Warum diese Petition notwendiger ist denn je


Zunächst möchte ich mich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern bedanken. Bereits mehr als 100 Menschen haben diese Petition unterzeichnet und damit deutlich gemacht, dass Transparenz, Nachvollziehbarkeit und unabhängige Kontrolle keine Randthemen sind.
Aktuelle Entwicklungen zeigen leider erneut, warum diese Forderungen notwendig sind.
In einem Fall dauerte es rund sieben Monate, bis ein Protokoll eines Hilfeplangesprächs überhaupt vorgelegt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren längst weitreichende Entscheidungen getroffen worden.
Noch schwerer wiegt jedoch ein anderer Punkt:
Das verspätet vorgelegte Protokoll enthielt aus Sicht der Betroffenen erhebliche Fehler und Abweichungen von den tatsächlichen Gesprächsinhalten.
Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage:
Wie sollen Betroffene auf Fehler reagieren, wenn die Dokumentation erst Monate später erstellt oder herausgegeben wird und gleichzeitig Grundlage weitreichender Entscheidungen ist?
Es geht dabei nicht um einzelne Personen.
Es geht um Strukturen.
Es geht um die Frage, wie ein System mit Fehlern umgeht.
Und es geht um die Frage, wer eigentlich diejenigen kontrolliert, die selbst kontrollieren und bewerten.
Ein funktionierender Rechtsstaat zeichnet sich nicht dadurch aus, dass Institutionen keine Fehler machen.
Er zeichnet sich dadurch aus, dass Fehler erkannt, überprüft und korrigiert werden können.
Wo Dokumentationen erst Monate später entstehen oder vorgelegt werden, wo erhebliche Abweichungen von Gesprächsinhalten bestehen und wo Betroffene faktisch kaum Möglichkeiten haben, wirksam auf solche Probleme hinzuweisen, darf Kritik nicht als Störung verstanden werden.
Im Gegenteil.
Kritik ist kein Angriff auf den Rechtsstaat.
Kritik ist ein wesentlicher Bestandteil des Rechtsstaates.
Gerade dort, wo Entscheidungen tief in das Leben von Kindern und Familien eingreifen, müssen höchste Anforderungen an Sorgfalt, Dokumentation, Transparenz und Nachvollziehbarkeit gelten.
Kinder haben keine Lobby.
Sie sind darauf angewiesen, dass Institutionen verantwortungsvoll handeln.
Und sie sind darauf angewiesen, dass diese Institutionen einer wirksamen Kontrolle unterliegen.
Denn Vertrauen entsteht nicht durch fehlende Kontrolle.
Vertrauen entsteht durch Transparenz.
Kinder dürfen nicht zwischen Institutionen verloren gehen.
Vielen Dank an alle Unterstützerinnen und Unterstützer.
Jede weitere Unterschrift hilft dabei, diesem wichtigen Thema mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.