Wissenschaftler und Ärzte, sondern auch Pelzhändler, jüdische Schlachter etc.). Typisch für die Beliebigkeit der nationalsozialistischen Diktatur war jedoch eine Lockerung oder Missachtung der eigenen Gesetze, wo es um den „kriegswichtigen“ Einsatz von Tierversuchen ging.
Auch heute trägt Tierschutz vielfach politische Komponenten – primär, weil wirtschaftliche Interessen sowohl offiziell (d.h. politisch und gesetzlich verankert) als auch in der inoffiziellen Praxis über das Wohl der Tiere gestellt werden. Zwei aktuelle Beispiele können diese schiefe Interessenlage veranschaulichen:
Beispiel 2:
Seehunde in Schleswig-Holstein: Fragwürdiger Schutz und politische Instrumentalisierung durch den Landesumweltminister
Im November 2016 veröffentlichte Bettina Jung als Bundesvorsitzende der Tierschutz-Partei ETHIA eine Petition an den schleswig-holsteinischen Umweltminister Robert Habeck. In ihrem Petitionsbrief schreibt sie:
„Jährlich fallen bis zu 500 Seehunde den Seehundjägern in Schleswig-Holstein zum Opfer. Seit 1974 dürfen Seehunde offiziell nicht mehr bejagt werden. Aber ein jeder Seehundjäger kann willkürlich (ohne tierärztliche Untersuchung) entscheiden, ob ein Tier erschossen werden darf, weil es angeblich verletzt, krank oder nicht lebensfähig ist. Mutterlose oder verletzt aufgefundene Seehunde können und dürfen zwar in den Seehundauffangstationen der Inseln erstversorgt werden, diese müssen aber (IN WELCHEM ZUSTAND AUCH IMMER – auch, wenn von tierärztlicher Seite die Transportfähigkeit nicht gegeben ist) die Tiere nach spätestens 24 Stunden einem Robbenjäger übergeben, der dann selbstständig und unkontrolliert über das Leben des Tieres entscheidet.
Das bedeutet: Töten – oder zur einzig legitimierten Seehundstation in Friedrichskoog überstellen. (Dies ist tierschutzwidrig, weil kein vernünftiger Grund vorliegt und den Tieren unnötige Strapazen zugemutet werden.) Die einzig legitimierte Seehundstation wird betrieben von.....?! DER LANDESJÄGERSCHAFT! … Bislang stellten Sie sich massiv schützend vor das unfassbare Monopol der Landesjägerschaft in Schleswig-Holstein, deren Mitglieder sich auf bisher völlig intransparente Art und Weise in Kurzzeitkursen vom ‚normalen Jäger‘ zum ‚Seehundjäger‘ umschulen lassen können. Der so erworbene vermeintliche Wissensstand verleiht diesen eine Entscheidungsgewalt über das Leben der Seehunde, die rechtlich selbst über die durch jahrelanges Studium und Approbation erarbeitete echte Kompetenz eines Tierarztes gestellt wird.“ (www.change.org/seehunde)
Dass die rechtliche Situation in der Fürsorge für verletzte Seehunde in der Tat unhaltbar ist, zeigte 2016 ein Vorfall, in dem die zuständige Tierärztin und Leiterin des Robbenzentrums Föhr vom Umweltministerium verklagt wurde, weil sie länger als innerhalb der vorgegebene Frist von 24 Stunden drei verletzte Heuler erstversorgte, um deren Transportfähigkeit in die Seehundstation nach Friedrichskoog herzustellen. Die zuständige Staatsanwältin und die Richterin am Amtsgericht Kiel äußerten sich in diesem Verfahren entsetzt über die geltende Rechtslage. Das Umweltministerium und Minister Habeck reagierten darauf jedoch in keiner Weise.
Die Petition der Tierschutzpartei ETHIA sorgte innerhalb weniger Monate für erhebliche Aufmerksamkeit in den Medien; über 75.000 Menschen unterzeichneten den Aufruf an Minister Habeck, der unhaltbaren Situation in der von Jägern betriebenen Seehundstation ein Ende zu machen. Der Minister ignorierte jedoch die Forderung, die Versorgung der Seehunde so zu regeln, dass sie den Maßgaben des Tierschutzgesetzes entspricht.
