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Mehr Erzieher: KinderBETREUUNG statt Aufbewahrung

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25 Kinder im Raum, eine Erzieherin muss gerade einem Kind helfen, seine Hose zuzumachen, fünf weitere reden gleichzeitig auf sie ein: Realität in vielen Kindergärten. Auf Nachfrage der Eltern bei den Trägern, warum nicht mehr Fachkräfte eingestellt werden, um solche Missstände abzufangen, kommt immer dieselbe Antwort: „Laut KiBiz bekommen wir nicht mehr Fachkraft-Stunden für die Kinder – der Anstellungsschlüssel stimmt, für mehr ist kein Geld da!“ Das führt zu Frust auf allen Seiten: Die Eltern haben zu Recht das Gefühl, dass da doch was nicht richtig sein kann, das Fachpersonal frustriert, dass sie ihren Job nicht so machen können, wie sie gern möchten, und auch die Kinder sind gefrustet – gemeinsame Aktivitäten wie Turnen sind bei so einer Personalsituation einfach nicht machbar.

Wie kann man das Problem lösen?

Momentan ist der Anstellungsschlüssel in Kindergärten durch das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) geregelt. Das KiBiz gibt z.B. vor, dass in den Kindergruppen 4 Monate bis drei Jahre eine Fachkraft pro 5 Kinder angestellt werden muss und bei den 3-6jährigen eine Fachkraft für 12,5 Kinder (die genaue Stundenzahl ergibt sich durch die jeweilige Wochenbetreuungszeit der Kinder). Leider berücksichtigt das KiBiz nicht, dass diese Fachkräfte

- Fortbildungen absolvieren (5 Tage jährlich)

- Überstundenfrei bzw. den gesetzlichen Urlaub (z.B. 5 Tage außerhalb der Betriebsferien im Sommer und zu Weihnachten) nehmen,

- oder mal krank werden (wenn man mit dem bundesdeutschen Durchschnitt an Fehltagen rechnet ca. 10 Tage jährlich). Wobei noch zu erwähnen ist: Ersatz gibt es frühestens nach sechs Wochen (!), selbst wenn von vorneherein klar ist, dass die Fachkraft über längere Zeit ausfällt!).

 
Das heißt, dass z.B. eine Gruppe mit 25 Kindern von 3-6 Jahren im Schnitt über 8 Wochen jährlich durch eine Fachkraft allein betreut werden muss, weil die jeweils andere nicht da ist!

Hinzu kommt der Zeitaufwand für Dokumentationen, Elterngespräche, Anleitung von Praktikanten, etc. der auch nochmal Zeit in Anspruch nimmt, so dass noch weniger Zeit für den direkten Fachkraft-Kind-Kontakt da ist. Da kann doch niemand ernsthaft von Kinderbetreuung reden – das ist allenfalls Kinderaufbewahrung! Individuelle Förderung und der vielbeschworene Bildungsauftrag kann in so einem Fall gar nicht mehr geleistet werden (geschweige denn mal Ruheräume für die Kinder zu schaffen, die ja immerhin bis zu 45h in der Betreuung sind)! Deswegen muss dringend der bisherige Anstellungsschlüssel verbessert werden – entsprechend den Empfehlungen und Stellungnahmen der nationalen und internationalen Experten (z.B. Bertelsmann Stiftung, „Deutsche Liga für das Kind“, etc.) – zum Wohle der Kinder!

Das bedeutet:

Als Anstellungsschlüssel wäre eine Fachkraft auf 8 Kinder bei den 3-6 jährigen und eine Fachkraft auf 3 Kinder bei den Unterdreijährigen sinnvoll und angemessen.

Da laut der Internetseite des NRW-Familienministeriums eine Überarbeitung des KiBiz in Aussicht steht ( https://www.mfkjks.nrw/neues-kita-gesetz-soll-besser-finanziert-transparenter-und-ehrlicher-sein ) ist JETZT der Zeitpunkt da, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen – damit sich endlich etwas für die Kinder ändert!



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