Lasst die Oper in der Stadt!


Lasst die Oper in der Stadt!
Das Problem
Die Stadt Hamburg plant, ihr Opernhaus auf Initiative und mit finanzieller Beteiligung des Unternehmers Klaus-Michael Kühne aus der Innenstadt in die HafenCity zu verlegen. Dabei ist die bestehende Staatsoper aus dem Jahr 1955 ein Hauptwerk der Nachkriegsmoderne, das sehr gute Sicht und Akustik bietet und nur saniert* werden muss. Es wäre weder baukulturell noch finanziell zu verantworten, dieses zentral gelegene Haus einer unklaren Zukunft zu überlassen und für viel Geld einen Neubau an den Südrand der HafenCity zu stellen.
Wir fordern stattdessen:
- Das denkmalgeschützte Gebäude an seinem historischen Standort muss auch in Zukunft als Hamburgische Staatsoper genutzt werden.
- Die Öffentlichkeit muss informiert werden, sowohl über den aktuellen Sanierungsbedarf des Gebäudes als auch über die Gesamtkosten eines möglichen Neubaus, die voraussichtlich weit über den von Klaus-Michael Kühne angekündigten 330 Mio. € liegen werden.** Außerdem müssen die langfristigen Folgekosten für den Betrieb beziffert werden.
- Eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit ist die Voraussetzung für jede weitere mögliche Konsequenz.
Begründung
Gerhard Webers Zuschauerhaus der heutigen Staatsoper ist eines der prägenden Hamburger Baudenkmäler der Nachkriegsmoderne und der expressionistische Bühnentrakt der 1920er-Jahre ein qualitätvolles Werk des Architekturbüros Distel & Grubitz. Standort und Dimensionen gehen auf den 1827 von Carl Ludwig Wimmel errichteten und 1871 von Martin Haller erweiterten Vorgängerbau zurück, der wiederum in der Nachfolge der 1678 gegründeten Oper am Gänsemarkt stand – keine andere weltliche Institution unserer Stadt ist schon so lange am selben Platz ansässig. Bereits im März vergangenen Jahres hatte der Hamburger Denkmalrat in einer öffentlichen Stellungnahme einen umfassenden Bestandsschutz für das heutige Opernhaus sowie die Zusage einer Nutzungskontinuität gefordert.
Die Oper steht in einer beeindruckenden Tradition der Bürgerkultur. Der Neubau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde maßgeblich von Hamburger Bürger:innen finanziert und initiiert durch den Hamburger Unternehmer Alfred Toepfer. Der heutige Vorsitzende der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. hat sich bereits 2022 im Hamburger Abendblatt für die Erhaltung der Staatsoper am jetzigen Ort ausgesprochen und die Neubau-Vorschläge als “Danaergeschenk” bezeichnet.
Die Oper liegt zentral am Dammtorbahnhof, aus allen Richtungen leicht erreichbar mit Bus, U- und S-Bahn sowie Regional- und Fernzügen. Bei einem Umzug würde die ohnehin darbende Hamburger Innenstadt einen herausragenden kulturellen Anziehungspunkt verlieren.
Ein Neubau in der HafenCity mit unkalkulierbaren Kosten ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Der bisherige Bau bliebe auch mit neuer Nutzung voraussichtlich in städtischem Besitz, eine notwendige Sanierung müsste somit trotzdem bezahlt werden. Das öffentliche Geld, das in eine neue Oper fließen würde, wird an anderen Stellen viel dringender gebraucht, nicht zuletzt für kulturelle Großprojekte wie Naturkunde- oder Deutsches Hafenmuseum.
Eine so wichtige Entscheidung zur Architektur, Stadtentwicklung und Denkmalpflege wie die Zukunft der Oper auf einem öffentlichen Grundstück sollte in einem ergebnisoffenen Prozess und auf der Grundlage einer breiten fachlichen, zivilgesellschaftlichen und politischen Diskussion getroffen werden - und nicht nach den Wünschen eines einzelnen privaten Geldgebers, auch um gerade jetzt nicht das Vertrauen in die Demokratie zu beschädigen.
Foto: Fotografie Dorfmüller Klier
Weitere Infos und historische Fotos: www.denkmalverein.de/gefaehrdet
*Nachtrag: Laut Auskunft des Senats vom 7.2.25 muss auch eine umfangreiche Modernisierung des Bestandsgebäudes stattfinden.
**Nachtrag: Laut Auskunft des Senats vom 7.2.25 soll der Beitrag der Stadt bei 147,5 Mio. € gedeckelt werden. Hinzu kommt jedoch noch die mit weiteren Kosten verbundene Herrichtung und die Bereitstellung des letzten bebaubaren Grundstücks der HafenCity, dessen Wert auf viele Mio. € geschätzt wird.

