MediCoach retten

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Das Problem

Diese Petition richtet sich an die Präsident*innen der HU und FU sowie das Dekanat der Charite

 

MediCoach wurde 2010 als psychosoziales Beratungsangebot für die Studierenden der Charité eingerichtet. Dieses spezifische Beratungsangebot ist gerade für Studierende im Gesundheitswesen, die eine erhöhte Prävalenz für depressive Symptome, Angststörungen und Stressbelastung zeigen wichtig, um hohen Anforderungen des Studiums gerecht werden zu können. Insbesondere weil diese Studierenden oft eine geringere Bereitschaft zur Inanspruchnahme professioneller psychosozialer Hilfe aufgrund von Stigmatisierungsängsten, Sorge bezüglich mangelnder Vertraulichkeit in den institutionellen Strukturen und Sorgen vor negativen Auswirkung auf Studienergebnisse, die Karriere oder den Abschluss von Versicherungen oder Verbeamtung haben. 

Deshalb wurde mit MediCoach eine psychosoziale Beratungs- und Coachingstelle geschaffen, die weitestgehend autonom von institutionellen und klinischen Strukturen blieb. Sie wurde von mehreren Tausend Studierenden in Anspruch genommen, nicht nur um bei persönlichen Problemen während der Studienzeit sowie gesundheitlichen Belastungen schnelle Unterstützung zu erhalten, sondern gerade auch um bei Diskriminierungsvorfällen an der Universität und bei sexualisierten Übergriffen u.a. seitens der Lehrenden Hilfe und Beratung zu erhalten. Besonders diese Vorfälle sind keine zu pathologisierenden Einzelfälle, sondern strukturelle Themen der Institution Charité, wie wir aus diversen Studien und aktuell aus den Vorfällen auf dem Deutschen Ärztetag wissen (siehe Quellen). Deshalb ist eine pathologisierende, klinische Betrachtung der Betroffenen nicht angebracht. Ebensowenig ist es angebracht, dass diese Beratung nun bei Therapeut*innen eingeholt werden soll, die ihnen gegebenenfalls in der Lehre oder Prüfungen wieder begegnen könnten.

Genau dies sieht aber die neue organisatorische Zuordnung von MediCoach mit der Angliederung an die Klinik für Psychosomatik der Charité vor. MediCoach wird damit in die klinischen Strukturen innerhalb des Charité Klinikums eingeordnet und würde so die institutionelle Unabhängigkeit und damit auch die Unparteilichkeit in der Beratung verlieren. So entsteht die Gefahr der Überschneidung von Beratungs-, Lehr- und Prüfungsstrukturen. Ebenso droht eine Pathologisierung sozialer und struktureller Problematiken, beziehungsweise werden Betroffene dann möglicherweise keine Beratung einholen.         

Wir als Studierende sehen diese Umstrukturierung als einen weiteren Vorfall im Muster einer Zentralisierung der Machtstrukturen innerhalb der Charité, wogegen wir uns genauso stellen wollen wie gegen die abrupte „Umsetzung“ einer der beiden bisherigen Therapeut*innen bei MediCoach, der die Unterzeichnung eines offenen Briefes vorgeworfen wird, weshalb sie nun keine Studierenden mehr beraten darf.

Wir fordern deshalb, um die bestmögliche psychosoziale Unterstützung unserer Kommiliton*innen zu garantieren, eine Wiederherstellung der bisherigen unabhängigen Strukturen von MediCoach außerhalb klinischer Strukturen. Wir fordern die Wiedereinsetzung der „umgesetzten“ Mitarbeiterin, sodass bei MediCoach Therapeut*innen tätig bleiben, die keinerlei Überschneidungen mit Lehre oder Prüfungsgeschehen befürchten lassen und Studierende unabhängig und kompetent beraten.

 

*Ludwig, S., Jenner, S., Berger, R., Tappert, S., Kurmeyer, C., Oertelt-Prigione, S., & Petzold, M. (2022). Discrimination and sexual harassment–Results from the largest German medical university. European Journal of Public Health, 32(Supplement_3), ckac131-276. DOI: 10.1093/eurpub/ckac131.276

Jendretzky K, Boll L, Steffens S, Paulmann V. Medical students’ experiences with sexual discrimination and perceptions of equal opportunity: apilot study in Germany. BMC Medical Education. 2020; 20:56. https://doi.org/10.1186/s12909-020-1952-9

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https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/studentinnen-ueber-belaestigung-auf-aerztetag-taeter-haben-geklatscht,aerztetag-128.html abgerufen am 20.5.2026

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Petition am 19. Juni 2026 erstellt