Stoppt den Kahlschlag im Naturschutzgebiet Oberstimmer Schacht

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Im Naturschutzgebiet Oberstimmer Schacht (Manching, südlich von Ingolstadt) wurden 529 große, gesunde Bäume abholzt, damit dort ein Kalkflachmoor wiederbelebt werden kann, was vor 150 Jahren durch Erdaushub an der Stelle entstanden war.

  1. Das Problem: Durch die Klimaerwärmung ist mittlerweile der Grundwasserspiegel deutlich abgesunken. Ohne Grundwasser gibt es kein Moor. Auf Nachfrage bestätigte die Untere Naturschutzbehörde (UNB), dass vor dem Kahlschlag keine Grundwasseruntersuchung vorgenommen wurde.
  2. Die Fällungen, die zuletzt 2017 den Naturschutzverbänden vorgestellt wurden, hätten an anderen Stellen (z.B. rund um vier Bombentrichter-Tümpel mit Amphibien) und in deutlich geringerem Ausmaß stattfinden sollen. Zwischen "Zurückdrängen des Waldes" und Kahlschlag mit dem Harvester ist ein Unterschied.
  3. In den Unterlagen war nur von "ökologisch sehr minderwertigem Pioniergehölz" die Rede (war in der Natur jemals etwas "minderwertig"?) - aber nicht von ausgewachsenen Birken, Kiefern, Zitterpappeln mit Durchmessern um 50cm und vor allem auch 38 Stieleichen, davon eine mit 105cm Durchmesser, Alter über 200 Jahre. Eine schallende Ohrfeige für den Artenschutz!
  4. Durch das Gebiet führt die Zugtrasse München-Nürnberg. Während die Bahn nur einen 6m baumlosen Streifen am Gleis fordert, ist die UNB mit einem bis zu 23m breiten Kahlschlag vierfach über die Sicherheitsanforderungen hinausgegangen.
  5. Achtung: Die Fällungen sollen diesen und nächsten Winter in gleicher Dimension fortgesetzt werden, um noch mehr Platz für das "Moor" zu schaffen. Damit würden Hunderte weitere Bäume sterben. Und das im waldärmsten Landkreis Bayerns (24% statt durchschnittlich 37%) und in Zeiten der Klimakrise. Auf Nachfrage zur vernichteten Klimaschutzleistung durch Bäume hieß es von der UNB achselzuckend: "Wir haben halt andere Ziele".

Diese massive Naturzerstörung muß sofort beendet werden! Keine Fällungen mehr, bis ein neuer Landrat und Kreisrat nochmal darüber entscheiden konnten - auf der Basis vollständiger und realer Angaben einschließlich Grundwasseruntersuchung. Das Genehmigungsverfahren über die Naturschutzverbände gehört neu aufgerollt, das Jugendparlament in Pfaffenhofen und die FFF-Bewegung sollen mitreden. Innerhalb der UNB sollen andere Kollegen den Fall übernehmen, ohne Einmischung von Ex-Amtsinhabern. Außerdem wollen die von Bahnlärm und Entwaldung persönlichen betroffenen AnliegerInnen, die Stadt Manching und alle interessierten BürgerInnen künftig mitentscheiden - es ist UNSER aller Naturschutzgebiet.
Nehmen Sie Einfluss durch Ihre Unterschrift!