Leben retten: Organspende nach Herz-Kreislauf-Tod endlich auch in Deutschland zulassen

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Das Problem

Ziel: Zulassung beider Verfahren der postmortalen Organspende in Deutschland — der Spende nach Hirntod (DBD) und der Spende nach Herz-Kreislauf-Tod (DCD).

Wir fordern den Deutschen Bundestag und das Bundesministerium für Gesundheit auf, das Transplantationsgesetz so zu ändern, dass neben der bisher allein zulässigen Spende nach Hirntod (DBD) auch die Spende nach Herz-Kreislauf-Tod (DCD) unter klar definierten, strengen Schutzvorkehrungen erlaubt wird.

Deutschland ist eines der letzten Länder in Westeuropa, das die DCD ausschließt. Damit gehen jedes Jahr transplantierbare Organe verloren — und der ausdrückliche Spendewille vieler Verstorbener bleibt unerfüllt. Die Zulassung beider Verfahren ist ein medizinisch begründeter, in fast ganz Europa erprobter Schritt, um Menschen auf den Wartelisten eine Chance auf Leben zu geben.

Der Mangel ist real — und kostet Leben. Ende 2025 warteten in Deutschland noch immer rund 8.200 Menschen auf ein lebensrettendes Spenderorgan, davon über 6.200 auf eine Niere. Mit etwa 11,8 Organspendern pro einer Million Einwohner liegt Deutschland weit hinter vergleichbaren Ländern zurück — Spanien erreicht rund 52, also mehr als das Vierfache. Ein wesentlicher Teil dieses Rückstands hat einen klaren Grund: Während fast alle europäischen Länder zwei Wege der Spende kennen, erlaubt Deutschland nur einen.

Was DCD bedeutet. Bei der Spende nach Herz-Kreislauf-Tod wird der Tod nach dauerhaftem Stillstand von Kreislauf und Atmung und einer festgelegten Wartezeit (der „No-touch-Phase”) festgestellt. Dieses Verfahren ist in Österreich, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, der Schweiz und vielen weiteren Ländern seit Jahren etabliert. In der Schweiz machen DCD-Spenden inzwischen rund die Hälfte aller Spenden aus, in Spanien sogar 56 %. Deutschland beschränkt sich gesetzlich allein auf den Hirntod — und ist damit innerhalb des Eurotransplant-Verbunds das einzige Land ohne DCD.

Eine Frage der Fairness — und der Selbstbestimmung. Deutschland profitiert im europäischen Verbund von Organen aus Ländern mit DCD, schließt dieses Verfahren für sich selbst aber aus. Vor allem aber werden Menschen in ihrem Willen beschnitten: Wer ausdrücklich spenden möchte — etwa dokumentiert in einer Patientenverfügung — und dessen Organe medizinisch geeignet wären, kann heute dennoch nicht spenden, wenn nicht alle Kriterien des Hirntods erfüllt sind. Der letzte Wunsch, anderen zu helfen, bleibt unerfüllt, obwohl Organe hätten gerettet werden können.

Die Organe sind medizinisch geeignet. Die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig: Nieren aus DCD-Spende erreichen langfristig vergleichbare Ergebnisse wie Nieren aus Hirntodspende; bei anderen Organen lassen sich gute Resultate durch sorgfältige Auswahl und moderne Konservierungs- und Perfusionsverfahren erzielen, die den Abstand zur klassischen Spende zunehmend verkleinern. Es geht also um real verfügbare, transplantierbare Organe, die derzeit ungenutzt verloren gehen.

Mit klaren Schutzvorkehrungen — verantwortungsvoll statt naiv. Die Zulassung der DCD muss an strenge, gesetzlich verankerte Bedingungen geknüpft sein, die den sterbenden Menschen schützen und das Vertrauen sichern:

  • Strikte Trennung von behandelndem Team und Spendeprozess.
  • Die Entscheidung zur Beendigung lebenserhaltender Therapie wird ausschließlich im Interesse der Patientin oder des Patienten und unabhängig von der Spende getroffen — sie ist der Spende stets vorgelagert.
  • Eine klar definierte, ausreichend bemessene Wartezeit („No-touch”) vor jeder spendebezogenen Handlung.
  • Vollständige palliative Begleitung bis zuletzt; Angehörige können beim Sterben anwesend sein.
  • Dokumentierte Zustimmung der spendenden Person; Verankerung der Wahlmöglichkeit in der Patientenverfügung.
  • Bei Einsatz von Perfusionsverfahren der zweifelsfreie Ausschluss einer erneuten Hirndurchblutung.

DCD allein genügt nicht — deshalb gleichzeitig die Strukturen stärken. Internationale Erfahrungen und aktuelle Analysen zeigen: Höhere Spendezahlen entstehen nicht durch ein neues Verfahren allein, sondern zusammen mit besserer Spendererkennung in den Kliniken, gestärkten Transplantationsbeauftragten und standardisierten Abläufen. Wir fordern daher, die Zulassung der DCD mit einer Stärkung dieser Strukturen zu verbinden.

Unsere Bitte. Geben Sie den Menschen auf den Wartelisten eine zusätzliche Chance auf Leben — und den Sterbenden die Möglichkeit, ihren ausdrücklichen Wunsch zu spenden, tatsächlich zu erfüllen. Lassen Sie in Deutschland endlich beide Verfahren zu. Bitte unterzeichnen Sie diese Petition.

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Thomas WeyerPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Marco Buschmann
Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB)

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