

Millionendesaster: Bildungszentrum Prora auf der Kippe
Das Problem
Es ist ein Versagen staatlich-demokratischer Institutionen in Mecklenburg-Vorpommern – allen voran der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) in Schwerin: Bei der Eröffnung der Jugendherberge Prora im Jahr 2011 in den „weltberühmten KdF-Bauten“, wie es damals hieß, wurde offiziell ein umfassendes Bildungszentrum zur Geschichte Proras versprochen. Dieses sollte ausdrücklich die DDR-Kasernengeschichte berücksichtigen – als ein reales Abbild der historischen Entwicklung dieses Teils von Deutschland.
Heute, 15 Jahre später, sucht man dieses Zentrum bei der Jugendherberge vergeblich. Stattdessen wurde Jugendlichen jahrelang suggeriert, sie könnten „Geschichte hautnah in der KdF-Gedenkstätte“ erleben. Die historische Verantwortung an diesem Ort wird mit Verweis auf das 1,5 Kilometer entfernte Dokumentationszentrum Prora abgewälzt.
Es ist ein untragbarer Widerspruch: Während Jugendliche heute gesellschaftlich wieder intensiv für den Militärdienst umworben werden, wird die hochrelevante DDR-Militärgeschichte in den Räumen der Jugendherberge trotz unzähliger Mahnungen verschwiegen: Die zehnjährige sowjetische Präsenz beim Aufbau des DDR-Militärs, das hier formierte Fallschirmjägerbataillon (Luftsturmregiment 40) und die größte Einheit der DDR- Bausoldaten (Waffenverweigerer), die zu den Wegbereitern der Friedlichen Revolution gehören.
Der skandalöse Verlust unseres Erbes: Das Versagen der staatlichen Stellen hat bereits Konsequenzen: Die LpB hat die einzigartige, riesige Sammlung des ehemaligen NVA-Museums (mit 30 originalgetreuen Kasernenräumen und über 22.000 Exponaten) verlorengehen lassen.
Nach diesem unentschuldbaren Verlust der historischen Sachzeugnisse für Prora geht es jetzt im letzten in öffentlicher Hand verbliebenen Abschnitt neben der Jugendherberge um die allerletzten physischen Räume dieser Geschichte. Während die veranschlagten Kosten für die museale Infrastruktur über die Jahre von 3 über 5 auf 7 Millionen Euro stiegen und schließlich bei knapp 14 Millionen Euro landeten, auf deren anteilige Zahlung sich Bund und Land vor fünf Jahren mühsam geeinigt hatten, drohen die Planungen nun komplett zu verfallen. Da während des allzu langsamen Voranschreitens die Gesamtkosten inzwischen auf 20 Millionen Euro explodiert sind, sollen aktuell rund 6 Millionen Euro fehlen, um das Projekt wie geplant umzusetzen.
Wenn nicht bis zum harten Fristende am 31. Dezember 2026 ein offizieller Verlängerungsantrag für die bereits vom Bund zugesagten knapp 7 Millionen Euro Förderung durchgesetzt wird, verfällt auch noch dieses bewilligte Geld unwiederbringlich - das Projekt ist endgültig tot! Die LpB (Schwerin), die die Federführung übernommen hat, steht in der Pflicht zu Handeln!
Bemerkenswerte Vorarbeit ist geleistet: Eine erste echte bauhistorische Untersuchung hat die fünf prägenden Nutzungsphasen des Gebäudes herausgestellt. Damit wurden die langjährigen Forschungen der unabhängigen Initiative DenkMALProra offiziell bestätigt. Dieser zivilgesellschaftlichen Initiative ist es auch zu verdanken, dass zwei Höfe des Blocks V im Kasernenputz belassen werden sollen und die letzten originalen DDR-Bauteile im Gelände als "Lernort" gesichert wurden. Ein einziger, authentischer Kasernengang konnte gerettet werden – der allerletzte seiner Art!
Wahlprüfstein Landtagswahl: Kandidaten in die Pflicht nehmen!
Wir nehmen den laufenden Landtagswahlkampf zum Anlass, um die Parteien und ihre Kandidaten aus der Deckung zu locken. Wer von Ihnen meint es ernst mit einer ehrlichen, demokratischen Aufarbeitung beider Diktaturen? Wir fordern alle zur Wahl stehenden Parteien und Direktkandidaten auf, Farbe zu bekennen und sich vor dem Wahltag unmissverständlich zu positionieren: Werden Sie das Schweigen brechen und das Sterben dieses Erinnerungsortes verhindern?
Unsere Forderungen für einen demokratischen Kompromiss:
Finanzielle Offenlegung, Fristen wahren: Wir fordern die LpB Schwerin auf, die bisherige Finanzbedarfsplanung komplett öffentlich zu legen. Es ist unverzüglich sicherzustellen, dass der notwendige Verlängerungsantrag für die 7 Millionen Euro Bundesförderung fristgerecht gestellt wird , um diese historische Chance nicht endgültig zu verspielen! Legen Sie konkrete Pläne vor, wie die noch fehlenden 6 Millionen Euro beschafft werden sollen!
