Petition updateKeine Rechtsbeugung für Flächenverbrauch im Landkreis Heilbronn
Bad Rappenau kauft sich frei - Ökopunkte für Baugebiete generiert

Matthias BöhringerPfaffenhofen, Germany
Oct 3, 2017
Das Letzte. Für den Oberbürgermeister der sich Kurstadt nennenden Stadt Bad Rappenau ist es eine Fehlentwicklung, wenn sich die Kommune mangels ökologischer Ausgleichsflächen nicht mehr weiterentwickeln könne. Sage und schreibe 40 bis 50 Hektar will OB Hans Heribert Blättgen (SPD) für weitere Gewerbeansiedlungen zubauen. Einsicht, dass das Ende im Gelände erreicht ist? Sparsamer Umgang mit Grund und Boden, Beachtung der nachhaltigen Entwicklung in Verantwortung für künftige Generationen? - Nicht in Sicht.
Der Artikel der Rhein-Neckar-Zeitung „Ablasshandel mit der Natur“ vom 6.5.2017 unterrichtet die Leser „Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn jemand eine Straße, ein Wohngebiet oder ein Gewerbegebiet baut, muss er einen Ausgleich schaffen, wenn er dabei Boden asphaltiert, Bäume fällt oder Tiere vertreibt….Wenn sich zum Beispiel ein Baugebiet über etwa zehn Hektar Fläche erstreckt, können umgerechnet bis zu einer Million Ökopunkte zum Ausgleich an anderer Stelle notwendig werden. Äcker, Wälder, Bachläufe oder Streuobstwiesen können also "punkten" - je nach Wertigkeit“ Bad Rappenau lebt dabei schon auf Pump, hat keinen Puffer mehr. Für die 3 Baugebiete Boppengrund II, Geisberg II und Kandel haben sich so schon 740.608 nicht ausgeglichene Ökopunkte angehäuft.
Nun hat die Naturschutzbehörde der Stadt aus dem Dilemma geholfen. Der Neckar-Odenwald-Kreis investierte 393.000 Euro in eine Amphibienleiteinrichtung mit Straßentunnel beim Fünfmühlental und gab diesen zum Ökopunkttransfer frei. Rappenau bekam nun für die Beteiligung von 175.600 Euro die vierfache Zahl Ökopunkte, also 702.400, zur Tilgung der Ökokontoschulden. Erziehung bei der Führung des Ökohaushalts? NULL! Sichtbarer Nutzen für Kulturlandschaft auf Gemeindegebiet von Bad Rappenau? NULL. Aus freien Stücken wird also nicht in die Natur investiert, Naturnutzen wird nicht gemehrt sondern gegen Zerstörung an anderer Stelle eingetauscht. Im Fall hier wurde der Naturnutzen gleich doppelt verwendet: Für die befahrene Straße und die Baugebiete
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