
In den letzte Wochen hat die internationale Untersuchungskomission, die sich im Januar gegründet hat, intensiv an der Aufklärung der Todesumstände von Oury Jalloh der gearbeitet. Warum haben die Verfolgungsbehörden sich erst nach 12 Jahren mit der Möglichkeit befasst , dass Dritte Oury Jalloh getötet haben? Wie wurden Ermittlungen durch falsche Behauptungen, Manipulation von Beweismitteln, Vertuschung bei Kriminaltechnik und Gerichtsmedizin sowie durch die Ausübung von Druck gegen Zeugen behindert?
Am 23. Oktober wird die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh dazu in Berlin im Haus der Demokratie und Menschenrechte zu einer internationalen Pressekonferenz einladen, auf der auch Mitglieder der unabhängigen Untersuchungskommission anwesend sein werden. Auch wird die Rechtsanwältin der Familie von Oury Jalloh, Gabriele Heinecke, auf der Konferenz Stellung beziehen zur vorgeblichen Prüfung der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Halle im Ermittlungsverfahren zum Mord an Oury Jalloh durch die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg.
Während der Aufklärungseifer für den Tod von Oury Jalloh kaum vorhanden ist und trotz großer Ankündigungen der Staatsanwaltschaft auf die frappierenden Ergebnisse der von uns in Auftrag gegebenen Gutachten so gut wie nichts passiert ist, sehen wir Aktivisten*innen uns anhaltenden, rechtswidrigen Repressionen durch Polizei und Justiz in Sachsen-Anhalt ausgesetzt. Aktuell ist ein Mitglied der Initiative wegen "gefährlicher Körperverletzung" angeklagt, weil er - und das ist tatsächlich Ernst der Behörden - zusammen mit vielen anderen leere Feuerzeuge vor die Füße der Beamten warf ((Angesetzte Prozesstermine: 24.10.2018, 9.11.2018 und 23.11.2018, jeweils um 10 Uhr, am Amtsgericht Dessau, Willy-Lohmann-Str.33, Dessau-Roßlau). Für mich und meine Mitstreiter*innen ist das Feuerzeug das Symbol der Lüge. Das als Tatwerkzeug präsentierte Feuerzeug weist keinerlei Spuren des Tatortes auf, dafür aber tatortfremde Spuren und kann so nie und nimmer aus der Zelle stammen, in der mein Freund Oury qualvoll zu Tode kam. Und nicht nur er. Die Junge Welt hat die "Akte Rose" recherchiert, ein weiteres Opfer aus dem Polizeirevier in Dessau. Herr Rose wurde 1997 tot mit zahlreichen Gewaltspuren in Dessau aufgefunden, nachdem er zuvor aus dem Gewahsam entlassen wurde - unter Aufsicht der gleichen Beamten wie bei der Gewahrsamnahme meines Freundes Oury...
OURY JALLOH – DAS WAR MORD!
AUFKLÄRUNG - VERANTWORTUNG - ENTSCHÄDIGUNG
Die Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh durch die Zivilgesellschaft braucht Eure praktische Solidarität: www.betterplace.org/p32717