100 Tage Ultimatum: Bessere Arbeitsbedingungen in Berlins Krankenhäusern, JETZT!

Verifizierter Erfolg

100 Tage Ultimatum: Bessere Arbeitsbedingungen in Berlins Krankenhäusern, JETZT!

Diese Petition war mit 44.260 Unterstützer*innen erfolgreich!
Johanna H hat diese Petition an Michael Müller (Regierender Bürgermeister von Berlin) und gestartet.

100 Tage Ultimatum: Herr Müller, die Zeit läuft. Wir fordern mehr Personal und gerechte Löhne nach TVöD für ALLE Beschäftigten in Berliner Krankenhäusern JETZT! 

Wir sind Johanna, Benny und Lynn und wir arbeiten als Pflegekräfte und Physiotherapeutin in Berliner Krankenhäusern. Im letzten Jahren wurden wir beklatscht, uns wurde gesagt wir würden gebraucht, aber geändert hat sich bisher nichts! Seit Jahren bekommen wir Krankenhausbeschäftigten und unsere Patient*innen die schlechten Arbeitsbedingungen im Krankenhaus zu spüren. In der Pandemie haben wir noch einmal alles gegeben, um diese Missstände aufzufangen. Jetzt reicht’s, jetzt bitten wir nicht mehr, jetzt fordern wir! Mehr Personal, eine gute Patientenversorgung und eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes für alle Beschäftigten der Tochterunternehmen! 

Am 12. Mai haben wir gemeinsam mit unseren Kolleg*innen der Charité, von Vivantes und Vivantes Tochterunternehmen, die sich in der Berliner Krankenhausbewegung von ver.di zusammengeschlossen haben, unsere Forderungen an die Berliner Politik überreicht und ein 100 Tage Ultimatum gestartet. Bis zum 20. August haben Politik und Klinikleitungen Zeit, um unsere Forderungen zu erfüllen. Sonst machen wir ernst und sind dazu bereit, einen Monat vor den Wahlen für bessere Arbeitsbedingungen und für unsere Patient*innen in den Streik zu treten.

Hintergrund: Was läuft schief? 

Während der Corona Pandemie sind wir alle an unsere Grenzen gegangen und darüber hinaus. Ob in den Intensivstationen, der Reinigung, der Reha oder in der Pflege auf den Stationen. Wir haben 1,5 Jahre  Ausnahmezustand hinter uns. Das wäre alles nicht so schlimm wenn diese 1,5 Jahre wirklich eine AUSNAHME gewesen wären. Aber in unseren Krankenhäusern ist die Krise seit Jahren Normalzustand! 

Johanna: „Als ich angefangen habe als Pflegerin auf der Intensivstation zu arbeiten, da habe ich das geliebt. Ich hatte das Gefühl, jeden Tag etwas Sinnvolles zu tun. Ich hatte ein tolles und starkes Team an meiner Seite. Aber dieses Team ist angeschlagen, die Kolleg*innen sind erschöpft. Heute gehen wir mit einem schlechten Gewissen nach Hause, weil wir nicht für unsere Patient*innen da waren, wie wir es hätten sein müssen. Aber eigentlich ist klar: Wir geben jeden Tag alles, die Verantwortung liegt bei der Politik!” 

Benny: „Ich arbeite auf der Infektiologie und war bis vor wenigen Wochen auf der Coronastation. Wenn bei uns auf der Station nur eine Kolleg*in ausfällt, bricht der Notstand aus. Dann müssen wir Abstriche bei der Patientenversorgung hinnehmen, um überhaupt ein Mindestmaß zu gewähren. Das kann doch nicht sein, in einem Land wo wir eines der “besten Gesundheitssysteme der Welt” haben.”

Lynn:Ich bin Physiotherapeutin und trage gemeinsam mit meinen Kolleg*innen jeden Tag dazu bei, dass Menschen, die erkrankt sind, wieder in ihren Alltag zurück können. Bei uns in der Reha, aber auch in den anderen Tochterunternehmen, wird der Großteil der Kolleg*innen nicht nach TVöD bezahlt. Dadurch entstehen Lohnunterschiede von bis zu 1300€. Geld was mir und meinen Kolleg*innen zum Leben fehlt. Gleichzeitig werden durch die schlechten Arbeitsbedingungen viele Kolleg*innen krank und wir arbeiten ständig unterbesetzt. Ein Krankenhaus würde ohne unsere Arbeit in der Speisenversorgung, dem Labor, der Reinigung, oder dem Patientenbegleitservice nicht einen Tag funktionieren. Wir sind unverzichtbar und so möchten wir auch behandelt werden.” 

Wir dürfen uns niemals daran gewöhnen, dass der Personalmangel uns zu gefährlicher Unterversorgung zwingt, dass wir Medikamente zu spät geben, oder dass Patient*innen alleine sterben müssen. Wir wollen nicht mehr hinnehmen, dass unsere Kolleg*innen völlig zurecht das Handtuch schmeißen, dass man uns die schönsten Berufe der Welt kaputt macht und dass die Politik so leichtfertig die Gesundheit der Bevölkerung aufs Spiel setzt. 

Unsere Forderungen:

Wir wehren uns gemeinsam mit unseren Kolleg*innen von Vivantes, Charité und den Vivantes Tochterunternehmen. Wir fordern von unserem Bürgermeister Michael Müller und dem Berliner Abgeordnetenhaus, sich in den landeseigenen Krankenhäusern noch vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl für einen Tarifvertrag für mehr Personal und den TVöD für alle Tochterbetriebe von Vivantes und dem Labor Berlin einzusetzen. Wir brauchen einen Tarifvertrag Entlastung, der eine verbindliche und bedarfsgerechte Schichtbesetzung regelt und für Entlastung sorgt.  Das ist nötig, damit nicht immer mehr Kolleg*innen den Beruf verlassen.

Die Zeit des Kaputtsparens muss enden, damit die Krankenhäuser so finanziert werden, dass alle Kolleg*innen nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt werden und genug Geld zum Leben haben. Nur so können wir in Zukunft unseren Beruf so ausüben wie wir es für richtig halten, und wie es dem Bedürfnis der Menschen nach guter Gesundheitsversorgung entspricht.

Wir haben während der Pandemie Außerordentliches geleistet, um die Gesundheitsversorgung Berlins am laufen zu halten. Jetzt erwarten wir auch eine außerordentliche Kraftanstrengung von der Politik! 

Lasst uns bis dahin gemeinsam den Druck auf die Politik erhöhen, ihre Versprechungen noch vor der Wahl einzulösen. Bitte unterschreibt, teilt und verbreitet die Petition, denn es ist höchste Zeit. Wir müssen uns jetzt in den Krankenhäusern und in der Stadt zusammentun. Für uns und für die Gesundheit der Menschen in unserer Stadt! 

Verifizierter Erfolg

Diese Petition war mit 44.260 Unterstützer*innen erfolgreich!

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