Petition updateALTERSARMUT 43%Rente ist zu wenig !Änderung des GG 12a-wie es die AEMR in Art. 23 besagenGrundrenten-Pläne Viele Menschen im Osten erreichen keine 35 Erwerbsjahre
Marko KielingAL, Germany
22 Feb 2019

Während die NGG in der Grundrente einen guten Vorschlag sieht, „um Altersarmut in großem Stil zu vermeiden“, erneuerte der Paritätische Verband seine Forderung nach einer Senkung der Anerkennungszeit auf 25 Jahre.

Erfurt. In Thüringen würden mit einer von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorgeschlagenen Grundrente 130.000 Senioren monatlich mehr Geld zum Leben haben. 92.000 dieser Rentner, die weniger als 896 Euro erhalten, sind Frauen. Das geht aus einer Berechnung des beauftragten Pestel-Instituts in Hannover hervor, teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit.

„In dieser Branche müssen besonders viele Menschen von Niedriglöhnen leben“, begründet der Chef des Landesbezirks Ost, Uwe Ledwig den Vorstoß seiner Gewerkschaft, die im Freistaat etwa 5000 Mitglieder hat. Wegen der geringen Rentenbeiträge würden viele von ihnen selbst nach 45 Jahren Arbeit im Alter der Grundsicherung nicht entgehen. „Das Grundübel bei Mindestrenten ist der Mindestlohn“, so Ledwig . So waren von den fast 102.000 Erwerbsfähigen in Thüringen , die zum letzten Stichtag im Juli 2018 Hartz-IV-Leistungen bezogen, mehr als 15.000 in einem regulären Arbeitsverhältnis. Gut 5000 von ihnen gingen sogar in Vollzeit einer Arbeit nach und verdienten dennoch zu wenig, um von Lohn allein leben zu können.

Während die NGG in der Grundrente einen guten Vorschlag sieht, „um Altersarmut in großem Stil zu vermeiden“, erneuerte der Paritätische Verband seine Forderung nach einer Senkung der Anerkennungszeit auf 25 Jahre.

Die vom Pestel-Institut genannte Zahl von 130.000 Menschen zeige, dass es eine nicht unerhebliche Zahl an Betroffenen gibt, kommentierte Landesgeschäftsführer Stefan Werner die Berechnung. Dies ändere jedoch nichts daran, dass es gerade in den Bundesländern in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung zu starken Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt mit hoher Arbeitslosigkeit kam. „Diese gebrochenen Erwerbsbiografien schlagen nunmehr voll auf die Renten durch. In den kommenden Jahren gehen genau die Menschen, die davon betroffen waren, in Rente.“ Folglich würden viele Menschen die 35 Erwerbstätigenjahre, die Grundvoraussetzung für die Zulagen sind, gar nicht erreichen, rechnet Stefan Werner vor.

Gewerkschaft gegen Bedürftigkeitsprüfung

Das würde bereits jetzt nach jetziger Datenlage gut 55.000 Menschen in Thüringen betreffen, teilte das Pestel-Institut auf Anfrage mit. Senioren, deren Altersbezüge zwar unter der anvisierten Bemessungsgrenze liegen, die aber dennoch keinen Anspruch auf eine Aufstockung hätten, weil sie weniger als 35 Jahre in die Rentenversicherung einzahlen konnten.

Die Gewerkschaft sprach sich ausdrücklich gegen eine Bedürftigkeitsprüfung aus. Schon jetzt beziehe nur ein Teil der Anspruchsberechtigten staatliche Hilfe, weil die Scham hoch sei. Der Paritätische Gesamtverband geht in seinem Armutsbericht davon aus, dass drei Viertel der betroffenen Rentner freiwillig auf Leistungen der Grundsicherung verzichten.

Insgesamt leben in Thüringen laut Statistischem Landesamt rund 636.000 Rentner. 37.000 von ihnen bezogen zum Ende des Jahres 2017 eine Rente von weniger als 600 Euro. Fast 70 Prozent der Bezieher von Mini-Renten sind Frauen.

Immer mehr Menschen werden im Alter arm sein

Nach Berechnungen des Paritätischen Gesamtverbandes steigt mit jedem neuen Rentnerjahrgang das Risiko der Altersarmut. Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Anteil der Älteren unter 70 Jahre, die auf Grundsicherung angewiesen sind, verdoppelt.

In Thüringen wird sich nach Prognosen des Verbandes der Anteil der von Altersarmut Betroffenen im Jahr 2021 auf acht Prozent erhöhen. 2011 betrug die Quote noch drei Prozent.

Der Anstieg ist den gebrochenen Erwerbsbiografien nach der Wende geschuldet.

Besonders hoch ist der Anstieg der Altersarmut bei Männern.

22.02.19

Quelle:

https://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Grundrenten-Plaene-stossen-auf-geteilte-Reaktionen-Viele-Menschen-im-Osten-erre-1761412794

 

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