Pragmatischer Kompromiss als Außenstelle: Sollte die Beschaffung der fehlenden Millionen scheitern, fordern wir das Land auf, über ein verkleinertes, finanziell tragbares Zentrum nachzudenken. Es ist zu prüfen, ob dieses verkleinerte Zentrum als Außenstelle des bestehenden Dokumentationszentrums Prora betrieben werden kann. So lassen sich Synergien nutzen, Kosten sparen und das Projekt vor dem sicheren Aus retten.
Rettung der letzten Räume: Der gerettete, letzte authentische Kasernengang muss zwingend als zentrales Exponat und Lernort in dieses Konzept integriert werden und die Geschichte über alle in Prora stationierten Einheiten hinweg abbilden. Nach dem Verlust der Museumssammlung darf diese bauliche Hülle nicht auch noch geopfert werden.
Bürgerbeteiligung jetzt: Wir fordern die LpB, das Ministerium und die künftigen Abgeordneten auf, die gemeinnützige Initiative DenkMALProra nicht weiterhin auszugrenzen sowie weitere interessierte Bürgerinnen und Bürger in demokratischer Vielfalt endlich direkt in die Planungen einzubeziehen.
Unterzeichnen Sie diese Petition, um das Versagen zu stoppen und die Wahlkandidaten zur Positionierung zu zwingen, den Lernort neben der Jugendherberge Prora zu schaffen und die DDR-Kasernengeschichte neben der KdF-Geschichte des Kolosses endlich sichtbar zu machen!
Fakten-Check & Quellen zu dieser Petition:
· Zum drohenden Verfall der 7 Mio. Euro & Kostenexplosion: Siehe Berichterstattung des NDR: „Prora: Geschichte verschwindet hinter Hochglanzfassaden“.
· Zur DDR-Großkaserne & den 5 Bauphasen: Siehe die wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Dr. Stefan Stadtherr Wolter, zuletzt: Prora: Kolossales am Nordstrand, Kalter Krieg unterm weißen Mantel, 2024
· Zum Verlust der Museumssammlung der „Kunstkulturstatt Prora“ siehe Change org.
Dr. Stefan Stadtherr Wolter (Historiker) www.denkmalprora.de Markus Georg Reintgen (Fotokünstler), Altiero-Spinelli-Preisträger 2018 für das Projekt „Scherben von Prora“ https://twitter.com/scherbnvonprora
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Das Problem
Es ist ein Versagen staatlich-demokratischer Institutionen in Mecklenburg-Vorpommern – allen voran der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) in Schwerin: Bei der Eröffnung der Jugendherberge Prora im Jahr 2011 in den „weltberühmten KdF-Bauten“, wie es damals hieß, wurde offiziell ein umfassendes Bildungszentrum zur Geschichte Proras versprochen. Dieses sollte ausdrücklich die DDR-Kasernengeschichte berücksichtigen – als ein reales Abbild der historischen Entwicklung dieses Teils von Deutschland.
Heute, 15 Jahre später, sucht man dieses Zentrum bei der Jugendherberge vergeblich. Stattdessen wurde Jugendlichen jahrelang suggeriert, sie könnten „Geschichte hautnah in der KdF-Gedenkstätte“ erleben. Die historische Verantwortung an diesem Ort wird mit Verweis auf das 1,5 Kilometer entfernte Dokumentationszentrum Prora abgewälzt.
Es ist ein untragbarer Widerspruch: Während Jugendliche heute gesellschaftlich wieder intensiv für den Militärdienst umworben werden, wird die hochrelevante DDR-Militärgeschichte in den Räumen der Jugendherberge trotz unzähliger Mahnungen verschwiegen: Die zehnjährige sowjetische Präsenz beim Aufbau des DDR-Militärs, das hier formierte Fallschirmjägerbataillon (Luftsturmregiment 40) und die größte Einheit der DDR- Bausoldaten (Waffenverweigerer), die zu den Wegbereitern der Friedlichen Revolution gehören.
Der skandalöse Verlust unseres Erbes: Das Versagen der staatlichen Stellen hat bereits Konsequenzen: Die LpB hat die einzigartige, riesige Sammlung des ehemaligen NVA-Museums (mit 30 originalgetreuen Kasernenräumen und über 22.000 Exponaten) verlorengehen lassen.
Nach diesem unentschuldbaren Verlust der historischen Sachzeugnisse für Prora geht es jetzt im letzten in öffentlicher Hand verbliebenen Abschnitt neben der Jugendherberge um die allerletzten physischen Räume dieser Geschichte. Während die veranschlagten Kosten für die museale Infrastruktur über die Jahre von 3 über 5 auf 7 Millionen Euro stiegen und schließlich bei knapp 14 Millionen Euro landeten, auf deren anteilige Zahlung sich Bund und Land vor fünf Jahren mühsam geeinigt hatten, drohen die Planungen nun komplett zu verfallen. Da während des allzu langsamen Voranschreitens die Gesamtkosten inzwischen auf 20 Millionen Euro explodiert sind, sollen aktuell rund 6 Millionen Euro fehlen, um das Projekt wie geplant umzusetzen.