Vielmehr verwendete er wenige Monate später im beginnenden Wahlkampf ausgerechnet das Bild von Seehunden und das damit verbundene Image von Naturnähe und Tierliebe, um für sich und seine Partei zu werben. ETHIA erstatte daraufhin Strafanzeige gegen die verantwortlichen Kandidaten der GRÜNEN in Schleswig-Holstein. In ihrer Pressemitteilung erläutert die Tierschutzpartei dazu:
„Hamburg, 02.03.2016 – Die Menschen- und Tierrechtspartei ETHIA hat gestern Strafanzeige wegen Wählertäuschung §108 a StGB gegen den verantwortlichen Spitzenkandidaten Umweltminister Dr. Robert Habeck, sowie Monika Heinold und die Vorsitzenden Ruth Kastner und Arfst Wagner in Verantwortung des BÜNDNIS90/Die GRÜNEN Landesverbands in Schleswig-Holstein gestellt.
Anlass ist ein Wahlplakat der Grünen, welches am 25.02.2017 nach Aufstellung der Landesliste präsentiert wurde (https://goo.gl/5Z8VKZ). Darauf zu lesen:
‚Keine Ölbohrungen im Wattenmeer – Natur- und Klimaschutz für Tier und Mensch – NUR MIT GRÜN‘. Ebenfalls abgebildet ist ein Seehund.
Die Botschaft impliziert eine Verantwortung gegenüber dem Ökosystem (Watten)-meer und dem Seehund, die so nicht gegeben ist. So bewilligte Herr Robert Habeck unter anderem die Ölsuche in der Kieler Bucht, im Feld Schwedeneck-See, und auch der Bau des höchst umstrittenen Fehmarnbelt-Tunnels unter der Ostsee ist noch immer im Gespräch. In diesen Bereichen finden sich ebenfalls geschützte Seehunde.
Den Tierschutz hat sich Herr Robert Habeck ebenfalls auf die Fahne geschrieben. ‚Blickt man auf die Seehundsituation in Schleswig-Holstein so ist dies blanker Hohn‘, sagt Bundesvorsitzende Bettina Jung.“
(http://www.ethia.de/…/pressemitteilung-partei-ethia-stellt…/)
(Anmerkung: Bei dem kritisierten Wahlplakat liegt tatsächlich eine doppelte Täuschung der Wähler vor. Der Umweltminister nutzt in seiner Wahlwerbung nicht nur das emotional besetzte Bild der Seehunde aus, deren Recht auf Schutz er in der Realität missachtet, auch die Aussage „Keine Ölbohrungen im Wattenmeer“ ist falsch. Tatsächlich bohrt der Ölkonzern DEA seit vielen Jahren im Weltnaturerbe Wattenmeer nach Öl und hat 2016 eine Ausweitung dieser Förderungstätigkeit beantragt. Obwohl ein juristisches Gutachten, das der Umweltminister dazu in Auftrag gegeben hat, festlegt, dass weitere Bohrungen im Wattenmeer nicht zulässig sind, hat der grüne Umweltminister den Antrag der DEA auf eine Ausweitung der bestehenden Ölförderung bis heute – April 2017 – nicht abgelehnt. Das Plakat stellt somit in der Tat eine grobe Täuschung der Wähler dar.)
Nachdem die Medien über die Strafanzeige gegen die GRÜNEN berichtet hatten, vermied die Partei, dieses Plakat weiterhin für ihre Wahlwerbung zu nutzen. Die Forderung, endlich für einen Schutz der Seehunde zu sorgen, der den Maßgaben des Tierschutzgesetzes entspricht, lehnt der schleswig-holsteinische Umweltminister jedoch bis heute ab.
Die Petition und das Wahlplakat der GRÜNEN in Schleswig-Holstein verdeutlichen somit, wie Tiere in der aktuellen Politik – sogar bei offenkundiger Verletzung des Tierschutzrechts und skandalösen Arbeitsbedingungen der zuständigen Tierärzte – instrumentalisiert werden, um ein positives Image von Politikern zu verbreiten.“
Linda Maria Koldau:
Kulturgeschichte der Mensch-Tier-Beziehung Teil 2: Tiere in den Künsten und in der Sprache, Haustiere und Nutztiere, 2017
© ATM GmbH & Linda Maria Koldau
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