Petition updateLSD legalisierenBewusstsein schaffen
Antonio ChromeGermany
May 16, 2017
Das Erleben der Welt als Gegenstand, als Objekt dem man gegenübersteht, hat zur Entwicklung der modernen Naturwissenschaft und Technik geführt. Mit ihrer Hilfe hat sich der Mensch die Erde untertan gemacht. Wir treiben am Reichtum der Erde Raubbau, und den großartigen Leistungen der technischen Zivilisation steht eine katastrophale Zerstörung der Umwelt gegenüber. Bis ins Innere der Materie, bis zum Atomkern und einer Spaltung ist dieser gegenständliche Geist vorgedrungen und hat Energien erschlossen, die alles Leben auf unserem Planeten bedrohen. Hätte der Mensch sich nicht getrennt von der Umwelt, sondern als Teil der lebendigen Natur und der Schöpfung erlebt, so wäre ein solcher Missbrauch der Erkenntnis und des Wissens nicht möglich gewesen. Wenn heute versucht wird, durch umweltschützerische Maßnahmen die Schäden wiedergutzumachen, so bleiben alle diese Bemühungen nur oberflächliches, hoffnungsloses Flickwerk, wenn keine Heilung von der abendländischen Schicksalsneurose erfolgt. Heilung würde heißen: Existenzielles Erleben einer das Ich einschließenden tieferen Wirklichkeit. Die tote, von Menschenhand gemachte Umwelt unserer Großstädte und Industrielandschaft erschwert Erleben. Hier drängt sich der Gegensatz von Ich und Außenwelt geradezu auf. Es kommen Gefühle der Entfremdung, der Einsamkeit und der Bedrohung auf. Sie sind es, die das Alltagsbewusstsein in der westlichen Industriegesellschaft prägen; sie nehmen auch überall dort überhand, wo sich die technische Zivilisation ausbreitet, und sie bestimmen weitgehend die moderne Kunst und Literatur. Die Gefahr, dass sich ein gespaltenes Wirklichkeitserleben entwickelt, ist in einer natürlichen Umwelt geringer. In Feld und Wald und der darin sich bergenden Tierwelt, schon in jedem Garten wir eine Wirklichkeit sichtbar, die unendlich viel wirklicher, älter, tiefer und wundervoller ist als alles von Menschenhand Geschaffene und die noch dauern wird, wenn die tote Maschinen- und Betonwelt wieder verschwunden, verrostet und zerfallen ist. Im Keimen, Wachsen, Blühen, Früchtetragen, Sterben und Neuaufsprießen der Pflanzen, in ihrer Verbundenheit mit der Sonne, deren Licht sie in Form von organischen Verbindungen in chemisch gebundene Energie überzuführen vermögen, aus denen sich dann alles, was lebt, auf unserer Erde aufbaut. Im Wesen der Pflanzen offenbart sich die gleiche geheimnisvolle, unerschöpfliche, ewige Lebenskraft, die auch uns hervorgebracht hat und wieder in ihren Schoß zurücknimmt, in der wir mit allem Lebendigen geborgen und vereint sind. Es geht hier nicht um sentimentale Naturschwärmerei, um ein “Zurück zur Natur” im Rousseuaschen Sinne. Jene romantische Strömung, die in der Natur die Idylle sucht, erklärt sich vielmehr ebenfalls aus dem Gefühl des Menschen, von der Natur gewesen zu sein. Was heute nottut, ist ein elementares Wiedererleben der Einheit alles Lebendigen, ein umfassendes Wirklichkeitsbewusstsein, das sich spontan immer seltener entfaltet, je mehr die ursprüngliche Flora und Fauna der Erde einer toten, technischen Umwelt weichen muss.
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