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Das Problem
Die Stadt Hamburg plant, ihr Opernhaus auf Initiative und mit finanzieller Beteiligung des Unternehmers Klaus-Michael Kühne aus der Innenstadt in die HafenCity zu verlegen. Dabei ist die bestehende Staatsoper aus dem Jahr 1955 ein Hauptwerk der Nachkriegsmoderne, das sehr gute Sicht und Akustik bietet und nur saniert* werden muss. Es wäre weder baukulturell noch finanziell zu verantworten, dieses zentral gelegene Haus einer unklaren Zukunft zu überlassen und für viel Geld einen Neubau an den Südrand der HafenCity zu stellen.
Wir fordern stattdessen:
- Das denkmalgeschützte Gebäude an seinem historischen Standort muss auch in Zukunft als Hamburgische Staatsoper genutzt werden.
- Die Öffentlichkeit muss informiert werden, sowohl über den aktuellen Sanierungsbedarf des Gebäudes als auch über die Gesamtkosten eines möglichen Neubaus, die voraussichtlich weit über den von Klaus-Michael Kühne angekündigten 330 Mio. € liegen werden.** Außerdem müssen die langfristigen Folgekosten für den Betrieb beziffert werden.
- Eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit ist die Voraussetzung für jede weitere mögliche Konsequenz.
Begründung
Gerhard Webers Zuschauerhaus der heutigen Staatsoper ist eines der prägenden Hamburger Baudenkmäler der Nachkriegsmoderne und der expressionistische Bühnentrakt der 1920er-Jahre ein qualitätvolles Werk des Architekturbüros Distel & Grubitz. Standort und Dimensionen gehen auf den 1827 von Carl Ludwig Wimmel errichteten und 1871 von Martin Haller erweiterten Vorgängerbau zurück, der wiederum in der Nachfolge der 1678 gegründeten Oper am Gänsemarkt stand – keine andere weltliche Institution unserer Stadt ist schon so lange am selben Platz ansässig. Bereits im März vergangenen Jahres hatte der Hamburger Denkmalrat in einer öffentlichen Stellungnahme einen umfassenden Bestandsschutz für das heutige Opernhaus sowie die Zusage einer Nutzungskontinuität gefordert.
Die Oper steht in einer beeindruckenden Tradition der Bürgerkultur. Der Neubau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde maßgeblich von Hamburger Bürger:innen finanziert und initiiert durch den Hamburger Unternehmer Alfred Toepfer. Der heutige Vorsitzende der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. hat sich bereits 2022 im Hamburger Abendblatt für die Erhaltung der Staatsoper am jetzigen Ort ausgesprochen und die Neubau-Vorschläge als “Danaergeschenk” bezeichnet.
Die Oper liegt zentral am Dammtorbahnhof, aus allen Richtungen leicht erreichbar mit Bus, U- und S-Bahn sowie Regional- und Fernzügen. Bei einem Umzug würde die ohnehin darbende Hamburger Innenstadt einen herausragenden kulturellen Anziehungspunkt verlieren.
Ein Neubau in der HafenCity mit unkalkulierbaren Kosten ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Der bisherige Bau bliebe auch mit neuer Nutzung voraussichtlich in städtischem Besitz, eine notwendige Sanierung müsste somit trotzdem bezahlt werden. Das öffentliche Geld, das in eine neue Oper fließen würde, wird an anderen Stellen viel dringender gebraucht, nicht zuletzt für kulturelle Großprojekte wie Naturkunde- oder Deutsches Hafenmuseum.
Eine so wichtige Entscheidung zur Architektur, Stadtentwicklung und Denkmalpflege wie die Zukunft der Oper auf einem öffentlichen Grundstück sollte in einem ergebnisoffenen Prozess und auf der Grundlage einer breiten fachlichen, zivilgesellschaftlichen und politischen Diskussion getroffen werden - und nicht nach den Wünschen eines einzelnen privaten Geldgebers, auch um gerade jetzt nicht das Vertrauen in die Demokratie zu beschädigen.
Foto: Fotografie Dorfmüller Klier
Weitere Infos und historische Fotos: www.denkmalverein.de/gefaehrdet
*Nachtrag: Laut Auskunft des Senats vom 7.2.25 muss auch eine umfangreiche Modernisierung des Bestandsgebäudes stattfinden.
**Nachtrag: Laut Auskunft des Senats vom 7.2.25 soll der Beitrag der Stadt bei 147,5 Mio. € gedeckelt werden. Hinzu kommt jedoch noch die mit weiteren Kosten verbundene Herrichtung und die Bereitstellung des letzten bebaubaren Grundstücks der HafenCity, dessen Wert auf viele Mio. € geschätzt wird.

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Petition am 5. Februar 2025 erstellt