Wenn nicht bis zum harten Fristende am 31. Dezember 2026 ein offizieller Verlängerungsantrag für die bereits vom Bund zugesagten knapp 7 Millionen Euro Förderung durchgesetzt wird, verfällt auch noch dieses bewilligte Geld unwiederbringlich - das Projekt ist endgültig tot! Die LpB (Schwerin), die die Federführung übernommen hat, steht in der Pflicht zu Handeln!
Bemerkenswerte Vorarbeit ist geleistet: Eine erste echte bauhistorische Untersuchung hat die fünf prägenden Nutzungsphasen des Gebäudes herausgestellt. Damit wurden die langjährigen Forschungen der unabhängigen Initiative DenkMALProra offiziell bestätigt. Dieser zivilgesellschaftlichen Initiative ist es auch zu verdanken, dass zwei Höfe des Blocks V im Kasernenputz belassen werden sollen und die letzten originalen DDR-Bauteile im Gelände als "Lernort" gesichert wurden. Ein einziger, authentischer Kasernengang konnte gerettet werden – der allerletzte seiner Art!
Wahlprüfstein Landtagswahl: Kandidaten in die Pflicht nehmen!
Wir nehmen den laufenden Landtagswahlkampf zum Anlass, um die Parteien und ihre Kandidaten aus der Deckung zu locken. Wer von Ihnen meint es ernst mit einer ehrlichen, demokratischen Aufarbeitung beider Diktaturen? Wir fordern alle zur Wahl stehenden Parteien und Direktkandidaten auf, Farbe zu bekennen und sich vor dem Wahltag unmissverständlich zu positionieren: Werden Sie das Schweigen brechen und das Sterben dieses Erinnerungsortes verhindern?
Unsere Forderungen für einen demokratischen Kompromiss:
Finanzielle Offenlegung, Fristen wahren: Wir fordern die LpB Schwerin auf, die bisherige Finanzbedarfsplanung komplett öffentlich zu legen. Es ist unverzüglich sicherzustellen, dass der notwendige Verlängerungsantrag für die 7 Millionen Euro Bundesförderung fristgerecht gestellt wird , um diese historische Chance nicht endgültig zu verspielen! Legen Sie konkrete Pläne vor, wie die noch fehlenden 6 Millionen Euro beschafft werden sollen!
Pragmatischer Kompromiss als Außenstelle: Sollte die Beschaffung der fehlenden Millionen scheitern, fordern wir das Land auf, über ein verkleinertes, finanziell tragbares Zentrum nachzudenken. Es ist zu prüfen, ob dieses verkleinerte Zentrum als Außenstelle des bestehenden Dokumentationszentrums Prora betrieben werden kann. So lassen sich Synergien nutzen, Kosten sparen und das Projekt vor dem sicheren Aus retten.
Rettung der letzten Räume: Der gerettete, letzte authentische Kasernengang muss zwingend als zentrales Exponat und Lernort in dieses Konzept integriert werden und die Geschichte über alle in Prora stationierten Einheiten hinweg abbilden. Nach dem Verlust der Museumssammlung darf diese bauliche Hülle nicht auch noch geopfert werden.
Bürgerbeteiligung jetzt: Wir fordern die LpB, das Ministerium und die künftigen Abgeordneten auf, die gemeinnützige Initiative DenkMALProra nicht weiterhin auszugrenzen sowie weitere interessierte Bürgerinnen und Bürger in demokratischer Vielfalt endlich direkt in die Planungen einzubeziehen.
Unterzeichnen Sie diese Petition, um das Versagen zu stoppen und die Wahlkandidaten zur Positionierung zu zwingen, den Lernort neben der Jugendherberge Prora zu schaffen und die DDR-Kasernengeschichte neben der KdF-Geschichte des Kolosses endlich sichtbar zu machen!
Fakten-Check & Quellen zu dieser Petition:
· Zum drohenden Verfall der 7 Mio. Euro & Kostenexplosion: Siehe Berichterstattung des NDR: „Prora: Geschichte verschwindet hinter Hochglanzfassaden“.
· Zur DDR-Großkaserne & den 5 Bauphasen: Siehe die wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Dr. Stefan Stadtherr Wolter, zuletzt: Prora: Kolossales am Nordstrand, Kalter Krieg unterm weißen Mantel, 2024
· Zum Verlust der Museumssammlung der „Kunstkulturstatt Prora“ siehe Change org.
Dr. Stefan Stadtherr Wolter (Historiker) www.denkmalprora.de Markus Georg Reintgen (Fotokünstler), Altiero-Spinelli-Preisträger 2018 für das Projekt „Scherben von Prora“ https://twitter.com/scherbnvonprora
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Petition am 21. August 2026 erstellt