
Liebe Petitionär:innen,
lange war es ruhig rund um den Grünten, im Hintergrund finden aber nach wie vor wichtige (Entscheidungs-)Prozesse statt. Hiermit wollen wir euch einmal auf den neuesten Stand bringen:
Im Zuge der Grünten Bergwelt-Planungen der Investorenfamilie Hagenauer will die Alpgenossenschaft Grünten eine neue Alphütte bauen. Eine Bauvoranfrage aus dem Jahre 2021 wurde vom Landratsamt abgelehnt, da nach Einschätzung des Landwirtschaftsamts das Bauvorhaben nicht privilegiert sei. Die Hirtenwohnung samt Stall sollte zweigeschossig und rund 250m² groß werden. Mittelfristig war auch dort eine Gastronomie geplant. Fachleute schätzen außerdem die Situation so ein, dass die Genossenschaft durch die Weiterreichung der Grüntenhütte in Erbpacht an die Investoren, signalisiert hätte, die Hütte für die Alpwirtschaft derzeit nicht zu brauchen. Ob die Genehmigung doch noch erteilt wird, bleibt fraglich.
Die Baugenehmigung des Landratsamts für die neue Grüntenhütte ist in Frage gestellt. Eine Entkernung des Gebäudes ist teilweise geschehen (wir berichteten). Ob die Erneuerung bald voranschreiten kann, steht ebenfalls in den Sternen, da 4 Grundstücksbesitzer gegen den Neubau klagen. Eine diesbezügliche Entscheidung seitens des Verwaltungsgerichts ist derzeit nicht absehbar.
Auch im Zuge der Petition unserer BI und des BUND Naturschutz gegen die Bergwaldrodung kommt Dynamik in die Sache. Die Petition wurde im Umweltausschusses des Bayerischen Landtags zum Tagesordnungspunkt auserkoren. Dieser stimmte in seiner Sitzung für eine Ortsbegehung, der Termin hierfür ist aber noch nicht bekannt. Wichtig ist: Inhalt dieses Ortstermins ist nur die Thematik „Bergwaldrodung“, die Beurteilung des Gesamtvorhabens ist nicht Teil dieser Diskussion.
Diese Einschätzung, bei der nach wie vor eine Entscheidung des Landratsamts Oberallgäu aussteht, ist ebenfalls noch nicht vorliegend. Auf die hunderten Einreichungen, die im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens eingeschickt wurden, erfolgte bisher keine Reaktion. Nach unserem Ermessen gehen wir aber davon aus, dass die Investorenfamilie Hagenauer einen großen Teil ihrer Planungsunterlagen überarbeiten muss (Besucherlenkungskonzept, UVP-Bericht, FFH-Verträglichkeitsprüfung, etc.). Wir schätzen, dass mit dem Eingang der Unterlagen nicht bis zum Herbst 2022 zu rechnen ist.
Alles in allem bleibt zu sagen, dass noch vieles in der Schwebe ist. Dies werten wir aber als positives Zeichen. Dass heute noch keine Bagger am Grünten rollen, stimmt uns positiv und das Neubewerten diverser Planungen sowie Vorhaben zeigt, dass auch die Entscheidungsträger am Zweifeln sind, ob die Realisierung der Grünten Bergwelt wirklich der erhoffte Schritt in eine bessere (Touristik-)Zukunft ist.
Weiterhin gibt es viel zu tun und auch andere Surrealitäten treten rund um den Grünten auf: Es wird überlegt, einen Weg zum Grüntenhaus zu bauen. Diese Idee kam bereits 2005 auf, scheiterte aber bereits damals an naturschutzrechtlichen Hindernissen.Wir bleiben auch hier am Ball und geben Bescheid!
Mit freundlichen Grüßen,
Eure Petitionsstarter:innen