Petition updatePRO ERHALT DES RAVENSBURGER KONTAKTLADENS "DIE I N S E L"

Runder Tisch - Appell an die Verantwortlichen

Stefan Weinert88212 Ravensburg, Germany
Oct 25, 2016
Appell an den "Runden Tisch" am 27. Oktober 2016 zu Thema "Insel" Sehr geehrte Damen und Herren, dieses zu Ihrer Information. Ortstermin: Am Dienstag, 25.10.16 ab 11 Uhr (bis 11:50 Uhr) war ich zu einem Ortstermin in dem Ravensburger Kontaktladen "Die INSEL" in der Rosmarinstrasse. Mein Besuch dort war nicht angekündigt. Die INSEL war geöffnet und es waren zwei Mitarbeiter*innen zugegen, wobei eine Mitarbeiter*in mir gleich sagte, dass sie am kommenden Freitag den letzten Arbeitstag hier habe. Beide hatten beiläufig über einen Beitrag auf der entsprechenden Petition gegen die Schließung der Insel (aktuell 244 Unterschriften) erfahren, dass die Stadt Ravensburg für die Zeit nach dem 31.12.16 so eine Art Notprogramm beschlossen habe. Beiden wurde vom Trägerverein, der sich nach ihrer Information nach dem 31.12.16 auflöst, zu diesem Termin gekündigt. Alternativen und Ersatz-Anlaufstationen wird es nicht geben. Informationen: Die Insel hat einen durchnittlichen Besuch von 28 Personen pro Tag. Seit 2011 ist diese Tendenz weiter steigend. Im Jahre 2015 kamen 371 verschiedene Klient*innen in die INSEL [97 weiblich, 274 männlich], wovon ca. 330 drogenabhängig sind. 40 von ihnen bewegen sich aufgrund ihres persönlichen Lebensgefühles in dieser Szene, konsumieren aber selbst keinerlei Drogen. Manche sind einfach nur einsam und suchen in der Insel menschlichen Kontakt. 28,5 % der Besucher sind unter 30 Jahre alt. Von den 371 Besuchern kamen 110 aus den Kreisgemeinden Ravensburg, 81 aus Ravensburg selbst, 40 aus Weingarten und 23 aus dem Bodenseekreis. Von 76 kennt man die Herkunft nicht (illegale Szene). 2015 wurden 4.090 beratende Gespräche geführt und 3.503 Injektionsmaterialien ausgestauscht. In diesem Zeitraum wurde 338-mal Kleider aus der Kleiderkammer an die Klientel ausgebeben. 2015 verstarben drei Menschen, die zu den Besuchern des Kontaktladens gehörten. Die Todesfälle wurden mit Besuchern und trauernden Angehörigen und Freund*innen thematisiert und aufgearbeitet. Fast jeder Besucher hat bei der INSEL ein "Konto", wo er am Monatsbeginn fünf Euro einbezahlt und diesen Betrag von den Mitarbeiter*innen des Kontaktladens für Ausgaben verwlten lässt. Für solche, die überhaupt nicht liquide sind, gibt es eine Spenenkasse, in die ich gleich 10 Euro eingezahlt habe. Resümee: ​Fällt das Angebot des Kontaktladens - gerade auf dem Hintergrund zunehmender Drogenabhängiger - ab dem 1.1.2017 weg, werden an die 370 Menschen ziellos sein und 330 von ihnen unkontrolliert​ Drogen aus verschmutzten Spritzen usw. konsumieren. Selbst ein von der Stadt geplantes Notprogramm wird hier keine Abhilfe schaffen können. Aufgrund der erhobenen Daten muss m.E. zumindest auch die Stadt Weingarten in Zukunft einen finanziellen Beitrag zum Erhalt der INSEL leisten. Appell: ​Am ​Donnerstag, 27.10.2016 findet ein "Runder Tisch" mit allen Akteuren statt: Landratsamt Ravensburg, Stadt Ravensburg, ZFP, Caritas, Diakonie. Lediglich Vertreter der Klientel sind nicht geladen, was aber sicher heilsam für diejenigen wäre, die über ihre zukünftige Versorgung bestimmen. Im Namen der Besucher und Gäste des Ravensburger Kontaktladens "Die INSEL" fordere ich hiermit das Landratsamt Ravensburg, die Stadt Ravensburg, das ZFP-Südwürttemberg, die Caritas Bodensee-Oberschwaben und die Diakonie dazu auf, sich am "Runden Tisch" am 25.10. 2016 darüber zu einigen, dass das Angebot des Kontaktladens "die Insel" in Ravensburg in vollem Umfang und längerfristig über den 31.12. 2016 hinaus erhalten bleibt. Alles andere wäre verantwortungslos. ​Mit freundlichen Grüßen,​ Stefan Weinert, Ravensburg Mitglied bei DIE LINKE
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